Der Fahrdienst und das Taxi – was lohnt sich?

Nun ist es soweit. Man muss von Daxlanden nach Hohenwettersbach und der Wagen ist in der Werkstatt. Die Bus-Option kann man auch nicht nutzen und bei einem Carsharing-Dienst hat man sich noch nicht angemeldet. Was tun?

Was spricht für das Taxi?

Man könnte natürlich zum Taxi greifen. Diese lassen sich per Handy ordern und entsprechend kann der Nutzer über das Bildschirmmenü auf seinem Smartphone das nächste freie Taxi auswählen. Eine Verfolgung über eine virtuelle Karte ist auch möglich, sodass man genau weiß, wann das Gefährt vor der Tür steht. Hierbei gilt es natürlich, auf den Datenschutz zu achten.

Allerdings sind solche Unternehmen halt teuer und so sollte ein Autofahrer, dessen Wagen gerade eine Werkstatt von innen sieht, doch nicht noch zusätzlich bestraft werden, indem er einen hohen Taxipreis zahlt. Immerhin sind die Stoßdämpfer wichtig für einen Wagen, ansonsten hätte man ja auch auf die Reparatur verzichten können.

Die Alternative: Fahrdienste.

Hier am Beispiel der Minicar Service Karlsruhe, bei denen es sich zwar ebenfalls um einen Wagen handelt, hinter dessen Steuer man nicht selbst sitzt, sondern ein professioneller Fahrer. Dennoch unterliegen sie weder Tarif- noch Betriebs- oder Beförderungspflicht. Es handelt sich hierbei um sogenannte „Mietwagen mit Fahrer“, wie sie in Paragraph 49 Absatz vier des Personenbeförderungsgesetzes vorkommen.

Das bedeutet für den Fahrgast: Es wird billiger.

Zum einen verfügen Minicars über Wegstreckenzähler, anstatt über Taxameter. Dies bedeutet, dass die reine Strecke und nicht etwa die Fahrzeit die Grundlage für den Fahrpreis darstellt. Dieser beinhaltet 19 Prozent Mehrwertsteuer.

Nun gibt es einige Unterschiede zwischen dem Minicar und dem Taxi.

Bei einem Taxi handelt es sich um ein öffentliches Verkehrsmittel. Daher kann es jederzeit zwecks Beförderung von A) nach B) angehalten oder herbei gewunken werden. Alternativ kann der Beförderungswillige am Bahnhof in ein Taxi steigen, sagen, wo er hinwill und dann geht die Fahrt los.

Was tun Minicar-Fahrer nach dem Abliefern eines Kunden?

Vergleichen wir dies mit einem Minicar-Unternehmen.

Zum einen müssen die Mitarbeitenden eine sogenannte „Rückkehrpflicht“ erfüllen, was bedeutet, dass sie, nachdem sie Kunden abgesetzt haben, sofort zum Betriebsgelände zurückkehren müssen. Wenn allerdings ein weiterer Beförderungsauftrag eintrudelt, sieht es natürlich anders aus.

Dieser muss jedoch per Funk eingehen. Und das ist der zweite Unterschied zum Taxifahrer – wenn jemand in ein Minicar einsteigt, ohne es gebucht zu haben, muss der Fahrer die Person des Wagens verweisen. Er darf keinen Beförderungsauftrag annehmen, der nicht via Funk gekommen ist.

Auch dürfen Minicars nicht pro Sitzplatz vermietet werden – die Bereitstellung des Autos und Fahrers zwecks Beförderungsleistung erfolgt en bloc.

Weitere Optionen

Natürlich kann man auch einen anderen Fahrdienst in Anspruch nehmen. Zu den Möglichkeiten zählt freilich Uber, ebenfalls ein Vermittler von Mietautos samt Fahrer. Auch die App „Free Now“, verfügt mit „Ride“ über ein Geschäftsmodell, das Minicar und Uber ähnelt.

Übrigens: In Deutschland werden Uber-Kunden durch die Firma Safedriver Ennoo, respektive entsprechende Subunternehmer, befördert. Die Abwicklung von Rechnung und Bezahlung läuft jedoch wieder über Uber.

Für alle drei Dienstleister gilt: Sie sind nicht an Taxitarife gebunden. Sie können günstiger, aber auch deutlich teurer sein.

Als Beispiel gelten hier Messezeiten oder das Oktoberfest in München. Zu solchen Zeitpunkten muss man als Nutzer eines privaten Unternehmens tief in den Geldbeutel greifen. Im Jahr 2019 kostete die Strecke Flughafen München „Franz Josef Strauß“ zum Oktoberfest beinahe 120 Euro. Und das für eine Entfernung zwischen 37,7 und 46,4 Kilometern. Für vierzig Euro weniger hätte man die Taxi-Alternative nehmen können.

Allerdings müssen wir festhalten, dass ja auch nicht jeden Tag Oktoberfest ist, also die deutlich teureren Momente die Minderzahl darstellen dürften.

Fazit

Im Großen und Ganzen lässt sich schon festhalten, dass eine Beförderung per Fahrdienst deutlich günstiger ist, als die Fahrt per Taxi. Hinzu kommt, dass auch Fahrdienstfahrer, wie auch schon Taxifahrer hoch spezialisierte Profis sind.

Quellen:

https://filstalexpress.de/wirtschaft/135829/

https://www.zeit.de/digital/datenschutz/2022-05/datenschutz-eintippen-studie-leaky-forms

http://www.gesetze-im-internet.de/pbefg/__49.html

Foto von pexels

 

PM

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