Vier Freibäder der Region feiern über Pfingsten einen gelungenen Saisonstart – und ich bin verärgert.
Denn während Waldstetten und Heubach früh öffnen und den Menschen geben, was sie brauchen, wirken das Bud‑Spencer‑Bad und das Freibad Bettringen, als hätten sie den Sommer verschlafen. Später auf, früher zu – fertig ist die Badeschrumpfkur. Und gleich nebenan in Göppingen? Tropenähnliche Öffnungszeiten. Einfach, logisch, bürgerfreundlich. Fast schon frech, wie gut das funktioniert.
Früher war das Bud‑Spencer‑Bad ein Ort für Frühschwimmer, Schichtarbeiter, Senioren, Sportler, Familien – für alle, die den Tag im Wasser beginnen wollten. Ein Ort, der Freiheit schenkte. Ein Ort, der funktionierte.
Heute ist dieser Ort morgens leer. Nicht, weil niemand kommen will. Sondern weil niemand reinkommt.
Die neuen Öffnungszeiten treffen genau die Menschen, die das Bad am dringendsten brauchen. Sie nehmen Lebensqualität. Sie nehmen Teilhabe. Sie nehmen uns ein Stück Alltag, das vielen wichtig war.
Und das alles unter dem Etikett „Sparen“.
Sparen? Ja. Aber bitte nicht am falschen Ende.
Wer Öffnungszeiten kürzt, kürzt nicht Kosten – er kürzt Einnahmen. Er kürzt Lebensfreude. Er kürzt Vertrauen.
Denn wo Menschen bereitwillig Eintritt zahlen, sollte man nicht die Tür zulassen.
Göppingen zeigt, wie es geht. Dort hat man verstanden, dass ein Freibad nicht nur Wasser und Beton ist, sondern ein sozialer Raum. Ein Ort, an dem Menschen auftanken – körperlich und seelisch.
Die Lösung liegt auf der Hand
Sie ist weder kompliziert noch teuer. Sie ist nicht einmal neu.
Frühe Öffnungszeiten zurück. Badegäste zurück. Einnahmen zurück. Vertrauen zurück.
Mehr braucht es nicht.
Mein Fazit
Ein Freibad ist kein Luxus. Es ist Daseinsvorsorge. Es ist Lebensqualität. Es ist ein Stück Heimat.
Und Heimat sollte nicht erst um 10 Uhr aufmachen.
Alfred Brandner