Von Spielbeginn an entwickelte sich zunächst ein tor- und temporeiches Spiel. FRISCH AUF! ging gleich durch Victor Klöve in Führung, aber die Rhein-Neckar Löwen glichen sofort aus. Weitere Göppinger Führungstreffer durch Elias Newel und nochmal Victor Klöve glichen die Gäste bis zum 3:3 in der 5. Spielminute jeweils umgehend aus. Elias Newel und Marcel Schiller besorgten danach die erste Zwei-Tore-Führung für FRISCH AUF!. Ab dem 6:4-Zwischenstand legten die Grün-Weißen einen Zahn zu.
Die Abwehr war bärenstark, insbesondere wurden die Kreisanspiele auf Jannik Kohlbacher weitgehend unterbunden. Und dann brachten zwei Treffer von Marcel Schiller, einer vom Strich und ein Tempogegenstoß, eine 8:4-Führung für FRISCH AUF!. Maik Machulla nahm seine erste Auszeit. Prompt traf der beste Löwe Haukur Thrastarson, mit einem Doppelschlag zum 8:6. Einmal noch konnten sich die Grün-Weißen durch den Treffer von Erik Persson zum 9:6 absetzen, aber die Gäste setzten jetzt nun auch in der Abwehr mehr dagegen. In Unterzahl musste FRISCH AUF! das 9:7 hinnehmen und weil eine eigene Überzahl anschließend ungenutzt blieb, hieß es plötzlich nur noch 9:8. Immerhin war Marcel Schiller vom Siebenmeterstrich zuverlässig und markierte das 10:8. Erik Persson ließ das 11:9 folgen. Die badischen Gäste kamen aber immer besser ins Spiel und glichen zum 11:11 aus. Insbesondere Paraden von Julian Buchele verhinderten jetzt Schlimmeres und Marcel Schiller sowie Oskar Sunnefeldt trafen zum 13:11. Beim 13:13 waren die Löwen wieder ebenauf, Die Treffer fielen jetzt auf beiden Seiten sehr schnell und der letzte Treffer der ersten Halbzeit gelang Ludvig Jurmala eine Sekunde vor der Sirene zum 15:14.
Die zweite Halbzeit begann mit Ballbesitz Göppingen, zwei schnellen Treffern von Franko Lastro und Elias Newel und einer Parade von Julian Buchele. Prompt stand es 17:14. Nach dem Treffer von Erik Persson zum 19:15 opferte Gästetrainer Maik Machulla bereits seine zweite Auszeit. Die Grün-Weißen blieben aber dominant. Elias Newel führte vorbildlich Regie und war bei seinen Durchbrüchen oft nur auf Kosten von Strafwürfen zu verteidigen. In Überzahl gelang Rutger ten Velde das 22:17. Die Rhein-Neckar Löwen gingen jetzt auf eine sehr offene 5:1-Abwehr über. FRISCH AUF! bekam das aber gut in den Griff und blieb nach Treffern von Rutger ten Velde per Tempogegenstoß nach eigenem Steal und Marcel Schiller vom Strich mit 24:19 vorne. Maik Machulla stellte mit seiner dritten Auszeit auf die Offensivtaktik 7:6 um. Jetzt fanden die Löwen immer öfter Jannik Kohlbacher oder freie Außen und verkürzten auf 24:21. Nationaltorwart David Späth nahm den FRISCH AUF!-Werfern jetzt manchen Ball weg, aber auch Julian Buchele im Göppinger Tor hatte wichtige Paraden. Die höchste FRISCH AUF!-Führung notierte man nach 51 Spielminuten, nachdem Ymir Gislason nach einem Steal von Victor Klöve im Tempogegenstoß gegen seinen früheren Klub zum 27:21 traf. Jetzt hatte FRISCH AUF! bereits eine Hand am Sieg. Die Rhein-Neckar Löwen gaben sich aber längst noch nicht geschlagen. Über 27:23 und 29:26 holten sie rasch auf. Wie schon in Durchgang eins ließen bei den Grün-Weißen die Kräfte etwas nach, aber die Köpfe blieben oben. Bis zum 30:28 gut zwei Minuten vor Schluss holten die RNL auf, aber Elias Newel zog unnachahmlich in den Kreis und Marcel Schiller behielt coole Nerven beim Siebenmeter zum 31:28. Als Erik Persson dann zum 32:29 einnetzte, brachen bei den FRISCH AUF!-Fans alle Dämme der Freude. Am Ende hieß es 32:30 und FRISCH AUF! gewann verdient, denn die Gäste waren nicht einmal in Führung.
Gästetrainer Maik Machulla: „Glückwunsch an Göppingen für den Heimsieg. Wir sind natürlich extrem enttäuscht. Wir starten zweimal in die Halbzeiten sehr schlecht. Göppingen zieht dann weg und wir müssen hohen Aufwand betreiben, um ins Spiel zurück zukommen. In der ersten Halbzeit hatten wir Erik Persson nicht im Griff und bekommen Göppingen einfach nicht weg verteidigt. Unser 7-gegen-6 und die 5+1-Deckung in der zweiten Halbzeit funktionieren dann sehr gut. Kämpferisch kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Aber am Ende hat es einfach nicht gereicht.“
FRISCH AUF!-Trainer Ben Matschke: „Es war heute ein sehr emotionales und hitziges Derby mit intensiven Zweikämpfen. Wir haben die beide Hälften stark begonnen. Die Löwen kommen aber immer wieder durch leicht Tore ran. Was uns natürlich hilft, sind die Siebenmeter und die häufigen Überzahlsituationen. Das 7-gegen-6 der Löwen verteidigen wir dann aber nicht gut. Ich war aber Fan der Mannschaft, wie sie es am Ende dann doch gelöst haben. Zusammen mit der Stimmung in der Halle war das sehr besonders. Es war für uns der erste Heimsieg gegen eine Mannschaft vor uns in der Tabelle. Das macht mich natürlich extrem Stolz.“
FRISCH AUF!: Saeveras (1.-17., 56.-60.), Buchele (17.-56.); Neudeck, ten Velde 4, Klöve 3, Goßner, Persson 5, Pregler, Schiller 10/8, Jurmala 1, Sunnefeldt 2, Lastro 2, Gislason 1, Newel 3, Hanne, Schmidt 1.
RNL: Jensen (1.-39.), Späth (39.-60.); Rohde, Timmermeister 1, Nothdurft 3, Plucnar, Sandell 2, Heymann, Steenaerts 2, More, Groetzki 3, Thrastason 11/4, Ciudad-Benitez, Baijens, Aspenbäck 4, Kohlbacher 4.
Spielfilm: 3:3 (5.), 8:4 (11.), 9:8 (17.) 11:11 (25.), 13:11 (27.), 13:13 (30.) 15:14 (Hz.) – 17:14 (32.), 22:17 (39.), 24:21 (45.), 27:21 (51.), 28:24 (54.), 30:26 (58.), 32:29 (60.), 32:30 (Ende).
Strafen: 1/5.
Zuschauer: 5200.
Schiedsrichter: Kuttler / Merz.
PM FRISCH AUF! Göppingen