Sonntagsgedanken: Welt im Krisenmodus- Wüstenzeiten

Seit mehreren Jahren erschüttert eine Krise nach der anderen das bis dahin meist komfortable Dasein, zumindest in Europa. Die Welt wird erschüttert durch das Leid, dem Schrecken und dem Tod, ausgelöst durch den Krieg in der Ukraine, in nie angedachtem Ausmaß. Die Natur befindet sich in Schieflage und die Klimakrise schreitet voran. Gibt es Ausblicke, Hoffnung  oder Wege aus der Krise oder fühlen wir uns ohnmächtig angesichts der dramatischen Botschaften?

Resigniert „den Kopf in den Sand stecken“ ist kein Ausweg. Zahlreich helfen und spenden Menschen Zuversicht, unterstützen Hilfsbedürftige und stellen eigene Bedürfnisse zum Schutz von Mensch und Natur zurück. Jesus Christus kannte solche Krisenzeiten, seine persönliche Wüste trug er mit dem Kreuz auf seinen Schultern und nahm das Leid der Menschen auf sich bis in den Tod. Auch Moses führte sein Volk durch eine Wüste und auch diese Zeit war geprägt von Hunger, Durst und Entbehrung. In allen Zeiten verspürten die Menschen Leid und Qual durch Krankheit, Krieg und Flucht. Gott begleitete zu allen Zeiten die Wege der Menschen, auch die Wüstenwege. Als Jesus in der Wüste 40 Tage fastete und allen Versuchungen widerstand, war Gott an seiner Seite. Als Moses mit dem Volk Israel durch die Wüste zog, gab Gott ihnen die 10 Gebote, um Frieden und Gerechtigkeit herbeizuführen.

Frieden und Gerechtigkeit braucht Menschen, die sich an dem Gebot der Nächstenliebe orientieren und für die die frohe Botschaft von Jesus Christus nicht nur leere Worthülsen sind. Trockene Zeiten und Sand im Getriebe sollten nicht dazu führen, die Hoffnung und den Mut aufzugeben. Wüsten haben  Oasen, an denen sich die Menschen stärken und Kraft schöpfen können. Solche Oasen gibt es derzeit häufig, wenn Menschen das Beste aus sich herausholen, und eine Welle der Hilfsbereitschaft durch die Gesellschaft geht. Wellen gibt es in der Wüste auch, nämlich die Wellen, die die Sanddünen auf ihrer Wanderung hinterlassen. Filigrane Muster im Sand erfreuen das Auge, geben der Seele die notwendige Ruhe und lassen die Naturschönheit und die Weite der Landschaft erahnen. Wüstenzeiten können also durchaus zu einer Wende und einem Perspektivwechsel herausfordern, wenn  Menschen sich dadurch zu mehr Klimagerechtigkeit bekennen und sich für mehr Frieden einsetzen. Bisherige Verhaltensmuster werden überdacht und neu bewertet, Menschen springen über ihren Schatten, damit menschliches und soziales Handeln die Wüsten bewässern und zu lebenswerten Orten werden. So wie jene Wüstenblume, die jahrelang ohne Wasser, scheinbar vertrocknet überlebt. Kommt sie dann doch mit Regen oder Wasser in Verbindung, erwacht sie zu neuem Leben und blüht. Gott sei mit denen, die seiner Hilfe bedürfen und die selbst Hilfe leisten.

Sabine Waldinger-Röhrle
Dekanatsbeauftragte Schulpastoral

 

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