Meinung

Willkommen im Regierungsviertel

Das Regierungsviertel wirkt inzwischen wie der Europapark der Realitätsflucht. Achterbahnen braucht es keine – die Politik selbst liefert genug Loopings.

Hier laufen Menschen herum, die seit Jahren keinen Supermarkt mehr von innen gesehen haben. Wenn dort jemand „Bürgernähe“ sagt, meint er meist: „Ich habe gestern aus dem Dienstwagen heraus einen Menschen gesehen, der aussah wie jemand, der arbeitet.“

Die Karriere‑Karawane

Politik erinnert an Influencer – nur ohne Reichweite, ohne Inhalt, aber mit deutlich besserer Bezahlung.

Man könnte meinen, der Karriereweg beginnt bei der Frage: „Irgendwas mit Menschen?“ Und endet bei der Antwort: „Ups, es wurde irgendwas mit Macht.“

Die Qualifikationslotterie

In Deutschland braucht man für alles eine Prüfung: Rettungsdienst. Pilotenschein. Gabelstapler. Angelschein.

Nur für die Regierung nicht. Da reicht ein Parteibuch und die Fähigkeit, in einer Talkshow nicht spontan einzuschlafen.

Die Frage drängt sich auf: Wenn Politiker eine MPU machen müssten – wie viele dürften danach noch Auto fahren? Oder regieren?

Das Milliardenroulette

Manchmal wirkt Politik wie Monopoly mit echtem Geld. Milliarden werden verzockt, verschoben, verteilt – und niemand sagt: „So, jetzt ist Schluss, ich hab keine Lust mehr.“

Stattdessen wird weitergespielt, bis das Sozialbudget aussieht wie ein abgelaufener Joghurt: dünn, wässrig, traurig.

Energiepolitik als Comedy‑Format

Die Energiepolitik hat sich zu einem eigenen Comedy‑Genre entwickelt. Arbeitstitel: „Deutschland – Staffel 16: Der Strom ist weg, aber die Hoffnung lebt.“

Industrie wandert ab, Bürger zahlen drauf, und die Politik erklärt, warum das alles ganz wunderbar sei. Ein Zaubertrick – nur dass der Zauberer vorher sagt: „Achtung, der Hase ist tot.“

Der Ermittler

Und dann taucht Alfred Brandner auf. Ein Mann, der Verantwortung kennt. Ein Mann, der weiß, dass echte Berufe echte Eignung brauchen. Ein Mann, der die Frage stellt:

Warum gibt es für Politiker keine Diensttauglichkeitsprüfung?

Eine Frage, die im Regierungsviertel als Gefahrensituation gilt. Manche bekommen schon Puls, wenn man das Wort „Qualifikation“ nur ausspricht.

Die Forderung, die keiner hören will

Brandners Forderung ist so logisch, dass sie in der Politik als radikal gilt:

Diensttauglichkeitsprüfung vor Amtsantritt. Mit allem, was dazugehört:

  • fachliche Qualifikation
  • psychische Belastbarkeit
  • charakterliche Eignung
  • Verantwortungsbewusstsein
  • optional eine MPU – damit man weiß, ob der Kandidat im Straßenverkehr eine Gefahr darstellt oder nur im Parlament

Wenn man für einen Rollerführerschein mehr Eignung nachweisen muss als für ein Ministeramt, läuft etwas schief.

Die Blase wackelt

Die politische Blase ist groß, stabil und bequem. Aber Brandners Forderung wirkt wie ein spitzer Kommentar von Harald Schmidt: Sie trifft. Sie sticht. Sie tut weh.

Und manchmal reicht genau das, damit etwas ins Rutschen kommt.

Der Cliffhanger

Bleibt die Frage: Platzt die Blase? Oder wird sie weiter aufgeblasen, bis man sie aus dem Weltall sehen kann?

Eines steht fest: Das ist der spannendste Politikkrimi seit Jahren. Und er ist nicht erfunden – er läuft täglich live.

Alfred Brandner

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