ver.di startet Kita-Personal-Check – Umfang fachfremder Tätigkeiten soll belegt werden

Zum Start des Kitajahres hat ver.di Baden-Württemberg heute einen Kita-Personal-Check für die Einrichtungen im Land gestartet. Mit der Online-Befragung, die bis zum 16. November läuft, will die Gewerkschaft feststellen, wieviel Zeit die Fachkräfte, von Kinderpfleger:innen über Erzieher:innen bis zu Kräften mit Hochschulabschluss , täglich für nicht-pädagogische Arbeiten aufwenden.

Dazu zählen alle hauswirtschaftlichen Arbeiten bis hin zu Hausmeistertätigkeiten. Aber auch Aufgaben in der Verwaltung. Hanna Binder, stellvertretende ver.di Landesbezirksleiterin: „Tausende unbesetzte Stellen für pädagogische Fachkräfte haben zigtausende fehlende Kitaplätze zur Folge. Ein Lösungsansatz muss sein, die Fachkräfte von Aufgaben zu entlasten, für die sie nicht aus gebildet wurden und für die sie auch nicht bezahlt werden. Mit dem Kita-Personal-Check wollen wir belegen, wie viel pädagogisches Potential in den Einrichtungen derzeit verkümmert. Potential, dass leicht zu heben wäre durch zusätzliche hauswirtschaftliche Kräfte.

Hansi Weber, Vorsitzende der Fachgruppe Erziehung, Bildung und Soziale Arbeit ver.di Baden-Württemberg: „Nur, wenn wir die Kolleginnen und Kollegen von diesen zusätzlichen Arbeiten entlasten, werden wir verhindern, dass noch mehr Fachkräfte ihre gelernten Berufe aufgeben. Und wir können Teilzeitkräfte, die ja genau wissen, wie belastend die Arbeit in ihrer Kita oft ist, fürs Aufstocken gewinnen. Und last but not least erhöhen wir die Attraktivität dieser schönen, sinnvollen und sinnstiftenden Berufe für junge Menschen.“

Die Umfrage wird von ver.di in Kooperation mit der Hochschule Fulda durchgeführt. Die Ergebnisse werden Anfang 2023 vorliegen und sollen dann dem Kultusministerium übergeben werden. Binder: „Land und Kommunen müssen diese zusätzliche Stellen dann mit zusätzlichen Mitteln hinterlegen. Denn eines ist klar: Der Fachkraftschlüssel darf nicht noch weiter gesenkt werden. Wir brauchen zusätzliches Personal zur Unterstützung und nicht zur Absenkung der Standards.“ Aufgerufen sind von ver.di alle pädagogischen Fachkräfte über 18 Jahre, die in einer Einrichtung in Baden-Württemberg arbeiten. Rund 45.000 Beschäftigte in der frühkindlichen Bildung arbeiten in kommunalen Einrichtungen, knapp 60.000 bei Kitas von freien oder kirchlichen Trägern. Zusammen betreuen sie 473.000 Kinder.

PM ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://filstalexpress.de/arbeitsmarkt/141021/

Kommentar verfassen