Am 15.8.1936 wurde das erste Lebensbornheim von der SS eröffnet, um arisches Leben zu fördern und zu verstärken (wer mehr über Lebensborn wissen will, bitte bei Google eingeben – die KI liefert eine schöne Zusammenfassung). U. a. ledigen Müttern wurde die Abnahme der Kinder „erleichtert“, sofern sie einen Ariernachweis für den Erzeuger liefern konnten und später wurden solche Einrichtungen in den besetzten Gebieten eingerichtet.
Auf der anderen Seite gab es Euthansie für lebensunwertes Leben und wie schnell man da Opfer werden konnte, habe ich in diversen Gedenkstätten verfolgen können. Lebensborn hingegen war ein weiterer Schritt zur totalen Kontrolle im Staat und zur Schaffung des angeblich perfekten deutschen Menschen, nur komisch, dass auch später slawische Kinder zur Adoption freigegeben wurden. Auch heute gibt es wieder vermehrt Stimmen, die nach lebenswertem und unwertem Leben unterscheiden und da muss ein Riegel vorgeschoben werden, bevor wir wieder Lebensbornheime haben.
Am 19. August 1936 starteten die Moskauer Prozesse (wer sich darüber genauer informieren möchte, bitte wieder bei Google eingeben). Stalin wollte alte Weggefährten mit Schauprozessen unter fingierten Vorwürfen zum Tode verurteilen lassen, um seine totale Herrschaft auszubauen und zu festigen.
Niemand war mehr vor seinem Terror sicher, heutige Verbündete konnten bereits morgen zu Feinden werden. Bei all diesen Säuberungen wurden auch große Teile der Führung der Roten Armee vernichtet, was natürlich auch NS-Deutschland nicht verborgen blieb und den 5 Jahre späteren Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion begünstigte. Stalins Paranoia und Begierde nach Macht führten die Sowjetunion ins Verderben.
Am 18. August 1976 verbrannte sich der evangelische Pfarrer Oskar Brüsewitz selbst aus Protest gegen das Unrecht in der DDR:
Ich verneige mich in Ehrfurcht und Demut vor diesem großen Helden des Widerstands gegen das Unrechtssystem. Sein Heldenmut inspirierte viele im Schurkenstaat, sich gegen diesen aufzulehnen und war einer von vielen Schritten hin zur friedlichen Revolution 1989.
Die Vorkommnisse in Deutschland und der Sowjetunion von 1936 hatten zwar nichts miteinander zu tun, waren aber Teile eines Ganzen, dass 3 Jahre später in den fürchterlichsten Vernichtungskrieg der Geschichte enden sollte. Die Folge des Kriegs waren Vertreibung, die Ausbreitung des Stalinismus in Europa, der indirekt zur Entwicklung von 1976 führte. Und nur dank Menschen wie des Pfarrers konnte das Unrecht eines Tages besiegt werden. Und heute? In Sachsen-Anhalt drohen die Kräfte, die den 2. Weltkrieg ermöglichten, zusammen die Macht zu ergreifen.
Und diese Entwicklungen haben auch einen Fall ausgelöst, der bei mir Sozialneid ausgelöst hat. Ein Ossi, der mittlerweile sehr rechts ist, hat von seiner Oma ein großes Grundstücke im ländlichen Ostdeutschland geerbt.
Der Clou dabei ist, dass die Oma in Ungarn geboren und 1948 mit ihrer Familie in die SBZ vertrieben wurde. Damals war schon abzusehen, wie es da weitergeht und ich verstehe nicht, warum sich ihre Vorfahren nicht in den Westen abgesetzt haben. So hätten sie beim Aufbau der BRD mithelfen und ein besseres Leben haben können, er wäre wahrscheinlich nicht rechts geworden und ich müsste keinen Sozialneid empfinden. Warum zum Teufel kann ich nicht an ein Grundstück kommen? Ich könnte das – oder das Geld dafür – ebenfalls brauchen und hätte es auch viel mehr verdient als er.
Das ist eines von vielen Exempel, was in Deutschland lange nicht gestimmt hat und sich bis heute auswirkt. Menschen wie Oskar Brüsewitz opfern sich für eine bessere Welt, andere dienen einem Schurkenstaat und deren rechte Nachkommen profitieren noch davon. Ich könnte mich da endlos reinsteigern und höre jetzt besser auf, bevor ich noch ausfällig werde.
Neulich hatte ich eine Freikarte für ein Freundschaftsspiel des FC Bayern. Dort musste man pro Stück 2€ für die Gepäckaufbewahrung zahlen, worüber ich mich schon einmal tierisch aufgeregt habe.
Ich habe dann beide Stücke zusammengelegt, so dass ich wenigstens noch etwas sparen konnte. Um meinen Unmut kundzutun, habe ich noch erwähnt, dass das bei 1860 kostenlos ist. Die Dame von der Aufbewahrung entgegnete ironisch: „Darum ist 60 auch so arm.“ Mit dieser Aussage hatte sie leider recht. Aber mir wurde wieder einmal bewusst, wie unsere Gesellschaft funktioniert. Ein reicher Club wie der FCB bittet zur Kasse und wird dadurch noch reicher und der solidarisch eingestellte TSV 1860 München ist arm, weil er andere Schlucker nicht zur Kasse bittet.
Dann habe ich neulich eine Reportage über den 2. Arbeitsmarkt gesehen. Es ging darum , wie diesem immer mehr Mittel gekürzt werden, was nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die Gesellschaft fatal ist.
Ein 2. Arbeitsmarkt kann, wenn er sinnvolle Maßnahmen hat, Menschen helfen, wieder in reguläre Arbeit zu kommen, aber diesen zumindest ein gutes Gefühl und Struktur geben. Auch profitiert die Gesellschaft davon, da Dinge erledigt werden können, die sonst hinten runterfallen. Ich selbst kenne diverse Leute, die durch sogenannte ABM-Maßnahmen sinnvolles getan haben und sich dadurch besser fühlten. Die Bezahlung von zusätzlich 1€ pro Stunde sollte mittlerweile auf 2€ verdoppelt werden, da die Inflation in den letzten Jahren massiv zugenommen hat und sich Arbeit schließlich auch lohnen soll. Wenn der 2. Arbeitsmarkt aber systematisch kaputt gemacht wird, werden vielen benachteiligten Menschen Chancen genommen, wieder Fuß zu fassen. Mindestens genauso schlimm ist, dass Dinge nicht mehr gemacht werden, die eigentlich dringend angegangen werden (z. B. Reparaturen oder Aufräumarbeiten) und Menschen, die sich dadurch – vollkommen berechtigt – wertvoller fühlen, werden zum Nichtstun verdammt, anstatt sie sich sinnvoll einbringen können. So brauchen wir uns nicht wundern, dass die Menschen immer fauler werden und unsere Gesellschaft Schritt für Schritt absinkt. Die Politik beschwert sich ständig über Menschen, die angeblich nicht arbeiten wollen, tut aber auch nichts dafür, dass die, die was tun wollen, auch was tun können. Doppelmoral vom Feinsten!
Marcel Kunz