Burgruine Hohenstaufen, Burg Wäscherschloss, Kloster Lorch- 900 Jahre Kaiser Barbarossa: Im Stauferland auf den Spuren von Königen und Kaisern

König und Kaiser, Deutscher und Europäer: Friedrich I. Barbarossa zählt zu den Großen der Geschichte. Legenden und Mythen ranken sich um den Herrscher, der vor 900 Jahren geboren wurde. Im Stauferland bei Göppingen, in Kloster Lorch, in Burg Wäscherschloss und auf der Burgruine Hohenstaufen, wandeln Gäste auf den Spuren der mächtigen Adelsdynastie – und tauchen ein in die Geschichte. Der Wanderweg „Irene von Byzanz“ verbindet die drei Staufersehenswürdigkeiten.

Alte Geschichte in eindrucksvoller Landschaft

Das Stauferland zwischen Schwäbisch Gmünd, Göppingen und Aalen ist malerisch und voller Geschichte: In Kloster Lorch, Burg Wäscherschloss und auf der Burgruine Hohenstaufen lebt die Erinnerung an eine der mächtigsten Adelsdynastien des Mittelalters fort – in diesem Jahr lohnt sich ein Ausflug besonders. Denn im Jahr 1122 wurde der wohl bekannteste Staufer geboren: Friedrich I. Barbarossa. Der Monat oder gar der Tag seiner Geburt sind nicht bekannt. Der Staufer zählt zu den bedeutendsten Königen und Kaisern der Geschichte. Seine Herrschaft erstreckte sich weit über die heutigen Grenzen Deutschlands hinaus – die Erinnerung an das schwäbische Adelshaus ist im Stauferland besonders lebendig. Und lässt sich gut zu Fuß bei einer Wanderung entdecken.

Auf den Spuren der Staufer

Die Wanderroute „Irene von Byzanz“ folgt dem letzten Weg der Kaisertochter und Gattin Königs Philipp von Schwaben von der einstigen Burganlage Hohenstaufen zum Kloster Lorch, in dem sie begraben liegt. Die Route vereint liebliche Natur und spannende Kultur. Die rund zwölf Kilometer lange Tour ist in weniger als vier Stunden gut zu schaffen. Dabei ist insgesamt ein Anstieg von 146 Höhenmetern und ein Abstieg von 493 Höhenmetern zu meistern. Den Ausgangspunkt der Wanderroute bildet die Burgruine Hohenstaufen.

Stele bei der Stammburg

Auf einem kegelförmigen, fast 700 Meter hohen Berg bauten die Staufer ihre wehrhafte Stammburg. Von der mächtigen Anlage sind nur noch die Grundmauern erhalten. Doch der Mythos der Staufer lebt hier fort: Am Ostgipfel befindet sich eine 3,20 Meter hohe Stauferstele aus apulischem Marmor. Eine deutsch-italienische Inschrift verkündet: „Hohenstaufen – ein Berg – eine Burg – eine Dynastie – ein Zeitalter – ein Mythos“. Die achteckige Form erinnert an die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches. Aber auch an das Castel del Monte, die berühmte Stauferburg in Süditalien. Im ganzen Einflussbereich der Staufer in Europa gibt es solche Stelen: Von Italien bis in die Niederlande, von Frankreich bis nach Tschechien. Die nächste liegt nicht weit entfernt bei Burg Wäscherschloss – und ist von Hohenstaufen zu Fuß in einer knappen Stunde zu erreichen.

Trutzige Burg mit mächtiger Mauer

Der Wanderweg „Irene von Byzanz“ führt an den Toren von Burg Wäscherschloss vorbei, nach circa vier Kilometern kommt man dort an. Ein perfekter Stopp: Die kleine, mittelalterliche Burg wurde zum Schutz des Hohenstaufens errichtet. Die zwei Meter dicke und rund zehn Meter hohe Mauer ist trutzig. Die Ministerialburg entstand in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts – die Blütezeit der Staufer unter Friedrich II., die durch Friedrich I. Barbarossa eingeleitet wurde. Mit dem Rücken zur Burg hat man einen beeindruckenden Blick zum Hohenstaufen – und sieht die Stauferstele von Burg Wäscherschloss, die an die europäische Geschichte des schwäbischen Adelsgeschlechts erinnert.

Eine Erinnerungsstätte an die Staufer

In acht Kilometern Entfernung von Burg Wäscherschloss liegt das Kloster Lorch. Die Anlage thront imposant über der Rems. Hier lebt die Erinnerung an die Staufer in Stein und Bild weiter: Das Kloster war eine ihrer Grablegen. Im Jahre 1475 – lange, nachdem das Geschlecht der Staufer erlosch – öffneten die Mönche alle Gräber der Kirche. Die sterblichen Überreste der Staufer überführten sie in eine eindrucksvolle Tumba, ein Hochgrab, in der Mitte der Kirche. Die Wandpfeiler des Mittelschiffs der Kirche verzierten sie rund 65 Jahre später mit Gemälden berühmter Staufer – darunter auch Friedrich I. Barbarossa, der vor 900 Jahren geboren wurde. Den Kapitelsaal schmückt ein großes Rundbild des Lorcher Künstlers Hans Kloss mit 500 gemalten menschlichen Figuren, 600 Tieren, 120 Ansichten von Städten, Burgen und Orten. Das Rundbild vermittelt einen lebendigen Eindruck staufischer Geschichte.

Der Kaiser mit dem roten Bart

Friedrich I. war der Sohn des staufischen Herzogs Friedrich II. von Schwaben und der Welfin Judith – wie kein Zweiter stand er für den Ausgleich zwischen den konkurrierenden Adelshäusern. 1152 wurde er in Frankfurt zum König gewählt. Nur drei Jahre später krönte der Papst ihn in Rom zum Kaiser. Berühmt wurde Friedrich für seine langanhaltenden Auseinandersetzungen mit Heinrich dem Löwen, den Städten Oberitaliens und dem Papst. Aus Italien stammt auch sein Beiname Barbarossa, „Rotbart“. In seinen letzten Lebensjahren bereitete er einen Kreuzzug nach Jerusalem vor. 1190 starb er. Jahrzehnte nach dem Tod Barbarossas endete die Dynastie der Staufer. Um Kaiser Friedrich I. Barbarossa rankten sich bald Mythen: Angeblich soll er im thüringischen Kyffhäuser schlafen und eines Tages zurückkehren.

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