Der Gemeinderat der Stadt Göppingen hat in seiner jüngsten Sitzung am Donnerstagabend den Baubeschluss für den Interims-ZOB am Fischbergele gefasst. Die Bauarbeiten werden im Herbst beginnen.
Für die Bauzeit des neuen ZOB mit Abriss und Neubau zieht der Busbetrieb auf das Areal am Fischbergele nördlich der Pharma-Müller-Gebäude. „Der Standort ist sehr gut geeignet als Interimslösung“, sagte Baubürgermeisterin Eva Noller.
Für die Nutzung als Busbahnhof muss das Areal zunächst angepasst und für seine neue Aufgabe fit gemacht werden. Vorgesehen sind Buswartehäuser aus Altbestand, ausreichende Beleuchtung, eine WC-Anlage, Fahrradabstellmöglichkeiten sowie Standflächen für einen Bäckerwagen und für den Taxiverkehr. Die bestehenden Fahrgastinfosysteme des ZOB werden für die Zeit versetzt. Ergänzt wird der Interims-ZOB mit weiteren Haltestellen im Bahnhofsumfeld. Für die Anwohner, die bislang am Fischbergele parken konnten, werden Ersatzparkplätze vor dem alten Zollamt zur Verfügung gestellt. Die Arbeiten für den Interims-ZOB werden im Herbst 2026 beginnen und bis Frühjahr 2027 abgeschlossen sein.
Gestiegene Kosten wegen belastetem Boden
Bei Voruntersuchungen des Areals am Fischbergele wurden Altlasten entdeckt, die aus der früheren Nutzung des Gebiets stammen. Das teilweise belastete Material muss während der Bauphase in Absprache mit dem Landratsamt entsorgt werden. Dafür fallen höhere Kosten für die Entsorgung und die Auffüllung an.
Als Nachnutzung für das Interimsgelände gibt es verschiedene Optionen: Zum einen hat der 2022 erfolgte städtebauliche Wettbewerb Baugrundstücke für ein Dienstleistungshochhaus und für innerstädtisches Wohnen vorgesehen. Zum anderen könnte die Fläche auch der Deutschen Bahn temporär für den Schienenersatzverkehr während der Bahnhofssanierung zur Verfügung gestellt werden. Mit beiden Option können auch Einnahmen generiert werden.
Über die künftige Nutzung wird die Stadt zu gegebener Zeit entscheiden. Dabei fließen sowohl betriebliche Erfordernisse als auch städtebauliche Ziele und wirtschaftliche Rahmenbedingungen in die Entscheidung ein.
Kostenentwicklung
Die Gesamtkosten des Interims-ZOB wurden zunächst auf rund 1,1 Millionen Euro geschätzt. Wegen des belasteten Untergrunds rechnet die Stadt Göppingen mit Kosten von rund 1,5 Millionen Euro für die Interimslösung. Der Neubau des ZOB wird derzeit auf rund 15,3 Millionen Euro geschätzt. Die Stadt rechnet dabei mit bis zu 50 Prozent Fördermittel vom Land.
Hintergrund
Der bestehende Zentrale Omnibusbahnhof der Stadt Göppingen ist nicht barrierefrei und weist inzwischen erhebliche bauliche Mängel auf. Die Geometrie des ZOBs mit zu kurzen und schmalen Busbahnsteigen und komplizierten Busfahrbeziehungen führen heute zu Gefährdungen und machen gleichzeitig einen einfachen Umbau dessen unmöglich.
Aus diesen Gründen muss der ZOB abgebrochen und neu erstellt werden. Ein Umbau des bestehenden ZOB wurde bereits geprüft und vom Gemeinderat im vergangenen Jahr abgelehnt. Im Rahmen der Haushaltsanträge wurde erneut die Untersuchung eines Umbaus des bestehenden ZOB gefordert. Die erneute Prüfung bestätigte jedoch die bereits vorgetragenen Argumente und führte zu keinem abweichenden Ergebnis.
PM Stadtverwaltung Göppingen