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Aus dem Takt: Hilfe bei Herzrhythmusstörungen

Die Klinik für Kardiologie an der Klinik am Eichert hat nach mehrmonatiger Umbauphase einen zweiten Herzkatheter-Messplatz in Betrieb genommen und setzt damit einen weiteren kardiologischen Schwerpunkt im Landkreis Göppingen und Umgebung: die elektrophysiologische Untersuchung (EPU). Die Klinik bietet damit ein noch breiteres Spektrum der Diagnostik und Therapie bei Herzrhythmusstörungen an.

Ein gesundes Herz schlägt unter Ruhebedingungen rund 60- bis 80-mal pro Minute. Sind die Herzschläge unregelmäßig, zu langsam oder zu schnell, spricht man von Herzrhythmusstörungen. Neben seltenen angeborenen Störungen gibt es verschiedenartige erworbene Rhythmusstörungen, verursacht beispielsweise durch Bluthochdruck, als Folge einer Herzmuskelentzündung, einer Herzklappenerkrankung oder nach Herzinfarkt. Die Symptome reichen von Herzrasen, Herzstolpern, Atemnot über Angina pectoris oder Schwindel bis hin zu plötzlicher Bewusstlosigkeit. Vorhofflimmern ist die häufigste Rhythmusstörung des Herzens, in Deutschland leiden allein daran rund 800.000 Menschen.

Einige Rhythmusstörungen sind harmlos, andere wiederum gefährlich, sie können die Herzfunktion verschlechtern oder gar lebensbedrohlich sein. Ist eine Herzrythmusstörung medikamentös nicht mehr behandelbar, ist in weiterer Folge ein invasives Vorgehen mittels Herzkatheter und Elektrophysiologischer Untersuchung (EPU) notwendig. Diese besondere Expertise der EPU, über welche deutschlandweit nur wenige Kardiologen verfügen, brachte der Internist und Kardiologe sowie Rhythmologe, Dr. Hans-Jörg Weig, im vergangenen Jahr mit an die Klinik am Eichert.

Über die Elektrophysiologische Untersuchung (EPU)

Die EPU ist eine spezielle Herzkatheter-Untersuchung, die für den Patienten kaum spürbar ist. So können über minimalinvasiv eingeführte elektrophysiologische Katheter im Herzen Rhythmusstörungen analysiert und meist in der gleichen Untersuchung zielgenau behandelt werden, ohne die erforderlichen Funktionen des Herzens negativ zu beeinflussen. Die Katheter, an deren Spitze sich spezielle Elektroden befinden, werden durch eine Vene ins Herz durch Röntgenkontrolle an verschiedene Stellen im Herz geführt, um Herzströme im Inneren des Herzens zu messen. Durch kleine, schmerzlose Stromimpulse wird anschließend die Herzrhythmusstörung ausgelöst, um deren Ursprungsort zu lokalisieren. „Nach der kathetergestützten Untersuchung wissen wir deutlich mehr“, erläutert Dr. Hans-Jörg Weig, Leitender Oberarzt der Klinik für Kardiologie . „Entsprechend der Ergebnisse können wir – um nur ein Beispiel zu nennen – kleinste Herzmuskelbereiche mit Hochfrequenzstrom oder mit Kälteenergie veröden, also ihre störende Leitfähigkeit unterbrechen und damit den Patienten von der Rhythmusstörung befreien und ein großes Stück Lebensqualität wieder ermöglichen.“ „Die Erfolgsraten sind sehr hoch“, weiß Professor Dr. Stephen Schröder, Chefarzt der Klinik für Kardiologie.

Moderner Messplatz zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen eingerichtet

Um diese Eingriffe durchführen zu können, investierten die ALB FILS KLINIKEN in einen zweiten, hochmodernen Herzkatheter-Messplatz. Nach mehrmonatiger Umbauphase wurde heute der elektrophysiologische Messplatz feierlich eröffnet. „Mit dem bisherigen Herzkatheter-Messplatz konnten wir einige Formen von Herzrhythmusstörungen bislang nicht behandeln. Die technische Ausstattung des neuen Katheterlabors macht dies jetzt möglich“, betont Dr. Hans-Jörg Weig. Der Mediziner verfügt aus seinen früheren Tätigkeiten heraus über jahrelange Erfahrung in der Katheterablation, zuletzt als stellvertretender Leiter des Funktionsbereichs Elektrophysiologie am Klinikum Augsburg. Mit Blick auf den anstehenden Neubau der Klinik am Eichert ist die Investition in den zweiten Katheter-Messplatz dennoch eine bewusste Entscheidung. „Wir setzen konsequent auf die Weiterentwicklung eines zukunfts- und leistungsfähigen Medizinkonzeptes. Der elektrophysiologische Messplatz wird mit uns in die neue Klinik umziehen. Davon profitieren nicht nur Patienten und Mitarbeiter, sondern auch der Landkreis Göppingen als Gesundheitsstandort. Die Zukunft beginnt jetzt“, so Dr. Ingo Hüttner, Medizinischer Geschäftsführer.

Der neue Herzkatheter-Messplatz ergänzt das bestehende Herzkatheterlabor, in dem bereits seit Jahren die Diagnostik von Herzkranzgefäßveränderungen und die Herzinfarktbehandlung durchgeführt werden.

PM

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