„Am Mittwoch bin ich von der Klinikleitung unmittelbar über den Insolvenz-Antrag der Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH informiert worden. Ich bin tief betroffen von dieser Information, ja es ist ein Schock für den Landkreis und für ganz Baden-Württemberg“, sagte Landrat Möller.
Die Einrichtungen der Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH im Landkreis, die Vinzenz Klinik und die Vinzenz Therme in Bad Ditzenbach sowie die Luise von Marillac Klinik in Bad Überkingen seien als Gesundheitsanbieter ein sehr wichtiger Partner und ein integraler Bestandteil des Landkreises Göppingen. Möller bot im Rahmen der Möglichkeiten des Landkreises seine Hilfe an.
„Die gegenwärtige Gesundheitspolitik des Bundes entzieht den Krankenhäusern in Baden-Württemberg die Grundlage. Dass renommierte Kliniken wie das Marienhospital in die Insolvenz gehen, muss das letzte Warnsignal an Bund und Land sein“, unterstrich Möller.
Nach Berechnungen der Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft (BWKG) würde durch die anstehende Verabschiedung des Beitragssatzstabilisierungsgesetzes, welches massive Kürzungen bei den Krankenhäusern mit sich bringt, das bisherige Defizit der baden-württembergischen Kliniken im Jahr 2027 auf bis zu 1,7 Mrd. Euro fast verdoppelt werden.
Weiter warnt die BWKG davor, dass die Versorgungssicherheit in vielen Regionen ernsthaft bedroht würde, wenn die Bundesregierung jetzt nicht sofort gegensteuere.
Die Krankenhauslandschaft kämpft seit Jahren um eine auskömmliche Finanzierung durch Bund und Land.
In der vergangenen Woche hat der Landkreis Göppingen im Rahmen des BWKG-Aktionstags ebenfalls vor zusätzlichen finanziellen Belastungen gewarnt. Durch die jetzige Insolvenz der Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH ist auch die Trägervielfalt in der Krankenhauslandschaft in Gefahr.
Der Landkreis fordert daher eine grundlegende Überarbeitung des Gesetzentwurfs, um die Krankenhausversorgung in der Region zu sichern.
PM Landratsamt Göppingen