Datum/Zeit
Date(s) - 17/10/2026
19:00 - 20:30
Veranstaltungsort
Geislingen - Stadtkirche
Kategorien
Karten im Vorverkauf über die Chormitglieder, bei vis-à-vis Telefon 07331 400780 und an der Abendkasse ab 18 Uhr
Das Herbstkonzert steht ganz im Zeichen des Genies Wolfgang Amadeus Mozart. Vier Werke der Salzburger Zeit stehen auf dem Programm: Die Vesperae solennes de Confessore vertonen fünf Psalmen und den Lobgesang der Maria für Chor, Soli und Orchester. Überraschend, wie nahe am Text Mozart die Psalmworte in Klang umsetzt. In seiner sogenannten Krönungsmesse KV 317 rechtfertigen bereits die ersten Takte voll Trompetenglanz und Paukenmacht den erst später hinzugefügten Werktitel.
Inmitten der Chorwerke stehen zwei Kirchensonaten für Streicher und Orgel, die ebenfalls in Mozarts Salzburger Jahren entstanden sind, die Sonaten KV 224 und KV 241.
Viermal Mozart zu seinem 270. Geburtstag.
Die im Jahre 1780 komponierten Vesperae solennes de Confessore zählen zur Kirchenmusik, die Mozart bei Amtsantritt als Hof- und Domorganist am Dom zu Salzburg schuf. Das Schwesterwerk, die Vesperae solennes de Dominica sind der Auswahl der vertonten Psalmen entsprechend ebenfalls „de Confessore“, also für mehrere Heiligenfeste bestimmt.
Die „Feierlichen Bekennervespern“ fanden ihre Uraufführung im Salzburger Dom an einem der Hochfeste des Kirchenjahres und verwenden Formprinzipien der Sonate beispielsweise im zweiten Satz und im abschließenden Magnificat. Als Meister der Form erweist sich Mozart im ersten Satz, wenn er „Wie es war im Anfang“ mit der Wiederkehr musikalischer Themen gleichsetzt. Im vierten Satz, dem Laudate pueri, Psalm 112, gelingt ihm die Komposition einer spätbarocken Fuge. Den umfangreichen Psalmtext verteilt er versweise auf die jeweils neue Themeneinsätze.
Im „Laudate Dominum“ trägt das Orchester den Satz mit dem lautenähnlichen Begleitmodell, der Chor greift die Melodie der Sopranistin gleichsam ergriffen auf.
Sind die Ecksätze „Dixit Dominus“ und Magnificat“ feierlich mit Trompeten und Pauken besetzt („solennes“), verzichtet Mozart in den Binnenpsalmen auf den Trompetensatz und folgt damit der Tradition der Salzburger Kirchenmusik, u.a. geprägt von Heinrich Iganz Franz Biber oder der Familie Muffat.
Zum Werk des Domorganisten zählen ebenfalls die einsätzigen Kirchensonaten. Alle mit obligater Orgel komponiert, verwenden sie ansonsten unterschiedliche Instrumentierungen. Die im Konzert aufgeführte Sonate in F-Dur KV 224 entstand im Zusammenhang der Vesperae die darauffolgende Sonate in G, KV 241, ebenfalls mit dem Triosatz der Streicher und Orgel besetzt steht allerdings in Verbindung mit den Jahren 1775/76.
Die Entstehung der sogenannten „Krönungsmesse“ KV 317 steht im Zusammenhang mit Mozarts Suche nach neuen Wirkungsstätten.
Auf die sechzehnmonatige Konzert- und Studienreise nach Mannheim und Paris folgt die Anstellung des Dreiundzwanzigjährigen in den fürstbischöflichen Dienst am Dom. Vater Leopold hatte jene Wiederaufnahme unterstützt, Sohn Wolfgang sie widerwillig und als Chance für bessere Anstellungen angenommen. Seiner Pflicht folgend, Kirchenmusik für die Hofgottesdienste zu komponieren, begann er im selben Jahr mit der Arbeit an einer neuen Missa solemnis der sogenannten „Krönungsmesse“. Der Beiname trat erst im neunzehnten Jahrhundert hinzu und nimmt vermutlich Bezug auf die Krönung Kaisers Franz´des I.
Musikalisch stimmig ist jener Titel, erweitern doch Trompeten, Pauken sowie ein Oboen- und Hörnerpaar den Streichersatz. Bereits das Kyrie ist von majestätischer Feierlichkeit, gefolgt vom Gloria, dessen Motivik ebenfalls fanfarenartig gearbeitet und dessen Form erstmals im geistlichen Werk Mozarts dem Sonatensatz folgt, d.h., dass exponierte Themen in einer sogenannten Durchführung verändert und in Motiven polyphon variiert werden, schließlich in einer Reprise wiederkehren. Als Dialog komponiert ist der Beginn des Credo, die Fanfarenrepetition wird vom Chor aufgegriffen und in späteren Zwischenspielen wie als vokaler Kommentar gehört. In überzeugender Weise gelingt dies der Reprise nach dem „Et incarnatus“, die den Sieg über den Tod preist.
Tempo und Rhythmus des Sanctus verbinden sich mit dem Kyrie-Eingangssatz, dem solistischen „Benedictus“ antwortet der Chor mit dem rhythmisch prägnant begleiteten „Osanna“. Lyrisch mit gleichbleibender Orchester-Motorik in F-Dur (vgl. das „Laudate Dominum“ der Vesperpsalmen) ist das „Agnus Dei“ vertont, das „Dona nobis pacem“ greift zunächst die Musik des „Kyrie“-Mittelteils auf. Festlich steigernd singt der Chor im Allegro con spirito seine Friedensbitte.
Geislinger Singkreis, Süddeutsche Philharmonie Esslingen; Tabea Krause-Sopran, Corinna Schmidt-Alt, Christian Wilms-Tenor, Daniel Raschinsky-Bass, Leitung Thomas Rapp
Karten über die Chormitglieder, bei vis-à-vis Telefon 07331 400780 und an der Abendkasse ab 18 Uhr