Am 13. August 1946 startete der Prozess gegen den Henker vom Emsland:
Da ich mich sehr für die Geschichte des 2. Weltkriegs interessiere, habe ich von vielen schäbigen Menschen in diesem Zusammenhang erfahren. Aber dieser Unhold und seine Unterstützer sind an Widerwärtigkeit kaum noch zu überbieten. Die Briten standen bereits kurz vor der deutschen Grenze und es war nur eine Frage von Tagen, bis auch im Emsland der Krieg zu Ende sein würde. Aber diese Fanatiker töteten – sogar für damalige Zeiten rechtswidrig – Menschen, die lediglich überleben und sich nicht noch in einem sinnlosen Kampf opfern wollten. Dieses Endphaseverbrechen steht symbolisch für viele der damaligen Zeit und mit Befehlsnotstand hat das mal rein gar nichts mehr zu tun. Kriegsverbrecher wie er verbreiteten in einer ohnehin schon aussichtslosen Situation noch Angst und Schrecken und verhinderten, dass der Krieg schneller hätte zu Ende sein können. Aber gerade solche Taten müssen denen vor Augen geführt werden, die bis heute behaupten, die Nazis hätten ihr Volk geliebt. Nein, das haben sie nicht. Sie haben auch Deutschland in den Untergang geführt. Und wir müssen mit aller Macht verhindern, dass diese Kräfte wieder an die Macht kommen.
15 Jahre später, am 13. August 1961, begann der Bau der Berliner Mauer und damit die endgültige Teilung Europas.
Leider war den Westalliierten die Ruhe wichtiger als die Freiheit, so dass kein Widerspruch folgte. Aber auch die Regierung Adenauer wurde überrumpelt und sah tatenlos zu, wie die Sowjetunion und die DDR Fakten schafften. Ich bezeichne mich ja immer als eines der letzten Kinder des Kalten Krieges, weil ich einer der Jüngsten bin, der sich noch an die innerdeutschen Grenzkontrollen erinnern kann und darum bin ich bei diesem Thema sehr sensibel, auch wenn ich gerne zwei deutsche Staaten hätte. Aber gerade darum weiß ich, wie wichtig ein in Freiheit und Brüderlichkeit geeintes Europa ist und dass man es jeden Tag aufs Neue verteidigen muss. Und deswegen erfüllt es mich mit großer Angst, wenn ich sehe, wie rechte oder linksnationale Kräfte die DDR heutzutage relativieren, verklären und für ihre Zwecke einsetzen. Die DDR war ein Schurkenstaat, der seine Bevölkerung eingesperrt, unterjocht und geknechtet hat – wer mir das nicht glaubt, soll doch bitte Zeitzeugen fragen, ich kenne selbst genug davon. Und wenn ich jetzt auf Sachsen-Anhalt schaue, befürchte ich, dass die Kräfte, die für die Massaker 1945 und den Mauerbau 1961 verantwortlich waren, bald gemeinsame Sache machen und uns in den Abgrund führen. Nein zu Nationalismus, Unterdrückung und Autokratie! Ja zu Freiheit, Europa und Demokratie!
Eines der berühmtesten Bilder des Mauerbaus, war die spektakuläre Flucht des DDR-Grenzers Conrad Schumann vom 15. August 1961:
Sein Sprung war gut geplant und alles andere als sprunghaft, wo wir auch gleich beim nächsten Thema „Sprunghaftigkeit“ wären. Ich selbst bin bei diesem Thema wahrscheinlich so sprunghaft wie kaum sonst, denn ich wollte es eigentlich seit Januar 2025 behandeln, da ich damals über die Sprunghaftigkeit eines Mitmenschen besorgt war. Leider musste ich es immer wieder verschieben, weil aktuelle oder historische Themen dazwischen kamen. Eine gewisse Sprunghaftigkeit halte ich für normal, da jeder Mensch anders ist, aber in manchen Fällen sehe ich Sprunghaftigkeit schon als krankhaft an. So hatte ich vor vielen Jahren mal mit einer Person zu tun, die so sprunghaft war, dass sie ihr Verhalten beinahe täglich änderte, was mich selbst schon bedingt sprunghaft mache – das wahnhafte Verhalten war kurz davor, auf mich überzuspringen. Zum Glück habe ich es rechtzeitig gemerkt und ich habe gegengesteuert. Auch der Fall von 2024/2025 war mehr als beunruhigend und ich befürchte, dass sich die Person durch ihre Sprunghaftigkeit massiv geschadet hat. Ein anderer, sehr geschätzter Mensch war damals auch von der Sprunghaftigkeit betroffen, hat das aber sehr gut verkraftet, worüber ich sehr froh bin.
Hier stellt sich für mich die Frage, wie man mit Sprunghaftigkeit umzugehen hat. Ich denke, ein bisschen sprunghaft sind wir alle – die einen mehr, die anderen weniger – und das sollte man nicht überbewerten. Manche Menschen sind in einer bereits nervigen Form sprunghaft und entweder man ist bereit, das zu ertragen oder man muss sie darauf ansprechen und Lösungen finden. Wenn alles nicht hilft, muss man solche Menschen meiden. Bei engeren Bezugspersonen ist diese Entscheidung natürlich schwieriger, aber da muss man jeden Einzelfall für sich selbst entscheiden. Wenn man den Eindruck hat, dass Sprunghaftigkeit schon krankhaft ist, sollte man das Verhalten des Gegenübers genau beobachten. Ist es ein dauerhaftes oder nur ein vorübergehendes Verhalten? Hat der Mensch vielleicht akute Probleme, die ein vorübergehendes Verhalten erklären und kann man ihm vielleicht helfen? Oder sich Rat bei Experten holen, wie man damit umzugehen hat. Wenn man zum Entschluss kommt, dass die Sprunghaftigkeit krankhaft ist, steht Selbstschutz an erster Stelle, weil man schnell in ein zerstörerisches Fahrwasser geraten kann. Zuerst einmal muss man eine gesunde Distanz aufbauen und sachlich bleiben – wenn man das nicht kann, muss man Abstand halten. Auf keinen Fall irrational werden und das Verhalten nachahmen. Wenn die Betroffenen das nicht verstehen oder bewusst ignorieren, muss man ihnen das ganz klar machen und ggf. die Polizei oder einen Anwalt einschalten. Vorher kann man natürlich nach professioneller Hilfe suchen oder sich von Fachleuten beraten lassen. Man sieht, dieses Thema ist mehr als komplex und es gibt nicht die eine Musterlösung. Darum wägt gut ab und entscheidet im Einzelfall richtig. Und wenn ihr bei euch selbst eine übertriebene Sprunghaftigkeit bemerkt, reflektiert und beruhigt euch.
Marcel Kunz