Ein „Baur“ Opfer zu wenig

Am Dienstagabend beim hohen Sieg gegen Tatran Presov in der European League saß er noch auf Bank als Taktgeber, nichtsahnend dass sein sportliches Schicksal bei Frisch Auf zu diesem Zeitpunkt bereits zu seinen Ungunsten entschieden war. Tags darauf gaben die Entscheidungsträger die sofortige und auch überfällige Trennung von Mayerhoffer bekannt. Trotzdem bleibt „a Gschmäckle“ wie der Schwabe zu sagen pflegt, denn nicht nur aus meiner subjektiven Sicht, sondern auch der von vielen eingefleischten Göppinger Anhängern trägt der sportliche Leiter Christian Schöne eine große Mitschuld an dem derzeitigen Dilemma des württembergischen Traditionsvereins und steht mächtig in der Kritik.

Die Kaderplanung der laufenden Saison könnte auch für den sportlichen Leiter noch zum Verhängnis werden, denn bei allem wohlwollen war das insgesamt gesehen ein Griff ins K…Nur David Schmidt und nach etwas längerer Anlaufzeit der Portugiese Gilberto Duarte, mit welchem man schnellstens verlängern sollte, konnten die Erwartungen der Fans und des Clubs bisher erfüllen. Das war´s also nun für Harmut Mayerhoffer, welcher das haben die Spieler immer wieder betont, die Tore nicht schießen kann und dies obwohl die freien Einwurfmöglichkeiten in den bisherigen Spielen der Saison grundsätzlich oft genug vorhanden waren. Letztendlich ist Handball aber ein Ergebnissport und 7:21 Punkte mit dem höchsten Etat ever bei Frisch Auf sind nun einmal viel zu wenig, um sich weiter vor den Coach zu stellen. Die Entscheider haben es sich lange sehr schwer gemacht, am Ende des Tages griffen dann allerdings die bekannten Mechanismen der Branche mit dem Ende für Mayerhoffer. Jetzt also soll es Markus Baur richten, eine quasi Legende des deutschen Handballs mit einer beachtlichen Vita. Als Spieler wurde er Welt-und Europameister, Deutscher Meister mit dem TBV Lemgo sowie DHB Pokalsieger, als Trainer mit den Kadetten Schaffhausen zweifacher Meister und Pokalsieger in der Schweiz. Und „Schorsch“, wie er in der Handballfamilie gennant wird, soll nun den grün-weißen Karren wieder flott bekommen, was ihm bei seiner Premiere am Donnerstag im Ligaspiel gegen Hamburg mit dem Remis teilweise schon gelungen ist. Zumindest hat er eins geschafft, seine Mannschaft nach einer desaströsen ersten Halbzeit wieder aufzurichten, sodass es nach einer grandiosen Aufholjagd mit dem enthusiastischen Publikum im Rücken fast noch zum Sieg gereicht hätte. Allein diese zweite Hälfte hätte wesentlich mehr Zuschauer in der EWS Arena verdient gehabt, doch das und dies ist das große Manko momentan, die Anhänger der Grün-Weißen kehren ihrem Team in Scharen den Rücken, die Kempafankurve war bis auf wenige Zuschauer komplett verwaist. Eine Sache die zu denken gibt und bei welcher beide Seiten, sprich Frisch Auf und die Fanclubs aufeinander zugehen sollten, ja müssen, denn nur wenn ein Rädchen wieder in das andere greift kann in absehbarer Zeit alles ins Lot kommen. Dem neuen Kommandogeber kann man  an dieser Stelle nur alles Gute wünschen und hoffen, den Schwäbischen Traditionsclub wieder in ruhigeres Fahrwasser zu bringen.

 

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