Leistungsempfänger sollen Ortsbild pflegen – Mittelständler: Bezieher von Grundsicherung in Arbeitsmarkt integrieren – Jobcenter gefordert

Die Diskussion über die Grundsicherung und die Integration arbeitsloser Menschen in den Arbeitsmarkt wird seit Jahren kontrovers geführt, auch im Arbeitskreises Kommunales der Mittelstandsunion (MIT) in Göppingen.  Die Unternehmer wollen jetzt auf Kreisebene aber Nägel mit Köpfen machen. Geht es nach ihnen soll sich der Kreistag mit der Thematik beschäftigen und über das Jobcenter mit der Vermittlung von Leistungsempfängern in den Arbeitsmarkt beginnen.

Ein Vorschlag, der immer wieder zur Sprache kommt, ist die stärkere Einbindung gesunder und arbeitsfähiger Leistungsempfänger in gemeinnützige Tätigkeiten. Ziel wäre es nach Meinung des MIT-Arbeitskreises Kommunales, deren Bezug zur Arbeitswelt zu erhalten, die Kommunen zu entlasten und gleichzeitig einen gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen.

Mögliche Einsatzbereiche gäbe es viele. So könnten nach Ansicht der Mittelständler arbeitsfähige Leistungsempfänger beispielsweise bei der Pflege des Ortsbildes mithelfen – etwa beim Aufräumen von Straßen, Wegen und Plätzen, bei der Reinigung von Bereichen rund um Wertstoffcontainer, beim Leeren öffentlicher Mülleimer oder von Hundekotstationen. Auch die Unterstützung älterer Menschen bei einfachen Gartenarbeiten wie Rasenmähen oder Heckenschneiden sowie Hilfe bei kleineren Umzügen wäre denkbar.

Ebenso könnten Kommunen von zusätzlicher Unterstützung in Schulen, Kindergärten, Ganztagsbetreuungen, Senioren- und Jugendtreffs profitieren. Dabei gehe es nicht darum, Fachkräfte zu ersetzen, sondern vorhandenes Personal bei einfachen organisatorischen oder unterstützenden Aufgaben zu entlasten, heißt es in einer Pressemitteilung des MIT-Arbeitskreises, der vom früheren Geislinger Oberbürgermeister Wolfgang Amann und der Göppinger Unternehmerin Susanne Gminder geführt wird.

Die Mittelständler sehen in einem solchen Modell mehrere Vorteile. Wer einer regelmäßigen Tätigkeit nachgeht, behält Tagesstruktur, soziale Kontakte und den Bezug zur Arbeitswelt. Dies kann den späteren Einstieg in eine reguläre Beschäftigung erleichtern. Gleichzeitig könnten Fähigkeiten erworben oder ausgebaut werden, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind.

Ein weiterer positiver Effekt könnte die Verringerung von Schwarzarbeit sein. Wer bereits einer geregelten gemeinnützigen Tätigkeit nachgeht, hat weniger Anreiz, unerlaubte Nebentätigkeiten auszuüben. Zudem würde die geleistete Arbeit unmittelbar der Allgemeinheit zugutekommen.

Auch für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund könnte ein solches Modell Chancen bieten. Gemeinsame Tätigkeiten fördern Sprachkenntnisse, den Kontakt zur Bevölkerung und das Verständnis für gesellschaftliche Regeln und Arbeitsabläufe. Damit könnte praktische Arbeit eine sinnvolle Ergänzung zu Sprach- und Integrationskursen sein.

Gleichzeitig sind bei einem solchen Konzept wichtige Voraussetzungen zu beachten. Die Tätigkeiten sollten zusätzliche Arbeiten sein und keine regulären Arbeitsplätze verdrängen. Gesundheitliche Einschränkungen, familiäre Verpflichtungen oder andere persönliche Umstände müssen berücksichtigt werden. Ebenso sollte die Teilnahme mit Qualifizierungs- und Weiterbildungsangeboten verbunden werden, um die Chancen auf eine dauerhafte Beschäftigung zu verbessern.

Die Frage, wie arbeitsfähige Empfänger von Grundsicherung stärker in das gesellschaftliche Leben eingebunden werden können, soll nach Willen des MIT-Arbeitskreises der Göppinger Kreistag entscheiden. Der könne dies über das Jobcenter bestens organisieren. Die MIT-Arbeitskreisvorsitzenden Amann und Gminder: „Arbeit bedeutet für viele Menschen mehr als nur Einkommen. Sie schafft Struktur, soziale Teilhabe und das Gefühl, einen Beitrag für die Gemeinschaft zu leisten. Ein ausgewogenes Modell gemeinnütziger Beschäftigung könnte daher sowohl den Betroffenen als auch den Kommunen und der Gesellschaft insgesamt Vorteile bringen.“

PM Arbeitskreises Kommunales der Mittelstandsunion (MIT) in der CDU Göppingen

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://filstalexpress.de/lokalnachrichten/210944/leistungsempfaenger-sollen-ortsbild-pflegen-mittelstaendler-bezieher-von-grundsicherung-in-arbeitsmarkt-integrieren-jobcenter-gefordert/

Schreibe einen Kommentar