NABU: Trendwende für Natur und Arten auch im Südwesten einläuten – Weltnaturkonferenz verhandelt über Schutz der Biodiversität

Zum gestrigen Start der Weltnaturkonferenz (CBD COP15) im kanadischen Montreal warnt der NABU Baden-Württemberg davor, die Zeit des Handelns ungenutzt verstreichen zu lassen. „Wir hoffen, dass bis zum 19. Dezember ein neues Abkommen zum globalen Schutz und Erhalt der Artenvielfalt und natürlicher Lebensräume steht, das auch neuen Schwung in die Umsetzung des Biodiversitätsstärkungsgesetzes in Baden-Württemberg bringt“, sagt der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle. Die Weltgemeinschaft müsse in Montreal eine echte Trendwende zum Schutz von Lebensräumen und Arten einläuten. Es brauche Verbindlichkeit, ambitionierte und messbare Ziele, regelmäßige und transparente Berichte, überprüfbare und justierbare Maßnahmen sowie eine solidarische Finanzierung.

Der Schwund der Biodiversität im Südwesten ist schmerzlich und für alle wahrnehmbar, die die Augen aufmachen. Das bestätigen auch viele NABU-Experten. „Vögel sind begnadete Sänger, Flugkünstler, Weltenbummler – und gefiederte Frühwarnsysteme, die uns durch ihr Verschwinden vor Umweltproblemen warnen. Rund die Hälfte der Vogelarten im Land nimmt im Bestand ab und steht auf der Roten Liste. Das ist ein starkes Warnsignal, das wir nicht überhören sollten“, sagt Stefan Bosch, Ornithologe und NABU-Fachbeauftragter für Vögel. Für den konsequenten Erhalt und Schutz natürlicher, nährstoffarmer Offenlandbiotope, wie Moore, Heiden und Trockenrasen, wirbt der NABU-Pilzexperte Karl-Heinz Johe: „Wir müssen die Stickstoffbelastungen von Feld- und Waldfluren, etwa durch Gülleeinträge über Luft und Oberflächengewässer, deutlich reduzieren.“ Und der NABU-Klimaschutz-Experte Claus Raach mahnt: „Wir müssen als Menschheit endlich eine echte Wende schaffen und unsere Lebensweise natur- und klimaverträglich gestalten.“

Der NABU Baden-Württemberg hat bei seiner Landesvertreterversammlung im November eine Resolution an die Landesregierung verabschiedet. Darin forderten die Delegierten, bei der Stärkung der Biodiversität nicht nachzulassen. Obwohl der Kahlschlag bei der Finanzierung im Naturschutzhaushalt offenbar abgewendet sei, fehle immer noch der Startschuss für die Refugialflächen auf zehn Prozent der landwirtschaftlichen Flächen. „Diese Rückzugsgebiete für Insekten, Feldvögel und Kleinsäuger wie Feldhasen und Igel sind unverzichtbar für die Biodiversität“, betont NABU-Landeschef Enssle.

Link zur LVV-Resolution: www.NABU-BW.de/news/2022/november/32523.html

Forderungen zur Weltnaturkonferenz: www.nabu.de/news/2022/11/32587.html

 

PM NABU (Naturschutzbund Deutschland), Landesverband Baden-Württemberg e. V.

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