Abfallwirtschaftsbetrieb entwickelt Wertstoffhofkonzept 2035 Stärkung des Umwelt- und Ressourcenschutzes.

Die Wertstoffzentren des Landkreises und die Wertstoffhöfe in den Städten und Gemeinden im Landkreis Göppingen sind seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil einer bürgernahen und serviceorientierten Abfallwirtschaft. Sie werden von der Bevölkerung intensiv genutzt und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.

Um auch künftig ein leistungsfähiges, bedarfsgerechtes und bürgerfreundliches Angebot sicherzustellen, hat sich der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Göppingen Gedanken zur Fortentwicklung des Wertstoffhofkonzepts gemacht.

Ziel ist es, die Wertstofferfassung langfristig zukunftsfähig aufzustellen und dabei sowohl veränderte gesetzliche Anforderungen als auch die Bedürfnisse der Bürger und Kommunen zu berücksichtigen.

Hintergrund der Überlegungen ist unter anderem, dass sich die Anforderungen an moderne Wertstoffsammelstellen stetig weiterentwickeln. In einigen Fällen stoßen bestehende Standorte aufgrund begrenzter Flächen an ihre Kapazitätsgrenzen. An anderen Standorten ergeben sich durch städtebauliche Entwicklungen oder veränderte Rahmenbedingungen neue Anforderungen. Gleichzeitig werden die gesetzlichen Vorgaben zur getrennten Erfassung von Wertstoffen und zur Kreislaufwirtschaft kontinuierlich erweitert.

Hierzu der Betriebsleiter des Abfallwirtschaftsbetriebs Julian Kuhn: „Die Wertstofferfassung funktioniert bereits heute sehr gut. Gleichzeitig haben sich die Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren deutlich verändert und werden sich auch künftig fortentwickeln. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die bestehenden Strukturen zu überprüfen und, wo notwendig, weiterzuentwickeln.“

Das Wertstoffhofkonzept sieht daher insbesondere einen Ausbau der Wertstoffzenten mit deutlicher Erweiterung der Annahmepalette vor. Auch soll in der Raumschaft des oberen Filstals ein neues Wertstoffzentrum entstehen. Daneben sollen Wertstoffhöfe in den Städten und Gemeinden ergänzend ortsnahe Entsorgungsmöglichkeiten mit mehr Komfort für die Bevölkerung bieten.

Konkrete Standorte der Wertstoffzentren und Wertstoffhöfe stehen noch nicht abschließend fest. Die vergleichbar der Grüngutkonzeption des Landkreises dem Raumschaftsansatz folgende Wertstoffhofkonzeption 2035 bedarf noch weiterer Konkretisierung und Abstimmung.

Das Wertstoffhofkonzept 2035 wurde bereits mit dem Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreistags besprochen. Die Kreispolitik hat die grundsätzlichen Überlegungen zur Weiterentwicklung der Wertstoffhofstruktur begrüßt. Betont wurde besonders, dass auch weiterhin die Bürgerfreundlichkeit der Wertstofferfassung im Landkreis im Fokus stehen müsse.

Das Konzept wurde in einem weiteren Schritt auch den Städten und Gemeinden im Landkreis auf einer Bürgermeistertagung vorgestellt. Die ersten Rückmeldungen aus den Kommunen lieferten ebenfalls wertvolle Hinweise für die weitere Ausschärfung des Konzepts. Schwerpunktmäßig wurde betont, dass es auch künftig auf ortsnahe Entsorgungsmöglichkeiten ankomme. Als positives Beispiel für gelungene interkommunale Kooperation wurde der Wertstoffhof in Heiningen genannt.

Die Weiterentwicklung der Wertstoffhofstruktur wird als langfristiger Prozess verstanden. Ziel ist nicht eine kurzfristige Veränderung bestehender Angebote, sondern die schrittweise Entwicklung einer leistungsfähigen und nachhaltigen Infrastruktur für die kommenden Jahrzehnte. Das Konzept wurde daher bewusst mit dem Zeithorizont 2035 versehen.

Eine schrittweise Herangehensweise ist auch deswegen notwendig, weil die Wertstoffentsorgung mit den Abfallgebühren abgegolten ist. Die unter dem Landesdurchschnitt liegenden Abfallgebühren im Landkreis Göppingen sollen durch die Umsetzung der Wertstoffhofkonzeption bestenfalls noch entlastet werden, da das Konzept auch finanzielle Einsparungen durch Synergieeffekte betrachtet.

Nächster Schritt:

Bei der Fortentwicklung abfallwirtschaftlicher Strukturen im Landkreis ist dem Abfallwirtschaftsbetrieb die Meinung der Bevölkerung wichtig. Demnächst wird der Abfallwirtschaftsbetrieb eine Bürgerbefragung veröffentlichen, um Hinweise, Wünsche und Anregungen aus der Bevölkerung aufzunehmen. Die Ergebnisse fließen ebenfalls in die weiteren Überlegungen ein.

Über den Start der Befragung wird gesondert öffentlich informiert.

Wenn dann schließlich in die Konzeption die Anregungen der Kreispolitik, der Kommunen und der Bürger eingearbeitet wurden, soll der Ausschuss für Umwelt und Verkehr mit einer Grundsatzentscheidung das Konzept zur Umsetzung freigeben.

PM Landratsamt Göppingen

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