Am letzten Wochenende habe ich mit meinen Kolleg:innen den 40jährigen Studienabschluss an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt begehen dürfen.
Über unterschiedliche Wegstrecken kamen wir wieder an die Altmühl ins idyllische Eichstätt, um uns über die Lebenswegstrecken „seit 40 Jahren“ auszutauschen. Ich bin mir sicher, sie kennen diese Art – von mit Jahreszahlen verknüpften – Zusammenkünfte und die damit verbundenen Gefühlslagen. Da steht meist viel Gelungenes im Raum, aber es gibt auch die Momente des fragenden Nichtverstehens, warum sich das eine oder andere so ereignete.
Für mich ist zugleich der Monat Juli von Abschieden wie Neubeginnen in meinem beruflichen Kontext geprägt.
Das Schuljahr endet, Schulwechsel stehen teilweise an, Klassenzimmer wie Lernräume werden gewechselt, Schulorte mit Schulgebäuden sind zu verlassen oder neu zu begehen. Damit ist dann ebenfalls eine besondere Gefühlslage verbunden. Ich kann mich persönlich eher an ängstliche Unsicherheit erinnern bezüglich derart Aufbrüche ins Neue. Aber klar, da gibt es auch allerhand Freude über Erfolg, gelungene Wegstrecken auf gesteckte Ziele hin und so gestärkt, Selbstsicherheit wie Motivation für die nächste Lebenswegetappe.
Weiter stehen zum Schuljahresende Abschiede von verdienten Schulleiter:in an, der somit dankbare Rückblick für oftmals jahrzehntelangen Einsatz, aber auch unterlegt mit der Frage, was bringt die Zeit nach der beruflichen Tätigkeit und wie gestaltet sich die neue Lebenswegstrecke.
Auf der Ebene unserer Diözese wird dieser Zeitraum bereichert von Weihehandlungen und Beauftragungen. Am vergangenen Samstag wurden im Dom St. Martin in Rottenburg sieben Gemeindereferent:innen von Weihbischof Dr. Schneider beauftragt und somit in Gemeinden wie Schulen gesandt.
Mit ihrem Antrag auf die Missio canonica sagen 135 Religionslehrer:innen ein beherztes Ja zum christlichen Bildungsauftrag in der Schule. Sie werden heute in der Domkirche St. Eberhard in Stuttgart von Bischof Dr. Krämer durch Gebet und Segen für den Religionsunterricht gestärkt.
Wir haben die Abschiede wie Neubeginne auf den damit einhergehenden Lebenswegstrecken „nicht im Griff“. Teilweise ist es auch herausfordernd, die damit verbundenen Unsicherheiten anzunehmen und sich innerlich nicht zu verängstigen.
Es bedarf somit der spirituellen Hoffnungsvision für beherzte Startups: Befiehl dem HERRN deinen Weg, vertrau ihm – er wird es fügen. Der Psalmvers 37,5 eröffnet somit eine stärkende Möglichkeit für Abschluss wie Neubeginn. Es gibt sie meines Erachtens nicht, die Garantie für Gelingen, aber es gibt sie, die ermutigende Hoffnung – für mich persönlich über die Lebenswegstreckenjahre zu eine beruhigende Gewissheit gereift: … er wird es fügen!
Helmut G. Bertling
Kath. Schuldekan