Schulterschluss beim Thema Pflege: In einem Runden Tisch Pflege haben die Träger der Pflegeeinrichtungen sowie der Landkreis den Notstand in der Pflege beleuchtet und einen Pflegegipfel vereinbart

Die Situation in den Pflegeeinrichtungen ist alarmierend. Mit einem Runden Tisch Pflege haben sich nun die Träger der Pflegeeinrichtungen und der Landkreis über die Problemstellungen ausgetauscht und Maßnahmen vereinbart.

Nach zwei langen Pandemiejahren sind die Beschäftigten in der Pflege erschöpft. Doch es ist nicht allein der Personalnotstand, der die Träger der Pflegeeinrichtungen mit großer Sorge in die Zukunft blicken lässt. „Wir steuern sehenden Augen auf einen Kollaps in der Pflege zu“, so die Botschaft der Trägereinrichtungen an Landrat Edgar Wolff beim Runden Tisch Pflege, der auf Wunsch der Träger im Landratsamt stattgefunden hat. Die Vorstände und Geschäftsführungen der Wilhelmshilfe e. V., der Samariterstiftung, der Vinzenz von Paul gGmbH, der Dienste für Menschen gGmbH, der Heimstiftung GmbH und der Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung beschrieben eindrucksvoll die vielschichtigen Probleme, mit denen die Pflegeeinrichtungen zu kämpfen haben.

Die gesetzlich vorgeschriebene Fachkraftquote sei in Zeiten des eklatanten Fachkräftemangels dem Grunde nach nicht mehr erfüllbar. Einrichtungsbezogene Impfpflicht, Testpflicht und Maskenpflicht für Bewohner hätten die Situation noch verschärft. Die Träger der Pflegeeinrichtungen appellierten an die Landkreisverwaltung, die geltenden Vorschriften mit Augenmaß umzusetzen. Zudem kritisierten sie die bürokratischen Hürden beim Verfahren zur Anerkennung von ausländischen Fachkräften. Dieses Fachkräftepotenzial werde leichtfertig nicht oder nur unzureichend genutzt.

Landrat Edgar Wolff sicherte den Einrichtungsträgern seine Unterstützung zu. „Die Pflege hat für uns einen sehr hohen Stellenwert. Alles, was wir als Landkreisverwaltung an Spielräumen bei der Umsetzung der Vorschriften haben, nutzen wir im Interesse der Einrichtungen und deren Bewohnern aus“. Da seitens der Pflegeeinrichtungen auch strukturelle Veränderungen als notwendig betrachtet werden, soll nun zu einem Pflegegipfel mit den Abgeordneten des Landkreises Göppingen im Landtag und im Bundestag und weiteren Beteiligten eingeladen werden.

Die Träger der Pflegeeinrichtungen haben den Austausch als sehr vertrauensvoll und konstruktiv empfunden. Die Initiative zu einem Pflegegipfel begrüßen sie ausdrücklich. Dies sei ein absolut notwendiger und richtiger Schritt. Nur, wenn alle Entscheidungsträger und beteiligte Institutionen mit am Tisch sitzen würden, bestehe die Aussicht, dass sich auch substanziell etwas bewegt.

Gemeinsames Ziel ist es nun, den Pflegegipfel noch in diesem Jahr auf den Weg zu bringen.

PM Landratsamt Göppingen

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