Umfrage der Deutschen Umwelthilfe zeigt: Trotz Verbotsregelung wollen Edeka, Netto & Co. weiter umweltschädliche Plastiktüten anbieten

  • Aktuelle DUH-Umfrage zeigt: Verschiedene Einzelhandelsketten wollen trotz Warnung durch Umweltministerin Lemke weiter auf umweltschädliche Einweg-Plastiktüten setzen
  • DUH fordert die Umweltministerin auf, Lenkungsabgabe von 50 Cent auf dünne Plastiktüten einzuführen und sich sofort für Nachbesserung des Tütenverbots auf EU-Ebene einzusetzen
  • Verbraucherinnen und Verbraucher können sich in offenem Brief an Umweltministerin Lemke wenden und ein wirksames Verbot fordern: www.duh.de/plastiktueten

 

Trotz des seit 1. Januar gültigen Plastiktütenverbots und einer Warnung von Bundesumweltministerin Steffi Lemke wollen Edeka, Netto Marken-Discount, Netto Nord, Norma, Müller und Rossmann unbeirrt am Angebot umweltschädlicher Plastiktüten mit Einweg-Charakter festhalten. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Im Juni hatte die DUH bereits auf den Trick der Händler zur Umgehung des offiziellen Verbots aufmerksam gemacht. Dabei werden Plastiktüten für den Einkauf nur um den Bruchteil eines Haares dicker gemacht und fallen somit aus dem Regelungsbereich. Da die betroffenen Unternehmen bisher keine Einsicht zeigen, fordert die DUH in einem neuen Brief an Bundesumweltministerin Steffi Lemke Maßnahmen zum Gegensteuern: eine sofortige Lenkungsabgabe von 50 Cent auf alle Plastiktüten mit einer Wandstärke von unter 120 Mikrometern und eine Ausweitung des EU-Plastiktütenverbots.

„Die Plastiktüte ist das Symbol für Ressourcenverschwendung und Müll in der Umwelt. Es ist katastrophal, dass sie im deutschen Handel noch immer milliardenfach eingesetzt wird. Dass die Ermahnung von Bundesumweltministerin Steffi Lemke nichts bewirkt hat, ist nicht überraschend. Edeka, Netto und Co. setzen in dreister Weise weiterhin auf dünne Plastiktüten und umgehen so gezielt die Verbotsregelung. Wenn sich Ministerin Lemke nicht unglaubwürdig machen will, muss sie jetzt rechtlich gegensteuern. Durch eine Lenkungsabgabe von 50 Cent auf alle Plastiktüten mit einer Wandstärke von unter 120 Mikrometern würden diese finanziell so unattraktiv, dass sie nicht mehr angeboten werden. Auf europäischer Ebene bedarf es zudem einer Nachbesserung der Verbotsregelung von Plastiktüten. Plastiktüten unter 120 Mikrometern dürfen nicht mehr zugelassen werden“
, fordert Barbara Metz, DUH-Bundesgeschäftsführerin.

Edeka, Netto Marken-Discount und Netto Nord verwiesen darauf, dass ihre dünnen Plastiktüten Recyclingmaterial beinhalten und mehrfach wiederverwendet werden können. Hierzu entgegnet Thomas Fischer, DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft: „Die im Handel angebotenen Plastiktüten zum Einkaufen haben mit 50 bis 60 Mikrometern eine sehr dünne Wandstärke. Beim Tragen schwerer Einkäufe und eckiger Verpackungen können diese schnell einreißen und sind somit nicht mehr nutzbar. Wenn sich Verbraucherinnen und Verbraucher nach Aussagen von Edeka die Mühe machen sollen, dünne Plastiktüten wiederzuverwenden, dann können sie stattdessen stabile Mehrwegtaschen nutzen. Auch der Einsatz von Recyclingmaterial macht eine dünne Plastiktüte nicht zu einem umweltfreundlichen Produkt, denn es ändert nichts an der eingeschränkten Wiederverwendbarkeit. Recyclingmaterial könnte zur Herstellung stabiler Mehrwegtaschen zudem viel sinnvoller eingesetzt werden als zur Produktion kurzlebiger Wegwerfprodukte.“

Links:

PM Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH)

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