Stadt erhält Baumspende

Streuobstwiesen stellen einen prägenden Teil der Kulturlandschaft in Süddeutschland dar und sind eine historisch entstandene Form des extensiven Obstbaus. Um die Anbaufläche optimal zu nutzen, wurden die Obstbäume in der Landschaft „verstreut“ angepflanzt. Der Stadt Göppingen wurden vor kurzem 25 Obsthochbäume gespendet.

Wer die viel befahrene Jebenhäuser Steige Richtung Göppinger Innenstadt läuft oder fährt, der sollte seinen Blick künftig nach links schweifen lassen. Denn dort wurden vor kurzem auf einer städtischen Wiese 25 Obsthochbäume gepflanzt. Auf die Idee kam Ralf Maschek, Geschäftsführer der Heininger Firma Banktechnik GmbH. Zum 25-jährigen Firmenjubiläum wollte er einen nachhaltigen Beitrag leisten, spendete der Stadt Göppingen daher Obsthochbäume von Äpfeln und Birnen und übernahm die gesamten Kosten der Aktion von etwa 3500 Euro.

Göppingens Baubürgermeisterin Eva Noller, Landschaftsplaner Gunnar Herbert vom Referat Umweltschutz und Grünordnung sowie seine Nachfolgerin, Landschaftsplanerin Johanna Löffelhardt waren zusammen mit Ralf Maschek und einigen Mitarbeitenden seiner Firma bei der fachgerechten Pflanzung der Obstbäume vor Ort und pflanzten selbst einen der Bäume zusammen symbolisch ein. Für Baubürgermeisterin Eva Noller eine tolle und nachhaltige Idee, die sie ausdrücklich lobte: „Es ist eine große Freude für uns, dass Herr Maschek auf diese Idee kam und der Stadt 25 Obstbäume spenden wollte. Streuobstwiesen sind ein wichtiges Kulturgut, wichtig für Biodiversität, für Tiere wie Vögel und Insekten.“ Gunnar Herbert erläuterte, dass man sich für alte Birnen- und Apfelsorten entschieden habe, die teilweise bereits 100 Jahre alt seien und für die es weiterhin Liebhaber gebe. „Sie sind bewährt und robust gegen Krankheiten, Schädlinge und Frost. Und man kann sie gut lagern. So werden hier auf der Wiese nun in den nächsten Jahren unter anderem die beiden Apfelsorten Schweizer Glockenapfel und Linsenhofer Renette wachsen.“

Streuobstwiesen sind in den letzten 50 Jahren stark zurückgegangen. Ursachen dafür sind die Ausdehnung von Siedlungs- und Verkehrsflächen, der Strukturwandel in der Landwirtschaft sowie die Nutzungsaufgabe infolge des geringen Erlöses für das Obst. Streuobstbäume können nur durch eine regelmäßige Pflege erhalten bleiben. Um dem Rückgang der Streuobstbestände entgegenzuwirken, fördert und unterstützt die Stadt Göppingen deren Erhalt, beispielsweise mit dem sogenannten Baumgeld (eine freiwillige kommunale Fördermaßnahme) oder der jährlichen Ausgabe von vergünstigten Obstbaumhochstämmen, um den vielerorts lückenhaften und überalterten Streuobstbestand im Stadtgebiet zu ergänzen und zu verjüngen.

Aufgrund der hohen Wertigkeit der Streuobstwiesen wurden diese in Baden-Württemberg im Juli 2020 mit dem Biodiversitätsstärkungsgesetz unter Schutz gestellt. So gilt für Streuobstbestände ab einer Größe von 1500 Quadratmetern ein Erhaltungsgebot, eine Rodung darf nur in Ausnahmefällen genehmigt werden und ist zudem auszugleichen. Seit diesem Jahr sind Streuobstbestände zusätzlich im Bundesnaturschutzgesetz als besonders geschütztes Biotop eingestuft und unter Schutz gestellt.

BU 1: Gunnar Herbert vom Referat Umweltschutz und Grünordnung hatte einige der alten Obstsorten mitgebracht.

Foto: Stadt Göppingen/ Rothfuß

PM Stadtverwaltung Göppingen

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