VBE: Koalitionsvertrag setzt richtige Ziele – Umsetzung bleibt entscheidend

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, als Interessenvertreter für über 18.000 Mitglieder im Bildungsbereich, gibt folgende Pressemeldung ab. 

Der VBE bewertet den neuen Koalitionsvertrag von Grünen und CDU als politisch richtungsweisend und sieht darin viele Forderungen des Verbandes berücksichtigt. Zugleich mahnt der VBE eine konsequente und verlässliche Umsetzung an.

„Viele der formulierten Ziele gehen in die richtige Richtung: mehr Bildungsgerechtigkeit, stärkere Förderung von Basiskompetenzen, Entlastung von Lehrkräften und Schulleitungen sowie Investitionen in frühkindliche Bildung sind ausdrücklich zu begrüßen“, erklärt der VBE-Landesvorsitzende Gerhard Brand.

Besonders positiv bewertet Brand den Verzicht auf Schulstrukturdebatten, den geplanten Ausbau multiprofessioneller Teams zur Unterstützung von Lehrkräften sowie die Umsetzung der letzten Stufe des Konzepts zur Stärkung der Schulleitungen. Auch die stufenweise Einführung von Ethikunterricht in der Grundschule und die Stärkung des Praxisbezugs im Lehramtsstudium seien wichtige Schritte zur Verbesserung der Bildungsqualität.

Personal- und Besoldungsfragen bleiben ungelöst

Beim Thema Lehrkräftegewinnung bleiben die Vereinbarungen aus Sicht des VBE jedoch hinter den Erwartungen zurück. Notwendig seien mehr Personal, insbesondere im Bereich der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ), sowie eine nachhaltige Reduzierung der Arbeitsbelastung an den Grundschulen und den Schulen der Sekundarstufe I.

Der VBE weist außerdem darauf hin, dass inzwischen nahezu alle Bundesländer Schritte hin zu A 13 für alle Lehrkräfte eingeleitet haben. Mit Rheinland-Pfalz habe nun ein weiteres Land die Einführung von A 13 für Grundschullehrkräfte im Koalitionsvertrag verankert. „Damit stehen bundesweit nur noch zwei Länder abseits, wenn es um eine gerechte Besoldung aller Lehrkräfte geht – insbesondere für Grundschullehrkräfte sowie Bestandslehrkräfte an Haupt- und Werkrealschulen“, so Brand.

Skepsis bei wachsender Datensteuerung

Skeptisch betrachtet der VBE den weiteren Ausbau datengestützter Steuerung. „Eine sinnvolle Diagnose von Lernständen ist wichtig. Eine zunehmende Vermessung von Bildung und Schule darf jedoch nicht zu mehr Bürokratie und zusätzlichem Druck im Schulalltag führen“, betont der VBE-Vorsitzende.

Frühkindliche Bildung stärken – aber realistisch

Die Einführung eines verpflichtenden und kostenfreien letzten Kindergartenjahres bewertet der VBE grundsätzlich positiv. Gleichzeitig warnt der VBE-Vorsitzende vor einer Umsetzung ohne ausreichendes Fachpersonal: „Schon heute ist der Fachkräftemangel im frühkindlichen Bereich gravierend. Neue Verpflichtungen dürfen nicht zu Lasten der Qualität gehen.“

Entscheidend ist die Praxis

Der VBE begrüßt ausdrücklich die grundsätzliche Ausrichtung des Koalitionsvertrags auf Qualitätsentwicklung und die erkennbare Orientierung an den Herausforderungen des Schulalltags. Entscheidend werde jedoch sein, ob die angekündigten Maßnahmen tatsächlich bei Schulen, Lehrkräften und Kindern ankommen.

„Der Koalitionsvertrag enthält viele richtige Überschriften. Jetzt kommt es darauf an, diese mit ausreichend Ressourcen zu hinterlegen und die Schulen spürbar zu entlasten. Nur so können die gesteckten Ziele erreicht werden“, so der VBE-Vorsitzende abschließend.

 

PM Verband Bildung und Erziehung (VBE) Landesverband Baden-Württemberg

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