Sonntags-Gedanken zum Markusevangelium 3,20ff am 10 Sonntag im Jahreskreis

„Er erwiderte: „Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder? Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“ 

Mit einer Frage das Gespräch einleiten, finde ich typisch für Jesus, um sie dann selber mit einer deutlichen Klarstellung zu beantworten. Undenkbar für seine Zeit, sich aus dem schützenden Verbund der Familie loszusagen und dem inneren Ruf seines Gottes zu folgen, den er liebevoll Abba, Vater nennt. Jesus kennt die Konsequenzen seines Handelns. Es ist getragen von einem allesumgebenden Vertrauen. Doch für die Menschen um Jesus, wird dies sicherlich keine leichte Kost gewesen sein. Sie sind eingeladen in den spannenden Weg der Nachfolge. Auf diesem dürfen sie nach und nach Anteil nehmen in Wort und Tat, mitzuwirken an der Botschaft vom „Reich Gottes“. Sie haben auf Jesu Einladung als erste die Grenzen ihrer familiären und sozialen Herkunft gesprengt. Mit Jesus beginnt eine Zäsur im Leben derer, die ihm nachfolgen. Sie werden gut vorbereitet. Jesus lehrt mit Vollmacht. Er tut viele Zeichen und Wunder. Seine Liebe geht bis zum Äußersten. Seine Adressatinnen und Adressaten sind die Menschen am Rande, Arme, Kranke. Heilsam und heilbringend handelnd, vermittelt er die Liebe Gottes zu den Menschen. Er regt zum „Frucht bringen “ an, zum verantwortlichen Handeln, über alle Zeiten und Räume. Auch stellt Er ihnen die Fallstricke der Macht, des Besitzes, der Gier, des Neides, der Gewalt, der Lüge vor. Er spricht von der Erwartung seines eigenen Leidens, spricht von seinem qualvollen Sterben. Spricht von der Unausweichlichkeit, „sein Kreuz auf sich zu nehmen und es zu tragen“, spricht von der Feindesliebe. Und am Ende sind sie diejenigen, die hinausgesandt sind bis zu den Enden der Erde, in der Kraft des Geistes Gottes, Jesu Botschaft weiterzutragen. Das Baugesetz dieses Gottesreiches ist die Barmherzigkeit, die Gottes- und die Nächstenliebe, bis heute.

Seither leben Menschen weltweit, in der Nachfolge Jesu. Viele sind seinem Beispiel, selbst bis zur Hingabe ihres eigenen Lebens, gefolgt. Auch heute droht konsequentem Handeln als Christinnen und Christen oft Verleumdung, Verfolgung und Lebensgefahr. In einigen Ländern selbst der Tod. Wir in unserem Land leben in einer demokratischen Freiheit, die von gewaltbereiten Kräften immer mehr angegangen wird. Beide großen Kirchen in unserem Land und nicht nur diese, reagierten mit einer deutlichen Stellungnahme. Sie grenzen sich von rechtsextremen Gruppen deutlich ab und bezeichnen sie als Christen für nicht wählbar. Denn insbesondere, wer Hass und Hetze verbreite, der sei eben für gläubige Menschen nicht wählbar. Als Brüder und Schwestern Jesu, als seine große Familie, kommt uns eine große Verantwortung in Kirche und Gesellschaft zu. Sie mit guten Entscheidungen zu beantworten, ist eine Selbstverständlichkeit der Mitwirkung.

Geschwisterlichen Gruß

Josef Putz – Diakon im Zivilberuf Seelsorgeeinheit Göppingen

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