Internationaler Weltalzheimer-Tag

Der Anteil der Senior/-innen an der Gesamtbevölkerung nimmt auf Grund des demografischen Wandels ständig zu und damit auch das Risiko, an Demenz zu erkranken. In Göppingen kümmert sich das Netzwerk Demenz um eine nachhaltige Verbesserung und Versorgung von Erkrankten.

Weltweit sind derzeit mehr als 50 Millionen Menschen von Demenzerkrankungen betroffen, bis 2050 wird diese Zahl voraussichtlich auf 152 Millionen steigen. Von den 60-Jährigen ist nur jeder Hundertste betroffen, von den 80-Jährigen dagegen fast jeder Sechste, und von den über 90-Jährigen sogar nahezu jeder Zweite. In Deutschland leiden gegenwärtig 1,7 Millionen Menschen an einer Demenz, davon etwa 200.000 in Baden-Württemberg. Weil die Lebenserwartung auch weiter steigen wird und geburtenstarke Jahrgänge das höhere Alter erreichen, wird die Zahl der Betroffenen in Deutschland bis zum Jahr 2050 auf etwa drei Millionen steigen.

Eine Demenz entsteht, wenn ausgedehnte Abschnitte der Hirnrinde, die für kognitive Funktionen, Verhalten oder Persönlichkeit zuständig sind, durch Krankheiten geschädigt werden. Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Ursache einer Demenz. Sie ist durch einen langsam fortschreitenden Verlust von Nervenzellen gekennzeichnet.

Seit 1994 finden deshalb jährlich am 21. September in aller Welt vielfältige Aktivitäten rund um diesen Tag statt, um die Öffentlichkeit auf die Situation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen aufmerksam zu machen. Das Hauptmerkmal der Demenz ist eine Verschlechterung von mehreren geistigen (kognitiven) Fähigkeiten im Vergleich zum früheren Zustand. Die Demenz ist keine reine Gedächtnisstörung. Zu den betroffenen Fähigkeiten zählen neben dem Gedächtnis Aufmerksamkeit, Sprache, Auffassungsgabe, Denkvermögen und Orientierungssinn (kognitive Leistungen). Die Fähigkeiten sind soweit eingeschränkt, dass gewohnte Alltagstätigkeiten nicht mehr wie zuvor ausgeübt werden können. Gefühlszustände wie Depression, Angst oder Unruhe können die kognitiven Fähigkeiten zusätzlich herabsetzen. Die Symptome einer Demenz können ein sehr unterschiedliches Muster aufweisen. Ihr Ausprägungsgrad reicht von geringen Veränderungen bis zum völligen Verlust der Selbstständigkeit.

An der Entstehung der neurodegenerativen Krankheiten und der Gefäßkrankheiten des Gehirns sind mehrere Faktoren beteiligt. Der wichtigste ist das Alter, aber auch risikoerhöhende genetische Faktoren und die körperliche Gesundheit, Lebensgewohnheiten und Umwelteinflüsse spielen eine Rolle. Nur in einer kleinen Zahl der Fälle sind genetische Faktoren die alleinige Ursache. Möglichkeiten zur Vorbeugung gegen Demenz sind die Behandlung der Risikofaktoren für Gefäßkrankheiten wie die Behandlung von Depressionen, die Korrektur von Vitamin- und Hormonmangelzuständen, das Vermeiden von Schädelhirnverletzungen, ein geistig, körperlich und sozial aktiver Lebensstil sowie gesunde Ernährung.

Göppinger Netzwerk Demenz

Rund zwei Dutzend Vertreter/-innen verschiedener Institutionen gründeten Ende 2011 das Göppinger Netzwerk Demenz. Ziel ist die nachhaltige Verbesserung der Versorgung von an Demenz erkrankten Personen und deren pflegender Angehörigen, die stärkere Vermittlung des Themas Demenz in der Öffentlichkeit und die bessere Bekanntmachung der in der Stadt bestehenden ambulanten, stationären und ehrenamtlichen Unterstützungsangebote. Eine Demenzerkrankung stellt die Betroffenen und ihre Familien vor besondere Herausforderungen. Dem Netzwerk Demenz in Göppingen ist es ein wichtiges Anliegen, dass Menschen mit Demenz weiter am gesellschaftlichen Leben teilhaben können und sich nicht zurückziehen. Mitarbeiten können alle sozialen Institutionen, Behörden, Verbände und Einzelpersonen, die sich für die Ziele des Netzwerks einsetzen. Interessent/-innen können sich für weitere Informationen an die Stadtverwaltung, Telefon 650-5241 oder senioren@goeppingen.de wenden.

 

PM Stadtverwaltung Göppingen

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