Privates Omnibusgewerbe – Verhandlungen über betriebliche Altersvorsorge ohne Ergebnis vertagt

Begleitet von einem Warnstreik in Reutlingen hat ver.di Baden-Württemberg gestern erneut mit dem Arbeitgeberverband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen (WBO) über die Einführung einer betrieblichen Altersvorsorge verhandelt.

Seit gut zehn Jahren sprechen die Tarifparteien über dieses Thema, seit Juni 2023 wird konkret verhandelt. Die rund 9.000 Fahrerinnen und Fahrer im privaten Omnibusgewerbe sind die einzigen Beschäftigten im baden-württembergischen ÖPNV ohne eine betriebliche Altersvorsorge.

Jan Bleckert, ver.di Verhandlungsführer: „Die Arbeitsbedingungen im ÖPNV sind überall ein Einstellungshindernis. Aber im privaten Omnibusgewerbe ist durch die fehlende betriebliche Altersvorsorge Armut im Alter nach einem harten Berufsleben vorprogrammiert. Ohne eine baldige Lösung werden die gesuchten Fachkräfte einen weiten Bogen um die betroffenen Betriebe machen. Flächendeckender öffentlicher Nahverkehr im ländlichen Raum wird so von der Vision zur Illusion.“

Über das Landestariftreue- und Mindestlohngesetz könnten die Kosten der betrieblichen Altersvorsorge bei den Ausschreibungen einkalkuliert werden.

Bleckert: „Die vollständige Refinanzierung dieser Kosten ist möglich. Gut, dass die Arbeitgeber jetzt endlich mit uns über konkrete Durchführungswege sprechen wollen. Sollten sie zu ihrem alten Kurs der Verzögerung und Blockade zurückkehren, sind wir sehr schnell mobilisierungsfähig. Das haben die ersten Warnstreiks in den letzten Wochen gezeigt.“

Am 8. März werden die Verhandlungen fortgesetzt.

PM ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg

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