Ernteausfälle: foodwatch kritisiert Forderungen des Bauernverbandes nach Millionenhilfen und fordert klimasichere Landwirtschaft

Die Verbraucherorganisation foodwatch hat die Forderungen des Bauernverbandes nach Millionenhilfen und Steuererleichterungen wegen der Ernteausfälle deutlich kritisiert. Den landwirtschaftlichen Betrieben nur immer noch mehr Geld für Kunstdünger und Diesel zu geben, sei falsch. Stattdessen bräuchten Agrarbetriebe Hilfe, um die Landwirtschaft klimasicherer umzubauen. Zudem müssten Verbraucher:innen entlastet werden.

„Die Klimakrise ist endgültig Realität und trifft auch unsere Landwirtschaft: mit Hitzewellen, Trockenheit und Ernteausfällen. Unsere Landwirt:innen brauchen Unterstützung, aber: Noch mehr Subventionen für Kunstdünger und Diesel erhalten das zerstörerische Agrarsystem am Leben und führen nur zu immer weiteren Ernteausfällen. Dieser Hitzesommer sollte endlich ein Weckruf sein, unsere Landwirtschaft zukunftssicher umzubauen: weniger Nutztierhaltung, weniger Kunstdünger, weniger Pestizide“, sagte Andreas Winkler von foodwatch.

foodwatch fordert Transparenz über Lebensmittelpreise und Senkung der Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse

Gleichzeitig müssten auch die Verbraucher:innen entlastet werden und vor weiter steigenden Lebensmittelpreisen geschützt werden, so die Verbraucherorganisation. Als eine wichtige Maßnahme fordert foodwatch eine staatliche Preisbeobachtungsstelle für Nahrungsmittel, wie es sie beispielsweise in Frankreich gibt. Dadurch würden nicht nur Preise in Supermärkten für Verbraucher:innen transparenter – der Staat könnte auch endlich besser unzulässige Absprachen und unfaire Gewinne der Handelsketten entlarven und bekämpfen. So könnte verhindern werden, dass Hersteller und Handel steigende Preise als Vorwand nutzen, um ungerechtfertigterweise noch höhere Preisaufschläge durchzusetzen.

Um Verbraucher:innen kurzfristig zu entlasten und eine gesunde Ernährung zu fördern, müsse zudem die Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse gestrichen werden.

Expert:innen warnen seit Langem, dass die steigenden Temperaturen auch zu steigenden Lebensmittelpreisen führen können. Das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung rechnet zum Beispiel damit, dass der Klimawandel dazu führen könnte, dass Lebensmittelpreise um 3,2 Prozentpunkte steigen – jedes Jahr.

Wegen langer Trockenheit und Hitze in diesem Sommer fällt die Ernte deutlich geringer aus. Der Deutsche Bauernverband fordert daher von der Bundesregierung Millionenhilfen, zum Beispiel sollen die EU-Beihilfen für Düngemittel auf 180 Millionen Euro aufgestockt werden und die Steuer auf Agrardiesel gesenkt werden.

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PM foodwatch e.V.

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