Kalkdusche soll Wälder auf den Gemarkungen Adelberg, Uhingen und Wangen vitalisieren – Am 28. Juli beginnt die Bodenschutzkalkung im Forstbezirk Schurwald

Um die Fruchtbarkeit der Waldböden zu erhalten und die Waldbäume klimastabiler zu machen, beginnt der Forstbezirk Schurwald am 28. Juli mit der diesjährigen Bodenschutzkalkung im Staatswald des Landkreises Göppingen. Damit wird das Kalkungskonzept von ForstBW und Landesforstverwaltung zum Schutz der Waldböden fortgesetzt. Per Helikopter wird zwischen Baiereck, Nassach und Diegelsberg, sowie von Adelberg bis Nassachmühle, eine Fläche von rund 500 Hektar Staatswald gekalkt. Die Maßnahme dauert – je nach Witterungsverlauf – rund drei Wochen.

Bodenversauerung ist immer noch ein aktuelles Thema. Zwar ist die Säurebelastung des Waldbodens dank der Luftreinhaltemaßnahmen reduziert worden, jedoch bleibt die Bildung von Stickstoffverbindungen weiterhin hoch und belastet die Waldökosysteme. „Zudem ist eine Säurealtlast aus den 70er- und 80er-Jahren in den Waldböden zurückgeblieben“, erläutert Förster Axel Scheuermann vom Forstrevier Oberberken.

Erklärtes Ziel ist es, mit Kalk die Bodenversauerung abzumildern und den natürlichen Regenerationsprozess der Böden zu unterstützen. Gekalkt werden nur Flächen, die durch menschlichen Einfluss versauert sind. Von Natur aus saure Böden stehen nicht im Fokus. Die Kalkung ist Teil der Strategie zum Nachhaltigkeitsmanagement von ForstBW und Landesforstverwaltung und wird von der Europäischen Union gefördert. „Die bundesweite Bodenzustandserhebung hat gezeigt, dass eine gezielte Kalkung die Situation hinsichtlich pH-Wert, Basensättigung und Kohlenstoffspeicherung deutlich verbessert“, erläutert Anton Watzek, Leiter des Forstbezirks Schurwald. Die Auswaschung von Nitrat ins Grundwasser wird ebenfalls minimiert. Auch die Vielfalt und Häufigkeit von Bodenlebewesen verbessert sich nachweislich. Die Bäume entwickeln eine höhere Trockenheitstoleranz und sind stabiler gegenüber Klimaextremen.

Obwohl für Mensch und Tier unbedenklich, ist der Wald während der Aktion gesperrt. Der Grund: Der Kalkstaub kann im Streukübel des Helikopters auch einmal zu einem Klumpen verbacken und dann zu Verletzungen führen. „Waldbesucher müssen die Sperrhinweise, wie bei allen Forstarbeiten, deshalb unbedingt beachten“, erklärt Uwe Steckroth vom Forstrevier Adelberg.

Über ForstBW 

Die Anstalt öffentlichen Rechts Forst Baden-Württemberg (ForstBW) arbeitet seit dem 01.01.2020 als eigenständiges Unternehmen. ForstBW trägt die Verantwortung für die Bewirtschaftung von über 320.000 ha Staatswald – das entspricht einem Viertel der Waldfläche Baden-Württembergs- und ist damit der größte Forstbetrieb des Landes. ForstBW setzt sich zum Ziel ökologisch vorbildlich, sozial ausgewogen und ökonomisch erfolgreich zu arbeiten. Im Sinne des Waldes und der Menschen bildet das Prinzip der Nachhaltigkeit die Grundlage unserer Tätigkeit. Dazu tragen landesweit ca. 1.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei.

Bild: Kalkausbringung mit dem Hubschrauber (Bildquelle: A. Huber)

 

PM Forstbezirk Schurwald

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