Neues Netzwerk: Bioökonomie als Chance für Unternehmen

Eine Initiative aus Esslingen und Göppingen wurde jetzt als bundesweite Beispielregion Bioökonomie ausgezeichnet.

Als neue Beispielregion der industriellen Bioökonomie ist jetzt eine gemeinsame Initiative aus dem Kreis Esslingen und dem Kreis Göppingen vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) ausgezeichnet worden. Das Prinzip der Bioökonomie will fossile Rohstoffe durch biobasierte, nachwachsende Rohstoffe ersetzen, um so einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten zu können. Das neu gegründete Netzwerk mit dem Namen bio2value umfasst bereits mehrere Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Kommunen aus den Kreisen Esslingen und Göppingen. Im Kreis Göppingen gehören neben der IHK-Bezirkskammer Göppingen auch die Wirtschaftsförderung der Stadt Göppingen zu den Mitinitiatoren. „Aktuell mangelt es noch an einer breiten Umsetzung bioökonomischer Verfahren und Produkte im industriellen Maßstab“, betont Gernot Imgart, der leitende IHK-Geschäftsführer in Göppingen. Für viele Unternehmen sei es eine Herausforderung, solche neuen Geschäftsmodelle aus dem Labor hinaus in den Markt zu bringen. Mit dem Technikum Laubholz gebe es in Göppingen bereits eine solche Forschungseinrichtung mit diesem Transfer. Das Ziel des Bioökonomie-Netzwerks bio2value sei es deswegen, Kontakte aufzubauen und konkrete Projekte zwischen Unternehmen und Forschung anzustoßen. Der Einsatz nichtfossiler Rohstoffe in Produkten und Produktionsverfahren könne für einen industriestarken Standort wie die Region Stuttgart ein zentrales Zukunfts- und Wachstumsfeld sein. Unternehmen, die Interesse an dem Thema Bioökonomie haben und an dem Netzwerk teilnehmen möchten, können sich gerne an die IHK-Bezirkskammer Göppingen unter der Emailadresse info.gp@stuttgart.ihk.de wenden.

Info: In dem neuen Netzwerk bio2value engagieren sich neben Unternehmen wie Festo aus Esslingen die Industrie- und Handelskammern, Kommunen und Wirtschaftsförderer sowie u.a. zahlreiche Forschungseinrichtungen wie die Hochschule Esslingen, die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, die Universität Hohenheim, die Hochschule der Medien, die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf und der Göppinger Forschungscampus Technikum Laubholz.

Damit die industrielle Bioökonomie ihre Potenziale realisieren kann und so der Wandel hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft gelingt, unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) entsprechende Projekte.

Statements aus dem Pressegespräch

„Bioökonomie ist ein entscheidender Beitrag zur Nachhaltigkeit und kann gleichzeitig mit neuen Innovationen die lokale Wirtschaft stärken“, erläutert Professor Dr. Gabriele Gühring, Prorektorin Forschung und Transfer an der Hochschule Esslingen. Aus diesem Grund habe die Hochschule Esslingen die Bioökonomie in verschiedenen Bachelor- und Masterstudiengängen verankert. Die Hochschule fördere Innovationen und Start-Ups in diesem Bereich und wolle in der Forschung einen entscheidenden Beitrag zur Verankerung der Bioökonomie in der Region leisten.

Dr. Nina Gaißert, Abteilung CP-P, Portfolio Projects bei Festo SE & Co. KG, erklärt: „Derzeitige industrielle Prozesse basieren hauptsächlich auf fossilen Rohstoffen. Ziel ist es, fossile Ressourcen durch nachwachsende Ressourcen zu ersetzen.“ Algen und Mikroorganismen wie Hefe und E. coli könnten zur Herstellung von Lebensmitteln, Kosmetika, Medikamenten, Biokunststoffen und Rohstoffen für die industrielle Produktion verwendet werden. „Wir sind davon überzeugt, dass Automatisierungstechnik entscheidend sein wird, um die Effizienz biologischer Prozesse zu steigern, um sie dann industriell nutzen zu können.“, so Dr. Gaißert, „Wir freuen uns über das Netzwerk hier vor Ort, um gemeinsam an Innovationen und Fortschritt zu arbeiten.“

Dr. Pascal Bader, Oberbürgermeister der Stadt Kirchheim unter Teck, stellt die Ziele des Netzwerks dar: „Wir wollen Sichtbarkeit in der Region schaffen, vernetzen und Innovationen voranbringen. In dem vielfältigen Feld der Bioökonomie verbergen sich zahlreiche Chancen – gerade auch für uns als Kommunen.“ Als Innovationsmotor für die Region sei Bioökonomie ein positiver Standortfaktor, der einen Nährboden für die Entwicklung weiterer neuer Technologien schafft und für Projekte mit großer Strahlkraft nach außen.

Auch Christoph Nold und Gernot Imgart, leitende Geschäftsführer der IHK-Bezirkskammern Esslingen-Nürtingen und Göppingen, sind überzeugt, dass Bioökonomie im Rahmen der Transformation eine große Chance darstellt. „Um das Netzwerk in der Region auszubauen, ist der Austausch mit anderen Bioökonomie-Clustern unerlässlich“, so Nold. „Nun gilt es, unser Projekt mit Leben zu füllen.“

PM IHK Region Stuttgart Bezirkskammer Göppingen

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