ÖkoTipp Weihnachtsbeleuchtung, Deko und Geschenke: Grüne Advents- und Weihnachtszeit | Teil 2

Oft kommt es in der Vorweihnachtszeit zu hohem Stromverbrauch und Umweltverschmutzung durch Lichterketten, Verpackungsmüll und unökologische Weihnachtsbäume. Doch das alles geht auch umweltfreundlich. Der BUND Baden-Württemberg hat Tipps für eine ökologischere Weihnachtszeit. Im zweiten Teil geht es um natürliche Deko, nachhaltige Verpackung für Geschenke, sparsame Weihnachtsbeleuchtung und Alternativen zur Silvesterböllerei.

Schneller als erwartet steht Weihnachten schon wieder kurz vor der Tür. Während bei Kindern die Vorfreude steigt, sind die letzten Tage vor dem Fest für viele Erwachsene wenig besinnlich: die richtige Dekoration, stimmungsvolle Beleuchtung und passende Geschenke für die Liebsten sollen schließlich alle rechtzeitig fertig werden. Der BUND gibt Tipps, wie die schönsten Wochen im Jahr auch nachhaltig schön werden – ganz ohne hohen Stromverbrauch und Umweltverschmutzung durch Lichterketten, Berge an Verpackungsmüll und giftiger Deko.

Tipp 6 – Weihnachtsbeleuchtung: weniger ist mehr
Millionen Menschen bringen in der Adventszeit ihre Wohnungen, Gärten und Balkone zum Leuchten. So schön die winterlichen Lichtspiele auch sind, sie verschwenden oft jede Menge Strom: Dem Energieunternehmen Lichtblick zufolge wird mit Weihnachtsbeleuchtung deutschlandweit genauso viel Strom verbraucht wie in einer Stadt mit 205.000 Einwohnern –in einem ganzen Jahr.

Insbesondere Glühlämpchen, die laut Lichtblick noch 22 Prozent der Lämpchen ausmachen, lassen die Stromrechnung in die Höhe schnellen und tragen mit ihrem hohen Energieverbrauch auch zum Klimawandel bei. Der BUND Baden-Württemberg empfiehlt daher: Wenn schon Weihnachtsbeleuchtung, dann besser umstellen auf Leuchtdioden (LED). LED-Modelle halten nicht nur wesentlich länger, sie verbrauchen auch bis zu 90 Prozent weniger Strom. Außerdem sollte die weihnachtliche Deko nicht permanent brennen, sondern nur bedarfsgerecht und sparsam eingeschaltet werden. Dafür kann man auch Zeitschaltuhren nutzen, die es im Handel bereits für wenig Geld gibt.

Davon profitieren neben Anwohner*innen auch nachtaktive Tiere: Künstliches Licht suggeriert ihnen nämlich einen verlängerten Tag oder gar Sommer. Dies kann verheerende Folgen haben. So gilt auch – und vielleicht besonders – zu Weihnachten: Weniger ist mehr.

Tipp 7 – Zu Weihnachten natürlich schmücken
Ob am Weihnachtsbaum oder rund ums Haus – zur Adventszeit soll es weihnachtlich und gemütlich aussehen. Besser als silberbeschichtete Christbaumkugeln, mit Acryl glasierte Schneemänner oder Lametta aus Stanniol sind natürliche und recycelbare Materialien.

Mit kleinen rotbackigen Äpfeln aus dem heimischen ökologischen Anbau und selbstgebackenen Bio-Lebkuchen kann der Weihnachtsbaum etwa komplett nachhaltig verschönert werden. Nach dem Fest landet die Deko dann einfach im Magen. Christbaumkugeln aus mundgeblasenem Glas oder aus Pappe sind ebenfalls eine schöne ökologische Verzierung, die im Glas- oder Papier-Container entsorgt werden können, wenn sie kaputt gehen. Auch selbst gebastelte Figuren aus natürlichen Materialien wie Stroh, Tannenzapfen, Nussschalen, Holz oder Bienenwachs schonen die Umwelt und sorgen für eine besinnliche Atmosphäre. Dekorationen und Verpackungen sollten dabei so oft wie möglich verwendet werden und müssen nicht gleich im Müll landen.

Verzichten sollte man auf jeden Fall auf Schnee-, Gold-, Kupfer- oder Silbersprays und Lametta. Sie können schädliche Substanzen enthalten. Als Schneeersatz eignen sich kleine Kugeln aus sauerstoffgebleichter Watte, die man dann auf Garn aufzieht. Statt glänzender Bindfäden, die das Schwermetall Kupfer enthalten, besser Stoffbänder oder Garn aus Bast benutzen.

ipp 8 – Geschenke nachhaltig verpacken
Über schöne und kunstvoll verpackte Geschenke zu Weihnachten freut sich jeder. Aber das Geschenkpapier landet trotzdem meist im Müll. Beim Verpacken ist es deshalb besonders wichtig, auf umweltfreundliche Materialien zu achten.

Hierfür eignen sich re­cy­celte Geschenkhüllen ebenso wie Zeitungen, Schuhkartons und andere Verpackungen aus dem eigenen Haushalt. Der Kreativität sind keinerlei Grenzen gesetzt und viele Materialen können ein zweites Mal benutzt werden. Auf besonders umweltbelastendes alubeschichtetes Schmuckpapier sollte verzichtet werden. Wer es bunt und originell mag, kann Papier und Stoff bemalen oder sogar bedrucken. Kartoffeldruck geht schnell, beim Linolschnitt sind die Motive auch für die nächsten Feste nutzbar.

Eine weitere Idee ist „Furoshiki“, eine Tradition aus Japan, bei der Geschenke mit Tüchern umhüllt werden, die immer wieder verwendet werden können. Diese kann man nach Bedarf bemalen und dekorieren. Oder man verwendet dafür passende Kleidungsstücke wie etwa einen Schal, Geschirr- oder Handtücher oder Stoffservietten – dann ist die Verpackung gleichzeitig ein weiteres Geschenk.

Geschenke umweltfreundlich dekorieren
Als Geschenkband eignet sich Paketband oder Bast, üppiger wird es mit breiten Streifen aus sehr feinem Papier oder Krepp. Auch hier können Schleifen und Bänder am besten aufgehoben und immer wieder verwendet werden. Ein besonders weihnachtliches Aussehen erhält das Geschenk mit Anhängern aus Bienenwachs, Tannenzweigen, Lebkuchenfiguren, rotbackigen Weihnachtsäpfeln oder einer mit Nelken besteckten Mandarine.

Tipp 9 – Silvester ohne Böller spart Stress, Müll und schlechte Luft
Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause wird zu Silvester in diesem Jahr wohl vielerorts wieder außer Rand und Band geböllert. Dabei fände laut aktueller Umfragen eine knappe Mehrheit der Deutschen ein dauerhaftes Verbot von privaten Feuerwerken gut. Denn was nach der kurzen Böllerei bleibt ist schlechte Luft, Müllberge an den Straßenrändern oder im schlimmsten Fall Sachschäden und Verletzungen. Der Lärm an Silvester ist auch ein großes Problem für Tiere. Sowohl Haustiere als Wildtiere leiden unter dem Getöse. Starke Detonationen können ihren Orientierungssinn beeinträchtigen oder sogar Schockzustände auslösen.

Zudem belasten die Böller die Umwelt: Es bleibt viel Müll und Rauch zurück. An keinem Tag im Jahr ist die Feinstaubbelastung höher als zu Silvester. Der Qualm enthält meist gesundheitsschädigende Stoffe wie Schwermetalle, die Atemwegserkrankungen und sogar Krebs auslösen können. Auch Wunderkerzen enthalten schädliche Stoffe.

Ruhiges Silvester
Der BUND empfiehlt deshalb, zu Silvester auf Böller, Wunderkerzen und auch Bleigießen zu verzichten. Damit schützt man sowohl die eigene als auch die Gesundheit anderer und die Umwelt – und spart dazu auch noch viel Geld. Bei der Suche nach ökologischen Alternativen zum Böllern und Knallen hilft ein Blick auf die Bräuche in anderen Ländern: In Spanien ist es zum Beispiel Brauch, zwölf Trauben kurz vor Mitternacht zu essen. Zu jedem Gongschlag eine. Wenn alle geschafft werden, bringt das neue Jahr Glück. Statt Bleigießen kann man für den Blick in die Zukunft auch Bienenwachs oder Kaffeesatz nutzen – natürlich fair gehandelt und biologisch angebaut, damit das neue Jahr wirklich allen Glück bringt.

PM Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg e.V.

 

 

 

 

 

 

 

 

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