Uhingen schützt Igel vor Mährobotern

Nachtaktive Nützlinge wie zum Beispiel Igel sind Mährobotern zum Teil schutzlos ausgeliefert und können von den Klingen verletzt werden. Während die Stadt auf Profi-Geräte mit Schutzeinrichtungen bei der Pflege von Rasenflächen setzt, bittet sie Privatleute, ihre Mähroboter nicht nachts mähen zu lassen.

Wo sich Mensch und Tier den Lebensraum teilen, kann es zu Konflikten kommen. „Simple Arbeiten im Garten könnten tödlich enden – für Igel“, sagt Dennis Schaser, Leiter des Uhinger Bauhofs. Denn wortwörtlich könnten die nützlichen Schädlingsvertilger unter die Räder von praktischen Alltagshelfern geraten; von Mährobotern. Deshalb fordert der Deutsche Städtetag ein nächtliches Mähverbot für Mähroboter.

„Mähroboter sind für uns als Stadt mittlerweile unverzichtbar bei der Pflege unserer zahlreichen Grünflächen“, erklärt Dennis Schaser. Acht Roboter trimmen regelmäßig das Gras – im Freibad, im Stadion Haldenberg, auf dem Sportplatz Sparwiesen und im Kindergarten Mittlere Mühle. Würden diese Rasenflächen klassisch mit einem herkömmlichen (Aufsitz-)Rasenmäher vom Bauhof gemäht werden, wäre der personelle und zeitliche Aufwand enorm.

Da es auf den genannten Grünflächen tagsüber vor Menschen nahezu aller Generationen nur so wuselt, kann die Pflege der Flächen nur dann erfolgen, wenn sie nicht genutzt werden. Das meistens nachts, wenn Igel unterwegs sind, da sonst tagsüber eine Nutzung der Rasenflächen durch Freibad-Besucher, Kinder und Sporttreibende nicht möglich ist. Anders als die Mähroboter, die bei Privatpersonen im Garten arbeiten, setzt die Stadt Uhingen auf Profimäher. „Sie verfügen über viele Schutzeinrichtungen, damit Igel nicht von ihnen überfahren werden“, betont Dennis Schaser.

Weil das bei den herkömmlichen Mährobotern nicht der Fall ist, appelliert die Stadt Uhingen an Privatpersonen, ihre Mähroboter nicht nachts in Betrieb zu nehmen. Denn Igel flüchten nicht vor einer drohenden Gefahr, sondern kugeln sich zusammen und schützen sich mit ihren Stacheln. „Eine Begegnung mit einem Mähroboter endet für Igel häufig katastrophal“, warnt Dr. Dirk Lederbogen, Vorsitzender vom Naturschutzbund (NABU) Göppingen und Umgebung. Schnittwunden, abgetrennte Gliedmaßen und sogar tödliche Verletzungen können die Folge sein. „Nicht alle Igel sterben sofort, viele verkriechen sich schwer verletzt unter eine Hecke und verenden dort“, sagt der Naturschutzexperte.

Daher empfehlen NABU und Stadt Uhingen unisono die späten Nachmittags- und frühen Abendstunden zum Mähen durch Roboter. „Hier sind keine Igel unterwegs und die Schnittflächen am Gras sind nicht gleich der Mittagshitze ausgesetzt“, erklärt Bauhofleiter Dennis Schaser. „Schon in unseren Kindergärten lernen die Kleinsten unserer Gesellschaft: Die Großen passen auf die Kleinen auf“, sagt Uhingens Bürgermeister Matthias Wittlinger und appelliert an die Grundstücksbesitzerinnen und -besitzer in Uhingen: „Daher bitte ich Sie, achten Sie auf die, die sich nicht schützen können.“

Info: Die Zahl der Igel geht seit Jahren deutlich zurück, weshalb die Weltnaturschutzunion (IUCN) die Winterschläfer in der Roten Liste der bedrohten Arten als „potenziell gefährdet“ eingestuft hat. Die internationale Rote Liste gibt es seit 1964. Sie umfasst inzwischen mehr als 166.000 Tier- und Pflanzenarten, von denen gut 46.000 bedroht sind.

PM Stadtverwaltung Uhingen

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