Nachdem es auch in der zweiten Verhandlungsrunde bei der Telekom AG am Montag kein Angebot gab, ruft ver.di seit gestern bundesweit zu ersten Arbeitsniederlegungen auf. In Baden-Württemberg werden am morgigen Donnerstag (30. April) die Beschäftigten sowie Auszubildende und Dual Studierende der Deutschen Telekom AG deshalb zu ganztägigen Warnstreiks aufgerufen. Streikaktionen finden an den Standorten Freiburg, Offenburg, Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg, Heilbronn, Stuttgart, Göppingen, Leinfelden-Echterdingen, Reutlingen, Rottweil, Weingarten und Ulm statt.
Christian Filusch, ver.di Landesarbeitskampfleiter: „Wir akzeptieren nicht, dass die Telekom Aktionärinnen und Aktionären Spitzenrenditen zahlt und die Beschäftigten noch nicht einmal ein Angebot bekommen. Vor dem Hintergrund erneut steigender Preise braucht es einen fairen Ausgleich. Dafür machen wir jetzt Druck.“
ver.di fordert in der diesjährigen Tarifrunde Deutsche Telekom für bundesweit rund 60.000 Tarifbeschäftigte eine Entgeltsteigerung in Höhe von 6,6 Prozent, bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten. Zusätzlich fordert ver.di die Einführung eines ver.di-Mitgliederbonus in Höhe von 660 Euro im Jahr. Die Ausbildungsvergütungen sowie die Entgelte der dual Studierenden sollen um monatlich 120 Euro erhöht werden. Für diese fordert ver.di einen zusätzlichen Mitgliederbonus in Höhe von 240 Euro im Jahr.
Der Telekom-Konzern in Deutschland besteht aus insgesamt 20 verschiedenen tarifgebundenen Konzernunternehmen, in denen jeweils eigenständige Tarifverträge gelten. Ein Großteil der Entgelttarifverträge hat eine Laufzeit bis zum 31. März 2026. ver.di und Deutsche Telekom AG haben im Vorfeld der Tarifrunde eine Vereinbarung über gemeinsame Verhandlungen für diese Gesellschaften geschlossen.
In Baden-Württemberg arbeiten bei der Telekom etwa 4.500 Beschäftigte (davon rund 30 Prozent nicht streikberechtigte Beamt:innen) plus 550 Azubis und Dualstudierende.
PM ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg