Seniorinnen betrogen – Polizei warnt erneut vor Kriminellen, die sich als Polizeibeamte ausgeben und teils mit einer neuen Masche ihre Opfer betrügen

Um Bargeld, Schmuck, Goldmünzen und Goldbarren sind am Mittwoch zwei Seniorinnen aus einer Reutlinger Kreisgemeinde und aus Balingen von unbekannten Telefonbetrügern geprellt worden.

Am Mittwochvormittag erhielt eine 85-Jährige Frau aus dem Kreis Reutlingen einen Telefonanruf. Der Betrüger, ein angeblicher Joachim Krüger, der behauptete, beim „Einbruchsdezernat“ zu arbeiten, berichtete, man habe einen Täter festgenommen, der sie habe überfallen wollen. Möglicherweise gebe es noch einen Komplizen, weshalb sie und ihr Vermögen nicht sicher seien. Er forderte sie auf, sämtliche Wertsachen vor die Haustüre zu legen, damit sie von der „Polizei“ in Verwahrung genommen werden könnten. Im Verlauf des Gesprächs setzte der Kriminelle sein Opfer so unter Druck, dass die alte Dame ihre Wertsachen vor die Tür legte.

Diese wurden dann von einem komplett weiß gekleideten Mann abgeholt. Erst als die Seniorin Stunden später den Vorfall Verwandten erzählte, flog der Schwindel auf und die Polizei wurde verständigt.

Mit einer etwas veränderten Masche wurde ebenfalls am Mittwoch eine 83-Jährige aus Balingen von Telefonbetrügern um ihr Vermögen gebracht. Zunächst hatte die Seniorin am späten Dienstagabend den Anruf einer angeblichen Polizeibeamtin erhalten, mit dem Hinweis, ihr Name sei auf eine Liste gefunden worden, die man einer Verbrecherbande abgenommen habe. Sie solle alle Fenster und Türen schließen, zuhause bleiben und nicht mehr auflegen, damit man Kontakt halten könne. Tatsächlich meldete sich in der Nacht und am nächsten Morgen mehrfach eine angebliche Polizeibeamtin Magdalena Mauer bei der alten Dame, die behauptete, eine Sondereinheit ermittle gegen den Leiter ihrer Bankfiliale, weil dieser angeblich die Wertgegenstände in den Kundenschließfächern austausche. Die 83-Jährige fuhr danach zu ihrer Bank und leerte ihr Schließfach, wobei die Täter über ihr Handy ständig Kontakt mit der Seniorin hielten. Wie angewiesen, packte die Frau ihre Vermögenswerte zusammen und legte diese zuhause vor die Tür, wo sie wenig später von einem Unbekannten abgeholt wurden. Auch hier wurde die Polizei erst geraume Zeit später von dem Betrug informiert.

Beinahe täglich gehen im gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Reutlingen derartige Anrufe über weitere Betrugsversuche ein. Neben den oben genannten Maschen wird teilweise auch behauptet, dass Kriminelle unautorisiert Geld von Konten abbuchen. Die Angerufenen werden gedrängt, ihre IBAN zu nennen, von der dann behauptet wird, auch diese sei auf entsprechenden Listen der angeblichen Täter zu finden. Die Opfer werden angewiesen, sämtliches Guthaben bis auf eine angeblich versicherte Restsumme abzuheben und angeblichen Polizeibeamten zu übergeben. Auch diese Geschichte ist frei erfunden und erlogen.

Das Polizeipräsidium Reutlingen warnt vor diesen Betrügern und rät:

– Notieren Sie die angezeigte Telefonnummer, den Namen und die angegebene Dienststelle des Anrufers und legen Sie sofort vollständig auf.

– Lassen Sie sich auf kein Gespräch ein – die Betrüger nutzen dassofort für ihre Zwecke aus!

– Nehmen Sie stattdessen Kontakt mit der Ihnen bekannten Polizeidienststelle in Ihrer Nähe auf. Wichtig: Nicht die Rückruftaste drücken, sonst landen Sie wieder bei den Kriminellen. Suchen Sie die Nummer selbst heraus oder wählen Sie den Polizeinotruf 110.

– Geben Sie nie Informationen über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse preis.

– Übergeben Sie nie einem Fremden Bargeld oder Wertgegenstände, egal mit welcher Geschichte er bei Ihnen vorspricht.

– Lassen Sie Ihr Vermögen da, wo es ist, und heben Sie kein Geld ab, um es einem angeblichen Polizeibeamten oder sonst einer angeblichen Amtsperson zu übergeben.

– Ziehen Sie einen Angehörigen oder eine Person Ihres Vertrauens zu Rate.

Das Polizeipräsidiums Reutlingen hat in eigens produzierten Videos einen solchen Anruf nachgestellt und gibt Tipps und Hinweise, um mögliche Opfer aber insbesondere auch die Angehörigen der oft älteren Geschädigten zu sensibilisieren.

Die Videos sind im Internet auf der Homepage des Polizeipräsidiums Reutlingen unter https://ppreutlingen.polizei-bw.de, der Facebook-Seite des Polizeipräsidiums Reutlingen unter www.Facebook.com/PolizeiReutlingen/Videos und auf Twitter bei twitter.com/PolizeiRT zu finden.

Weitere Tipps und Informationen zum Schutz vor diesen Betrügern finden sich auch unter www.polizei-beratung.de (cw)

 

PM Polizeipräsidium Reutlingen

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