Cybersicherheit als Kern moderner Sicherheitspolitik – CSBW veröffentlicht Jahresbericht

Die Bedrohungslage im Cyberraum hat sich 2025 weiter verschärft. Insbesondere Kommunen und Hochschulen standen im Fokus der zunehmenden Aktivitäten zahlreicher Cybercrime-Gruppierungen. Das berichtet die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg (CSBW) auf Grundlage der erfassten Fälle. Zugleich konnte die CSBW ihre Reichweite und Bekanntheit ausbauen und eine gestiegene Meldebereitschaft wahrnehmen.

Präsidentin Nicole Matthöfer: „Die Bedrohungslage im Cyberraum hat sich auch 2025 weiter verschärft. Es ist mehr denn je notwendig, dass wir die Anstrengungen zur Sicherheit und Verteidigung im digitalen Raum intensivieren.“ Die Auswertung für das Jahr 2025 verdeutlicht, dass Cybersicherheitsvorfälle deutlich zugenommen haben. So registrierte die CSBW 2025 signifikant Zuwächse bei gefälschten Internet-Shops (+1.230 Prozent), Passwort-Kompromittierungen (+230 Prozent) und Phishing-Angriffen (+320 Prozent). Die Erkenntnisse liefern wichtige Anhaltspunkte für die Weiterentwicklung von Präventions- und Sensibilisierungsmaßnahmen. Sie bilden zugleich die Grundlage für eine zielgruppengerechte Ansprache und die Entwicklung passgenauer Maßnahmen, um unterschiedliche Zielgruppen künftig noch wirksamer für Cyberrisiken zu sensibilisieren.

Cybersicherheit muss ein fester Bestandteil der Sicherheitspolitik sein

Stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister Manuel Hagel MdL: „Vor dem Hintergrund der aktuellen Bedrohungslage ist für uns klar, dass Cybersicherheit ein fester Bestandteil unserer Sicherheitspolitik ist. Die digitale Verwundbarkeit stellt ein reales Risiko für unsere Gesellschaft, Wirtschaft und den Staat dar. Es ist ganz entscheidend, dass wir uns gegen Cyberangriffe abhärten und unsere Kritischen Infrastrukturen sowie Behörden vor diesen Bedrohungen schützen. Schnell, effizient und zuverlässig.“ Das belegen die Zahlen des CSBW-Cybermonitorings: Hierdurch konnten 2025 potenzielle Schadenssummen in Höhe von rund 24 Millionen Euro verhindert werden.

Matthöfer fordert: „Wir brauchen ein umfassendes Verständnis, das nicht nur die technische Sicherheit von Systemen und Netzen umfasst, sondern auch die politische, wirtschaftliche und strategische Dimension von Cyberangriffen in den Blick nimmt.“

Wachsende Nachfrage: Bedarf an Angeboten der CSBW wächst

Björn Schemberger, Vizepräsident der Cybersicherheitsagentur sowie Abteilungsleiter Detektion und Reaktion, erläutert: „Wir nehmen bei uns im Bereich Detektion und Reaktion eine stark wachsende Nachfrage wahr.“ Für Schemberger ist daher umso entscheidender: „Die Nutzung der CSBW-Angebote, wie zum Beispiel Schulungen, Warn- und Informationsdienst, CyberSicherheitsCheck für KMU (CSC KMU) oder IT-Notfallübungen durch Landesverwaltung, Kommunen und Unternehmen wächst kontinuierlich. Daher müssen wir unsere Ressourcen gezielt einsetzen, um die Landesverwaltung, die Kommunen und Unternehmen im Land auch künftig bestmöglich zu unterstützen.“

Cybersicherheitslage weiterhin angespannt

Die Cybersicherheitslage im Land war auch 2025 weiter angespannt. Die Gefahr, eines Cyberangriffs zu werden, war für öffentliche Institutionen, Unternehmen und Privatpersonen hoch. Besonders im Fokus standen Kommunen und Hochschulen. Die Zahl der Fälle in Landkreisen, Städten und Gemeinden sowie bei Unternehmen in kommunaler Trägerschaft stieg um fast 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an. Und das, obwohl es für Kommunen und Unternehmen keine generelle Meldepflicht für Cybersicherheitsvorfälle an die CSBW gibt. Die Zahl der minderschweren Fälle in Hochschulen, Universitäten und vergleichbaren Einrichtungen verzeichnete einen Anstieg um mehr als 160 Prozent.

Von großer Bedeutung und mit schwerwiegenden Folgen bei den Betroffenen waren der erfolgreiche Angriff auf den Online-Shop einer Landesinstitution und die zum Teil erfolgreiche Netzwerkkompromittierung einer Hochschule. Zudem erfasste die CSBW erfolgreiche Ransomware-Angriffe auf drei Schulen und zwei Kommunen, die teilweise durch eine Vollverschlüsselung stark in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt waren.

Durch die verbesserten Erkennungs- und Auswertungsmöglichkeiten der CSBW konnten mehr Angriffe und Schwachstellen identifiziert werden. Gleichzeitig trug die gestiegene Aktivität von Ransomware-Gruppierungen zu dieser Entwicklung der Fallzahlen bei. Veränderungen der Fallzahlen spiegeln daher nicht ausschließlich die tatsächliche Bedrohungslage wider, sondern auch die kontinuierlich verbesserte Erkennung und Erfassung von Cybersicherheitsvorfällen durch die CSBW.

Cyberkriminelle setzen in Zukunft vermehrt auf KI

Die CSBW beobachtet, dass es infolge technischer Entwicklungen immer einfacher wird, einen Cyberangriff durchzuführen. Mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellte Phishing-Mails werden beispielsweise immer häufiger und immer besser – und lassen die Erfolgsquote der Kriminellen steigen. Noch völlig unkalkulierbar ist, wie schnell und weitgehend die Veränderungen durch KI-Modelle voranschreiten werden. 2026 ist diesbezüglich nach Einschätzung der CSBW ein Jahr der Weichenstellung. „Deshalb wird die CSBW ihre Sensibilisierungsangebote und das vielfältige Präventionsangebot wie zum Beispiel die Schulung „Künstliche Intelligenz – Tipps zur sicheren Nutzung“ oder die Web Based Trainings zu verschiedenen Cybersicherheitsthemen weiter ausbauen, da der beste Vorfall immer noch der ist, der gar nicht erst eintritt,“ gibt Präsidentin Matthöfer als Ausblick.

Den vollständigen Jahresbericht 2025 finden Sie hier: www.cybersicherheit-bw.de/jahresbericht-2025

PM Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg

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