Sonntagsgedanken: Angst und Hoffnung

Ein Leben ohne Krisen gibt es nicht. Im Moment überlagern sich in unserem Leben neben persönlichen Krisen gleich mehrere, die uns alle betreffen. Sie rauben uns Kraft und Energie, viele sind erschöpft und aus dem seelischen Gleichgewicht geraten.

Corona, der Klimawandel und die Bedrohung des Weltfriedens stehen neben vielem, was uns zudem persönlich belastet und herausfordert. Wie kommen wir heil durch diese Zeit? Es kann helfen, die ständig verfügbare Flut an Informationen zu begrenzen, es kann helfen, etwas ganz konkret zu tun, was in unserer Macht steht. Und es ist wichtig, den normalen Alltag im Hier und Jetzt zu gestalten und achtsam mit sich selbst umzugehen. Mir ist vor kurzem ein Bild in die Hände gefallen aus dem Echternacher Evangeliar. Es zeigt die Stillung des Sturmes, also die Geschichte, als Jesus mit den Jüngern in einem Boot auf dem See Genezareth in einen Sturm geriet. Die Jünger waren voller Angst. Jesus schlief, bis sie ihn aufgebracht weckten und er schließlich dem Sturm befahl, sich zu legen. In dem Bild, das ich meine, sieht man hinten im Boot den schlafenden Jesus mit Petrus, der ihn panisch zu wecken versucht. Und vorne sieht man auch wieder Jesus, dieses Mal wach, der mit einer großen Geste den Sturm stillt und eine Weiterfahrt möglich macht. An seiner Seite Johannes, der andere Jünger, der mit ihm in die gleiche Richtung der Hoffnung und Zukunft schaut. Mich fasziniert an dieser Darstellung, dass beide in einem Boot sitzen, die Angst und die Hoffnung, so empfinde ich es im Moment bei mir selbst ja auch. Ich kann die Angst nicht einfach über Bord werfen und soll es auch nicht. Aber ich kann mich immer wieder umdrehen und in die andere Richtung schauen, dahin, wo der Sturm gerade abflaut und ein neues Ufer in den Blick kommt. In der Geschichte fragt Jesus die Jünger am Schluss: Wo war euer Glaube? Auch das eine Frage, die weiterführt. Beantworten muss sie jeder und jede für sich. Bleiben Sie in guter Verbindung zu sich selbst und kommen Sie heil durch diese Zeit!

 

Sabine Stövhase

Caritas-Zentrum Göppingen

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