„Geotope sind ein wertvoller Teil unseres Naturerbes“

Drei Stunden nahm sich Andreas Schwarz MdL, Fraktionsvorsitzender der Grünen Landtagsfraktion, im Rahmen seiner Sommertour durch den Wahlkreis Kirchheim unter Teck Zeit, um den UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb und seine Arbeit vor Ort kennenzulernen. Gemeinsam mit dem Geopark-Team besuchte er die Gutenberger Höhle, die Binsenlache im Hasental und die Sinterterrassen in Gutenberg. Im Mittelpunkt standen Geotopschutz, Regionalentwicklung und die Vermittlung des geologischen Erbes der Schwäbischen Alb.

In der Gutenberger Höhle führte Dr. Marius Schünke in der Rolle des Höhlenforschers und Pfarrers Karl Gußmann durch einen Teil der Höhle. Wie vielfältig die Aufgaben des UNESCO Global Geoparks sind, zeigte sich bei den weiteren Stationen der Exkursion. An der Binsenlache im Hasental ging es um das Zusammenspiel von Vulkanismus, Wasser und Karst sowie um die aktuelle Erfassung von Geotopen. Die Binsenlache ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie die geologische Vergangenheit bis heute die Landschaft prägt. Zum Abschluss besuchte die Gruppe den Geopoint Sinterterrassen in Gutenberg. Sie stehen beispielhaft für die besondere Verantwortung, die mit dem Schutz wertvoller Geotope verbunden ist.

Geotope schützen heißt Geschichte bewahren

„Geotope sind ein wertvoller Teil unseres Naturerbes“, betonte Andreas Schwarz. Sie seien Zeugnisse der Erdgeschichte und machten die Entwicklung der Landschaft nachvollziehbar. Deshalb müsse ihr Schutz auch bei politischen und planerischen Entscheidungen stärker berücksichtigt werden. „Wenn bekannt ist, wo sich besonders schützenswerte Geotope befinden, könnte dieses Wissen beispielsweise in die Bauleitplanung und Raumordnung einfließen“, so Schwarz. Dabei gehe es nicht allein um Schutz durch Sperrung, sondern um einen bewussten Umgang mit den besonderen Orten. Schutz, Wissen und Vermittlung gehörten zusammen.

Geotopkataster und Bildung

Ein wichtiges Thema des Austauschs war das Geotopkataster, das der UNESCO Global Geopark derzeit aktualisiert. Geopark-Geschäftsführerin Iris Bohnacker erläuterte, dass die Aufnahme der Geotope auch unter dem Gesichtspunkt ihrer Eignung als außerschulische Lernorte und ihrer Erreichbarkeit vorgenommen wird.  Sie betonte, dass zwar nicht jedes Geotop die gleichen Schutzmaßnahmen benötige. Bei besonders wertvollen oder empfindlichen Geotopen sei jedoch ein strengerer Schutz wichtig. „Dazu gehört auch, sensible Orte bewusst nicht als Geopoint auszuweisen oder öffentlich zu bewerben, wenn zusätzliche Aufmerksamkeit mehr schaden als nutzen würde.“

Geopark und Region gemeinsam denken

Harald Röhner, Ortsvorsteher von Gutenberg, brachte die Perspektive der Gemeinden in den Austausch ein. Die Schwäbische Alb sei ein sehr beliebtes Ziel für viele Besucherinnen und Besucher. Gleichzeitig stünden kleinere Orte vor der Herausforderung, touristische Angebote zu erhalten wie Gasthöfe beispielsweise.

Zum Abschluss bedankte sich Ulrich Ruckh, Vorsitzender des UNESCO Global Geoparks Schwäbische Alb, herzlich bei Andreas Schwarz für den offenen und zugewandten Austausch: „Wir freuen uns sehr, dass Sie sich die Zeit genommen haben, unsere Arbeit und die besonderen Herausforderungen vor Ort kennenzulernen.“

Andreas Schwarz zog ein positives Fazit: „Die Schwäbische Alb ist eine tolle, schützenswerte Heimat und Region, in der man unheimlich viel entdecken und erleben kann. Ein dickes Dankeschön an das Team vom Geopark für diesen tollen Termin.“

Der Besuch zeigte: Der Schutz des geologischen Erbes ist eng mit Naturschutz, Raumplanung, Bildung, Tourismus und Regionalentwicklung verbunden. Der direkte Austausch zwischen Geopark, Kommunen, Fachbehörden und Politik ist daher ein wichtiger Beitrag, um die besonderen Zeugnisse der Schwäbischen Alb langfristig zu bewahren und zugleich verantwortungsvoll erlebbar zu machen.

INFO: Geopoints kennzeichnen landschaftlich, erdgeschichtlich und kulturhistorisch bedeutende Orte im Gebiet des UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb.

Über den Geopark Schwäbische Alb

Der UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb macht das einzigartige erd- und kulturgeschichtliche Erbe der Region erlebbar und vermittelt Wissen über die Entstehung der Landschaft. Die Gebietskulisse umfasst rund 6.200 Quadratkilometer und erstreckt sich über die gesamte Schwäbische Alb.

2015 wurde das Gebiet von der UNESCO als UNESCO Global Geopark ausgezeichnet und in das internationale Netzwerk aufgenommen. Weltweit gibt es derzeit 241 dieser Modellregionen, die sich für den Schutz, die Vermittlung und die nachhaltige Entwicklung geologisch bedeutender Landschaften einsetzen.

Zum Netzwerk des Geoparks gehören 24 Infostellen – darunter Schauhöhlen, Museen, Naturschutzzentren und Bildungseinrichtungen –, 41 Geopoints als Stationen der „Reise in die Erdgeschichte“ sowie 13 Geopark-Schulen, die in enger Partnerschaft mit dem UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb stehen. Das Label „Geopark-Schule“ zeichnet Schulen aus, die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) fest in ihrem Alltag verankern.

Träger ist ein gemeinnütziger Verein mit zehn Landkreisen der Schwäbischen Alb sowie den Städten Beuren, Schelklingen und Steinheim am Albuch. Vorsitzender ist Schelklingens Bürgermeister Ulrich Ruckh. Die Geschäftsstelle befindet sich in Schelklingen.

2025 feierte der UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb sein zehnjähriges Bestehen als UNESCO-zertifizierter Geopark.

PM UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb e.V.

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