Deutschlandweites Forschungsprojekt auf der Suche nach resistenten Eschen im Degginger Wald – Beerntung noch vitaler Eschen für Forschung zum Eschentriebsterben

Im Degginger Wald, genauer dem Hutewald Nordalb, ernteten Baumkletterer kürzlich Zweige aus den Baumkronen dreier vitaler Eschen. Die Zweige werden anschließend genetisch erforscht und für den Wissensausbau zum Erhalt der Esche genutzt. Wegen des für Eschen tödlichen Eschentriebsterbens wurde das deutschlandweite Forschungsprojekt FraxForFuture gegründet, welches sich in seinem Teilprojekt FraxGen auf die genetische Erforschung der Eschenresistenz konzentriert.

Das Eschentriebsterben ist eine Pilzinfektion, welche die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) in ihrer Existenz gefährdet. Das falsche weiße Eschenstengelbecherchen (Hymenoscyphus fraxineus) ist ein aus Asien eingeschleppter Pilz, dem unsere einheimische Esche kaum etwas entgegenzusetzen hat. Der mittlerweile im gesamten Wuchsgebiet der gemeinen Esche verbreitete Pilz führt von absterbenden Ästen, Kronenteilen und Wurzeln innerhalb weniger Jahre zum vollständigen Absterben des Baums.

Bisher wird davon ausgegangen, dass maximal 1 % aller Eschen in Deutschland resistent sind oder sich nach der Pilzinfektion regenerieren können. Vor Ausbruch der Pilzkrankheit betrug der Anteil der Esche an der Baumartenzusammensetzung im Landkreis 11%. Dieser Anteil nimmt stetig ab.

Bei FraxGen wird sowohl die genetische Variabilität der Eschen als auch der pilzliche Krankheitserreger untersucht. Ein Schwerpunkt dieses Verbundes liegt in der Auswahl von Plusbäumen. Diese gelten als zukunftsfähig, weil sie aktuell keine oder kaum Krankheitssymptome zeigen und Samenbäume resistenter Folgegenerationen sein können. Drei dieser möglichen Plusbäume stehen im Hutewald Nordalb und wurden kürzlich beprobt. Ergibt die genetische Untersuchung eine Resistenz, werden aus den Degginger Eschen Stecklinge zur Arterhaltung gewonnen und weiter erforscht. Sie dienen, zusammen mit weiteren Plusbäumen, als Hoffnungsträger für den Erhalt der Gemeinen Esche in Mitteleuropa.

Neben FraxGen entwickelt FraxForFuture eine nationale Strategie für Forstpraxis, Politik und Forschung, damit sie sich gemeinsam und effektiv für die Esche einsetzen können. FraxForFuture ist als Probelauf für den Umgang mit weiteren forstpathologischen Krankheitsbilden gedacht und soll die Reaktion auf zukünftige Schädlinge verbessern.

Weitere Informationen zum Projekt FraxGen finden Sie unter www.fraxforfuture.de

PM Landratsamt Göppingen Forstamt

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