NABU: Dieseldebatte löst kein Dürreproblem – in resiliente Böden, mehr Vielfalt und besseren Wasserrückhalt investieren
Der Landesbauernverband stellt heute seine Erntebilanz 2026 vor. Trockenheit und eine lange Hitzewelle haben vielerorts Wiesen, Weiden und Ackerfrüchte geschädigt. Baden-Württemberg ist von Ernteeinbußen vergleichsweise stark betroffen, etwa bei Winterweizen oder Grünfutter. Die Landesregierung sagte zuletzt Futtermittelhilfen in Höhe von bis zu fünf Millionen Euro zu. Dazu sagt der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle: „Betroffene tierhaltende Betriebe angesichts der Dürre vor dem finanziellen Ruin zu bewahren, ist richtig. Doch dabei darf es nicht bleiben. Es ist nicht nachvollziehbar, warum der Landesbauernverband über schlechte Ernten klagt, ohne die Bundes- und Landesregierung ganz konkret zu mehr Klimaschutz aufzufordern. Die Betriebe zahlen die Zeche für das mangelnde Engagement der Bundesregierung beim Klimaschutz und bei der Klimaanpassung.“
Wo bleiben die Proteste für mehr Klimaschutz?
Der NABU kritisiert, dass wichtige Bundespolitiker wie Bundeskanzler Friedrich Merz oder Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer nur vom Wetter reden, während sich die verheerenden Folgen des Klimawandels von Jahr zu Jahr immer weiter zuspitzen. „Dass Landwirtinnen und Landwirte lautstark und eindrucksvoll protestieren können, haben sie mit den Dieselprotesten gezeigt. Ich frage mich, wo ihr Protest bleibt, wenn es um den Klimaschutz geht?“, so Enssle. Jetzt gelte es, nicht für noch mehr klimaschädliche Subventionen für Diesel und Düngemittel, sondern für mehr Klimaschutz auf die Straße zu gehen.
Enssle ist sicher: „Die Klimakrise macht Ernteausfälle durch Dürre leider zur neuen Realität. Die Agrarförderung muss die Klimaanpassung stärker ins Zentrum rücken und gezielt Anreize für widerstandsfähige Betriebe schaffen. Mehr Vielfalt auf den Äckern, strukturreiche Landschaften, humusreiche Böden und besserer Wasserrückhalt sind zentrale Instrumente für den Ackerbau im Klimawandel.“
Foto von Jan Piecha
PM NABU (Naturschutzbund Deutschland), Landesverband Baden-Württemberg e. V.