Sonntagsgedanken: „Man soll die Feste feiern, wie sie fallen.“

Dieses Sprichwort aus dem Volksmund kennt wohl jeder – und Gott sei Dank gibt es dazu in unserem Leben immer wieder Anlässe, die es wert sind, gefeiert zu werden. Ob persönliche Ereignisse wie Geburtstage, Hochzeiten oder Schulabschlüsse – oder öffentliche Feste wie der Tag der Deutschen Einheit, Stadtfeste oder regionale Traditionen wie der Maientag in Göppingen, das Rutenfest in Ravensburg oder der Schwörmontag in Ulm: Sie alle prägen unser Leben und erinnern uns daran, dass das Leben mehr ist als Arbeit, Termine und Verpflichtungen.

Zu all diesen Anlässen prägen uns die religiösen Feste. In den christlichen Kirchen sind es Feste wie Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Erntedank…, in den jüdischen Gemeinden feiert man im September und Oktober Jom Kippur und Sukkot. Die großen Feste im Islam sind das Opferfest und das Zuckerfest, das den Fastenmonat Ramadan beendet. Auch andere Religionen haben einen festen Festkalender. Es scheint zum Menschsein zu gehören, den Alltag zu unterbrechen um miteinander zu feiern. Dabei kann das gemeinsame Feiern Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Nationalität verbinden. Feste stellen uns in den großen Bogen des Lebens, verbinden uns mit Ereignissen in der Vergangenheit, lassen uns die Gegenwart intensiv erleben und stärken uns für das Zukünftige, wie Anselm Grün sagt „so ist das Feste feiern lebensnotwendig, es schenkt uns die Kraft, die wir brauchen, um unser Leben zu meistern“.

Ein Blick in die Bibel bestärkt die Erfahrung, beim Feiern geht es um das Leben.

Jesus selbst war bekannt dafür, dass er mit seinen Jüngerinnen und Jüngern gerne gefeiert hat, auch die Feste des damaligen Judentums gehörten für ihn zu seiner Glaubenspraxis. Sein öffentliches Wirken begann bei der Hochzeit zu Kana, und in vielen seiner Gleichnisse spricht er vom Festmahl oder vom himmlischen Hochzeitsmahl – Bildern der Gemeinschaft und des Lebens mit Gott. Das letzte Abendmahl, das er mit seinen Jüngern feierte, ist bis heute ein zentrales Zeichen der Verbundenheit und Kraft für Christen.

Essen und Trinken, Gemeinschaft erleben, einen gemeinsamen Grund zum Feiern – das verbindet. Vielleicht sind Feste eine kleine Tür in unserer Welt durch die der Segen Gottes in unsere Zeit fällt, denn im gemeinsamen Feiern liegt so viel Gutes!

Am heutigen Samstag feiert das katholische Dekanat Göppingen-Geislingen sein 20-jähriges Bestehen. Dies feiern wir als katholische Kirche im Landkreis Göppingen mit Gästen, den Fachdiensten und Einrichtungen des katholischen Dekanats, Vertreterinnen und Vertretern der katholischen Kirchengemeinden und des Dekanatsrates und vielen engagierten Menschen. Für Vielfalt, Verbundenheit, Engagement und christliches Zeugnis in unserer Zeit stehen „20 Jahre katholisches Dekanat Göppingen-Geislingen“. Danke zu sagen und gemeinsam zu feiern, das tut gut!

 

Simone Jäger

Dekanatsreferentin katholisches Dekanat Göppingen-Geislingen

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