Mehrere aktuelle Studien zeigen: Während Umsätze und Gewinne oft stabil bleiben, bricht das Vertrauen in die politischen Rahmenbedingungen dramatisch ein.
Der Jimdo‑ifo‑Geschäftsklimaindex fragt seit Anfang 2026 erstmals explizit “Schulnoten” für die Wirtschaftspolitik ab: Solo‑Selbstständige und Kleinstunternehmen bewerten die aktuelle Wirtschaftspolitik im Schnitt mit der Note 4,3, also zwischen „ausreichend“ und „mangelhaft“ – schlechter als die Gesamtwirtschaft, die auf 4,2 kommt. Besonders kritisch sehen Selbstständige die Sozial‑ und Rentenpolitik (4,7), die Energie‑ und Klimapolitik (4,5) sowie Infrastruktur‑ und Digitalisierungspolitik (4,3).
Der Konjunkturmonitor 2026 von Papierkram.de berichtet von einem auffälligen Auseinanderlaufen von Real‑ und Gefühlslage: Einerseits sind bei über 40 Prozent der Befragten Umsatz und Gewinn im Vorjahr gestiegen, andererseits verschlechtert sich die Einschätzung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und besonders die Bewertung der Bundesregierung deutlich – nur noch rund 5,4 Prozent sind mit der wirtschaftspolitischen Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden. Die Studie fasst das treffend zusammen: „Wirtschaftliche Lage stabil, Stimmung im freien Fall“.
Der Selbstständigen‑Report 2026 von WISO MeinBüro und VGSD zeigt ähnlich klare Signale: Zwar bewerten noch 46 Prozent der befragten Selbstständigen ihre eigene wirtschaftliche Situation als gut oder sehr gut, dennoch fühlen sich rund 90 Prozent von der Politik wenig oder gar nicht respektiert. Analog dazu melden weitere Freelancer‑Studien, dass sich über 70 Prozent der Freiberufler von der Politik nicht ausreichend unterstützt sehen – dieser Anteil ist in wenigen Jahren um rund zehn Prozentpunkte gestiegen.
Fragt man nach den dringendsten wirtschaftspolitischen Maßnahmewünschen, ist das Bild fast überall gleich: Bürokratieabbau, niedrigere Steuern und Abgaben, faire Sozialversicherungsbeiträge für Selbstständige, planbare Energiepreise und eine ernsthafte Digitalisierungsstrategie.
Besonders bedenklich ist, dass viele Befragte den Eindruck haben, dass kleine Unternehmen und Solo‑Selbstständige in der Gesetzgebung eher als Randnotiz vorkommen – obwohl sie einen Großteil der Unternehmenslandschaft stellen.
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