NABU: Wie Grünflächen der Hitze trotzen und für Abkühlung sorgen – Tipps zum wassersparenden Gärtnern und für die passende Pflanzenwahl

Die nächste Hitzewelle belastet Menschen und Tiere und lässt Blumen welken. Was angesichts der dramatischen Trockenheit hilft, sind Gärten, die wenig zusätzliches Wasser verbrauchen und gleichzeitig ihre Umgebung wirkungsvoll abkühlen. Die Folgen der Klimakrise sind leider auch in unseren Gärten deutlich zu sehen. Gutes Wassermanagement hilft eine Zeit lang. Doch sobald die Wassertonnen leer sind, muss oft der Gartenschlauch ausgepackt und wertvolles Trinkwasser vergossen werden. Für einen schonenden Umgang mit dem kühlen Nass gibt es viele Tipps.

NABU-Gartenexpertin Aniela Arnold hat die wichtigsten zusammengestellt, die auch noch gut für die Artenvielfalt sind. Sie empfiehlt, den Garten langfristig klimaangepasst umzugestalten. „Blumen mit hohem Wasserbedarf werden die künftige Trockenperioden nicht überleben. Sorgen Sie im nächsten Herbst vor und informieren Sie sich, wie sie ihren Garten klimafit machen können.“

Alte Bäume stehen und neue wachsen lassen

Große Laubbäume sind im Sommer der stärkste Kühlungsfaktor im Garten. Die Baumkrone beschattet nicht nur den Boden, Terrasse und Haus. Sie verdunstet über abertausende Blätter viel Wasser und kühlt so zusätzlich die Umgebung um mehrere Grad. Alte Bäume sind zudem ein wichtiger Lebensraum für Vögel, Insekten, Fledermäuse und andere Arten sowie ein schattiges Plätzchen zum Entspannen an heißen Tagen. „Immer noch werden im Zuge von Nachverdichtung alte Bäume gefällt. Dabei mahnen uns die vielen Hitzetage dieses Jahr, Bäume für die Zukunft besser zu schützen“, sagt NABU-Gartenexpertin Aniela Arnold.

Wo es an Bäumen mangelt, können Kletterpflanzen an Pergolen, Rankgerüsten und Fassaden für Schatten beziehungsweise Abkühlung durch Verdunstung sorgen, und sogar Nahrung und Nistplätze für Vögel bieten.

Grüne Gärten kühlen besser

Eine Kombination aus heimischen Bäumen, Sträuchern, Stauden, Bodendeckern und einer Wiese schafft einen gestaffelten Garten, der vielfältig und robust ist, sowie vielen Wildtieren einen schützenden Lebensraum bietet. Durch die unterschiedlichen Wuchshöhen spenden sich die Pflanzen gegenseitig Schatten. Zusätzlich helfen Mulden und bepflanzte Senken, bei Starkregen mehr Wasser im Garten versickern zu lassen. Ein leicht welliges Profil mit Hügeln und Senken schützt gut vor Austrocknung und Überschwemmung bei Starkregen.

Statt Schotterflächen mit einzelnen Stauden anzulegen oder monotone Grünflächen gilt es, auf Vielfalt zu setzen. „Große unbeschattete Rasenflächen sind in der aktuellen Hitze sehr anfällig. Sie trocknen schnell aus oder müssen intensiv bewässert werden. Um Trinkwasser zu sparen, sollten Gartenbesitzende ihren kurzen Rasen bereits im trockenen Frühjahr länger wachsen lassen oder gleich auf einen Kräuterrasen umsteigen“, rät Arnold. Auch Kommunen und Unternehmen sind gefordert, ihre Grünflächen dem Klimawandel anzupassen und damit Gießwasser zu sparen. Der NABU unterstützt mit seinen Projekten mensch.naturNatur nah dran und UnternehmensNatur dabei.

Mulchen, hacken, Humus aufbauen

Offene Böden verlieren bei Sonne und Wind schnell Wasser und können bis in tiefe Schichten austrocknen. Wo eine Mulchschicht aus Laub, trockenem Rasenschnitt oder Pflanzenresten diesen bedeckt, verbleibt mehr Wasser im Boden und schützt Bodenlebewesen wie Regenwürmer. Auch regelmäßiges Hacken und eine dichte Bepflanzung beugt Verdunstung vor. Ist der Boden reich an Humus, kann er mehr Wasser speichern. „Kompost, Pflanzenreste und eine dauerhafte Bodenbedeckung unterstützen den Humusaufbau im Boden. Gleichzeitig gilt es, Bodenverdichtung und häufiges tiefes Umgraben zu vermieden, weil verdichtete Böden weniger Wasser aufnehmen und schlechter durchwurzelt werden“, so Arnold weiter.

Sparsam gießen

Werden Pflanzen zu häufig mit zu wenig Wasser gegossen, bilden sie eher flache Wurzeln aus und vertrocknen schneller an heißen Tagen. Besser ist es, seltener und ausreichend lange zu gießen, damit das Wasser tief in den Wurzelraum eindringen kann. Gegossen wird direkt auf den Boden und möglichst am frühen Morgen oder späten Abend, damit weniger verdunstet. Tropfbewässerung oder Gießringe können das Wasser gezielt an die Wurzeln bringen.

Heimische trockenheitsverträgliche Pflanzen nutzen

Manche Pflanzen sind an heißen Tagen durstiger als andere. Was liegt da näher, als Garten oder Grünfläche schrittweise auf heimische Wildpflanzen umzustellen, die gut mit Hitze und Trockenheit klarkommen? „Mit der richtigen Pflanzenauswahl kann man viel Wasser sparen. Heimische Stauden und Gehölze vertragen Trockenheit meist deutlich besser als viele Exoten. Sie brauchen wenig bis keine Bewässerung und sind noch dazu attraktiver für viele unserer Insekten“, sagt Aniela Arnold. Zu den echten Hitzehelden im Garten gehören Gewöhnlicher Natternkopf, Karthäuser Nelke, Sand-Thymian und Rundblättrige Glockenblume.

Foto von NABU/Claudia Wild

 

PM NABU (Naturschutzbund Deutschland) Landesverband Baden-Württemberg e.V.

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