EU-Mexiko-Abkommen stärkt Baden-Württembergs Industrie und Lieferketten – BWIHK: Offene Märkte und weniger Handelshemmnisse sichern Wettbewerbsfähigkeit des Südwestens

Das modernisierte EU-Mexiko-Abkommen sendet aus Sicht des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages (BWIHK) ein wichtiges Signal für offene Märkte und stabile Lieferketten. Unternehmen im Südwesten könnten künftig von weniger Bürokratie, schnelleren Verfahren und harmonisierten Standards profitieren.

„Offene Märkte sind die Grundlage unseres Wohlstands. Gerade in geopolitisch unsicheren Zeiten brauchen exportorientierte Unternehmen verlässliche Handelspartner statt neuer Handelsbarrieren“, sagt Claus Paal, BWIHK-Vizepräsident und Präsident der im BWIHK für Außenwirtschaft federführenden IHK Region Stuttgart. „Das modernisierte EU-Mexiko-Abkommen setzt deshalb ein wichtiges Zeichen für mehr wirtschaftliche Zusammenarbeit.“

Das bestehende EU-Mexiko-Abkommen ist bereits seit dem Jahr 2000 in Kraft. Mit der Modernisierung sollen nun insbesondere nichttarifäre Handelshemmnisse weiter reduziert werden. Vorgesehen sind unter anderem vereinfachte Zollverfahren, der Wegfall von Zollabfertigungsgebühren auf Ursprungswaren sowie harmonisierte und effizientere Produktzertifizierungen.

Vor allem für mittelständische Industrieunternehmen im Südwesten bedeutet das weniger Bürokratie, geringere indirekte Kosten und schnellere Abläufe im internationalen Geschäft. „Für viele Unternehmen sind heute nicht die Zölle das größte Problem, sondern komplizierte Verfahren und unterschiedliche Standards. Wenn Zertifizierungen einfacher und Prozesse schlanker werden, ist das ein echter Standortvorteil für unsere Unternehmen“, so Paal.

Mexiko hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Industrie- und Produktionsstandort entwickelt – insbesondere für die Automobilindustrie, den Maschinenbau sowie Elektronik und Industrieautomation. Baden-Württemberg ist eng in diese transatlantischen Liefer- und Wertschöpfungsketten eingebunden: Der Handel zwischen der EU und Mexiko erreichte zuletzt mehr als 86 Milliarden Euro, das deutsche Exportvolumen lag 2025 bei 15,6 Milliarden Euro. Baden-Württemberg zählt dabei seit Jahren zu den wichtigsten deutschen Wirtschaftsstandorten im Mexiko-Handel. Der Anteil des Landes am deutschen Exportvolumen nach Mexiko stieg von 15,2 Prozent im Jahr 2002 zuletzt wieder auf starke 16,1 Prozent beziehungsweise 2,5 Milliarden Euro.

Besonders häufig vertreten sind Unternehmen aus dem Maschinenbau sowie der Automobil- und Zulieferindustrie. „Freihandel schafft Wachstum, Innovation und Wohlstand auf beiden Seiten. Gerade unsere international aufgestellten Unternehmen profitieren von offenen Märkten und verlässlichen Partnerschaften“, betont Paal.

Nach der Unterzeichnung müssen nun auf beiden Seiten noch die internen Verfahren abgeschlossen werden, bevor das modernisierte Abkommen vorläufig angewendet werden kann.

Weitere Informationen: Baden-Württembergs Handel mit Mexiko in Produkten und Zahlen:

  • Der Maschinenbau ist die wichtigste Exportwarengruppe Baden-Württembergs nach Mexiko. Treiber sind vor allem die stark wachsende Industrieproduktion sowie Mexikos Rolle als einer der weltweit führenden Automobilstandorte mit eng verzahnten Lieferketten. Entsprechend hoch ist die Nachfrage nach Produktions-, Automatisierungs- und Digitalisierungstechnik aus Baden-Württemberg.
  • Auch Kraftwagen und Kraftwagenteile zählen zu den wichtigsten Handelsgütern: 2025 importierte Baden-Württemberg Fahrzeuge und -teile im Wert von rund 730 Millionen Euro aus Mexiko, gleichzeitig lagen die Exporte bei etwa 452 Millionen Euro. Die Zahlen verdeutlichen die enge Integration beider Standorte in nordamerikanische Lieferketten – insbesondere im Kontext des USMCA-Abkommens, dessen Neuverhandlung diesen Sommer ansteht.
  • Zudem gewinnt Mexiko als Beschaffungsmarkt für Elektronik und Schlüsseltechnologien an Bedeutung. 2025 exportierte Baden-Württemberg elektronische und optische Erzeugnisse im Wert von rund 200 Millionen Euro nach Mexiko und importierte gleichzeitig Waren dieser Kategorie im Wert von etwa 285 Millionen Euro. Der Anteil Baden-Württembergs an den deutschen Gesamtimporten aus Mexiko stieg von 8,8 Prozent im Jahr 2002 auf 15,8 Prozent im Jahr 2025.

 

Die deutschen Exporte nach Mexiko:

  • 2002:   5,3 Milliarden Euro
  • 2025: 15,6 Milliarden Euro

 

Baden-Württembergs Exporte nach Mexiko:

  • 2002:    806,9 Millionen Euro
  • 2025: 2,5 Milliarden Euro

 

Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) ist eine Vereinigung der zwölf baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern (IHKs). In Baden-Württemberg vertreten die zwölf IHKs die Interessen von mehr als 650.000 Mitgliedsunternehmen. Zweck des BWIHK ist es, in allen die baden-württembergische Wirtschaft und die Mitgliedskammern insgesamt betreffenden Belangen gemeinsame Auffassungen zu erzielen und diese gegenüber der Landes-, Bundes- und Europapolitik sowie der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) und anderen Institutionen zu vertreten.

 

PM Baden-Württembergischer Industrie- und Handelskammertag

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