Die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie (M+E) in den Landkreisen Esslingen und Göppingen sehen sich angesichts wachsender Belastungen und negativer Standortbedingungen zunehmend unter Druck. „Unsere Unternehmen kämpfen seit Jahren mit zu hohen Energiepreisen, steigenden Lohnzusatzkosten, einer im internationalen Vergleich wenig wettbewerbsfähigen Steuerbelastung, langwierigen Genehmigungsverfahren und einer immer weiter wuchernden Bürokratie“, sagte Martin Peters, Vorsitzender der Bezirksgruppe Neckar-Fils des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, am Donnerstag anlässlich des Sommerfestes des Verbandes.
Die Auswirkungen seien inzwischen deutlich spürbar. „Viele Unternehmen fragen sich längst nicht mehr nur, wie sie wachsen können. Sie fragen sich zunehmend, wie sie die bestehenden Nachteile am heimischen Standort gegenüber internationalen Wettbewerbern überhaupt noch ausgleichen können“, erklärte Peters.
Der Bezirksgruppen-Vorsitzende forderte einen grundlegenden Kurswechsel hin zu einer Politik, die die Unternehmen konsequent entlastet und die Beschäftigung stärkt: „Wir brauchen eine verlässliche und bezahlbare Energieversorgung. Wir brauchen einen Arbeitsmarkt, der Flexibilität ermöglicht. Und wir brauchen ein Steuer- und Abgabensystem, das Leistung stärkt, Investitionen erleichtert und Innovationen begünstigt.“
Das heute von der Regierungskoalition vorgestellte Reformpaket sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung. „Angesichts der enormen Herausforderungen reicht er jedoch nicht aus, um den Standort wieder ausreichend wettbewerbsfähig zu machen. Vor allem die im Reformpaket angelegten zusätzlichen Belastungen für Unternehmen stehen dem Ziel entgegen, Wachstum und Beschäftigung zu stärken“, erklärte Peters.
Positiv im Reformpaket seien die Ansätze für mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt, weniger Bürokratie und eine konsequente Digitalisierung, bemerkte der Bezirksgruppen-Vorsitzende. „Mit Sorge betrachten wir jedoch die zusätzlichen Belastungen für Unternehmen in Milliardenhöhe im Bereich der sozialen Sicherung – beispielsweise durch Pflichtbeiträge für einen kapitalgedeckten Rentenbaustein. Damit treibt die Regierung die Arbeitskosten weiter in die Höhe und schwächt die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts noch weiter.“
Ein „Weiter so“ könne es nicht geben, betonte Peters: „Wir müssen dringend die Notbremse bei den Kosten ziehen. Dabei stehen auch ausdrücklich die Sozialpartner und die Tarifparteien in der Verantwortung. Jetzt sind wirtschaftliche Vernunft und Augenmaß gefragt, statt weiterer Belastungen, die uns erdrücken. Denn Zukunft sichern wir nur mit einer international wettbewerbsfähigen Industrie. Nur dann werden gute Ideen auch weiterhin hier bei uns zu neuen Produkten, zu zukunftsfähigen Geschäftsmodellen und vor allem zu zukunftssicheren Arbeitsplätzen führen.“
PM SÜDWESTMETALL Bezirksgruppe Neckar-Fils