Nachbetrachtung zum 52. Gaujugendturntag mit 12. Tuju-Forum – Fit für 2022

Am 29. Januar fand der 52. Gaujugendturntag mit 12. Tuju-Forum erneut digital statt. 70 Teilnehmer und Referenten trafen sich virtuell, um sich in unterschiedlichen Themen weiterzubilden. Beim digitalen Gaujugendturntag stellten die 56 Delegierten aus 41 Vereinen die Weichen für die Arbeit in der Turngau-Jugend auch über das Jahr 2022 hinaus.

„Die Impulse aus dem Workshop waren wieder sehr hilfreich. Ich habe einige Ideen gewinnen können, die ich in das Training mitnehmen.“ So ein Teilnehmer nach dem Workshop bei Christina Carl. Sportpsychologie und Umgang mit verhaltensausfälligen Kindern und respektlosen Eltern, das waren zwei Workshops von Carl, die großen Anklang fanden und die Teilnehmer in ihren Bann zogen. Neben den vielen Workshops mit den praktischen Impulsen, beschäftigt die Übungsleiter zunehmend Themen wie Leistungsmotivation und Verhaltensauffälligkeiten. Viele fanden auch interessant, wie mit dem Turngau Staufen e.V. Gaujugendturntag mit Tuju-Forum Bewegungspass oder dem Mini-Sportabzeichen noch mehr Kinder in Bewegung gebracht werden können. Studien belegen, dass immer mehr Kinder Bewegungsdefizite haben.
Nicht nur in der Dauer der Bewegung, sondern auch in der Qualität. Beispielsweise können viele Kinder im Grundschulalter nicht mehr mehrmals hintereinander auf einem Bein springen, ohne umzukippen.

Zahlreiche Impulse wurden beim 12. Tuju-Forum in zwölf unterschiedlichen Workshops von neun Referenten angeboten.
Viele Ideen für Bewegungs- und auch Entspannungsübungen boten im Turn- und Elementarbereich die bewährten Referentinnen Ulrike Deinaß, Emilia Suhm sowie Dunja Moser. Meike Keller vom Turngau stellte vor, wie der Bewegungspass im Verein und Kindergarten installiert und etabliert werden kann. In einem zweiten Workshop konnten sich Teilnehmer austauschen, die den Bewegungspass bereits im Einsatz haben, und Fragen mit der Referentin klären.
Für Kinder unter sechs Jahren stellte Waltraud Bühler das neue Mini-Sportabzeichen der Württembergischen Sportjugend vor, das Kinder für Bewegung begeistern soll und auf das bekannte Sportabzeichen, das ab dem sechsten Lebensjahr erworben werden kann, vorbereitet.
Corina Rieger zeigte in zwei Video-Sessions den neuen Turngau-Flashmob für 2022 und weitere Tanzvarianten für Kindergruppen.
„Es ist schon komisch, dass wir uns hier für den Sport fortbilden, aber dabei die meiste Zeit vor dem Bildschirm sitzen“, schmunzelte eine Teilnehmerin. Trotzdem waren sich alle einig, dass das Tuju-Forum wieder ein Erfolg war. Wie in den vorigen Jahren gab es für die Teilnehmer die Möglichkeit, einen Feedback-Bogen zu jedem Workshop auszufüllen. Die Rückmeldungen waren sehr positiv, trotzdem wünschen sich alle wieder eine Veranstaltung in Präsenz. „Man merkt, dass viele im letzten Jahr Erfahrung in den Online-Formaten gesammelt haben. Aber das digitale Format kann eine Präsenzveranstaltung nicht ersetzen. Die Teilnehmer wünschen sich neben der klassischen Fortbildung das spontane Gespräch zu zweit und die Begegnungen mit anderen Übungsleitern. Das Tuju-Forum war immer auch eine willkommene Gelegenheit, sich mit anderen Übungsleitern zu treffen und sich auszutauschen. “ freute sich Benno Baumeister vom Organisationsteam über die positiven Rückmeldungen. „Der Aufwand für das digitale Format ist riesig und es würde uns allen guttun, wenn wir uns 2023 wieder in Präsenz treffen können.“

Bei der Eröffnung der Veranstaltung begrüßte Turngau-Präsidentin Nicole Razavi, MdL, die Teilnehmer morgens beim Tuju-Forum und auch nachmittags beim Gaujugendturntag. Sie bestärkte die Teilnehmer, an ihrem ehrenamtlichen Engagement festzuhalten. Die Bewegung sei für die Entwicklung der Kinder und Jugendliche sehr wichtig. Hierbei lobte sie auch die Arbeit des Jugendausschusses. „Wir haben im Turngau-Präsidium zwei große Elefantenohren für die Belange der Turngau-Jugend. Eure Ideen sind super! Das sieht man am Projekt “Turni-Mobil”, das sich gerade in Corona-Zeiten bewährt hat.“ Für die Arbeit in den Vereinen zeigte Razavi eine große Anerkennung. „Ich finde es beeindruckend, mit welcher Hingabe sich die Übungsleiter Woche für Woche die Mühe machen: Wie machen wir es richtig? Wie können wir sicherstellen, dass sich die Kinder bewegen können, aber auch der Schutz vor Ansteckung umgesetzt werden kann? Da wird euch allen sehr viel zugemutet. Dafür möchte ich allen ein dickes Dankeschön sagen – das ist alles nicht selbstverständlich. Dem Dank möchte ich aber auch eine Bitte anschließen: Bitte haltet durch! Bitte helft alle mit, dass wir eine gute Gemeinschaft im Turngau und in unseren Vereinen bleiben.“

Kai Weible, Vorsitzender des TV Altenstadt bestätigte, dass es für die Vereine durch die Pandemie nicht einfacher geworden sei. Der TVA sei jedoch eine Gemeinschaft, die zusammenhält, und somit hat der TVA die Herausforderungen bisher gut gemeistert. Auch beim zweiten Anlauf, für die Turngau-Jugend das Tuju-Forum und den Gaujugendturntag auszurichten, konnte der TV Altenstadt als Gastgeber die Teilnehmer nur digital begrüßen.

Oberbürgermeister Frank Dehmer bestätigte anerkennend, dass die Stadt Geislingen und der TV Altenstadt nun mit gleich zwei digitalen Veranstaltungen in den Geschichtsbüchern des Turngaues Staufen stehen wird. Das Tuju-Forum findet er eine wichtige Veranstaltung, in der die Übungsleiter durch Tipps und Informationen Unterstützung erhalten können. Er selbst war Jugendtrainer und weiß, dass es auch schwierige Situationen mit Kindern und auch Eltern geben kann. Auch er bestätigte, wie Razavi, dass die Vereine mit ihren Angeboten ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft seien. Sie machen die Gemeinschaft erlebbar, was auch sehr wichtig für die Entwicklung der Kinder und Jugendliche sei. „Das Ehrenamt und die Vereine sind der Kitt in der Gesellschaft. Sport im Verein ist etwas Gemeinsames, das verbindet. Vereine sind unverzichtbar für unsere Gesellschaft“ So Dehmer. Er bat ebenfalls, dass sich die Ehrenamtlichen durch die aktuelle Situation nicht entmutigen lassen.

Pia Städele, die neue Vorsitzende der STB-Jugend, war beim digitalen Gaujugendturntag erstmals zu Gast. Sie hatte 2021 die Nachfolge von René Mall angetreten. Sie berichtete, dass auch die STB-Jugend in den Planungen zu zahlreichen Veranstaltungen stecke. Insbesondere das Landeskinderturnfest in Künzelsau soll 2022 ein Highlight werden. Bei der nächsten Herbsttagung wird es dann wieder die Gelegenheit geben, sich mit dem STB-Jugendvorstand und mit anderen Turngau-Jugenden auszutauschen.

Beim digitalen Gaujugendturntag fassten die Delegierten zahlreiche wichtige Beschlüsse. Die Abstimmungen erfolgten digital. Die Delegierten konnten entweder über den Chat zum Abstimmungstool gelangen oder haben für jede Abstimmung eine Mail mit dem Zugangslink erhalten. „Die Technik hat es in sich. Am Mittwoch bei einem Test hat noch alles wie gewohnt funktioniert. Dann kamen kurzfristig Änderungen, die viel Nacharbeit verlangten. Ohne die Expertise unseres Vizepräsidenten Jörg Allmendinger und die engagierte Unterstützung von Sebastian Allmendinger wären wir aufgeschmissen gewesen. Ohne professionelle Unterstützung hätten wir die digitale Versammlung in dieser Größe und Qualität nicht abwickeln können.“ Bedankte sich Jasmin Buresch vom Tagungsvorstand.

Der Jahresrückblick wurde von Lisa Gerst vorgestellt, die zusammen mit Benno Baumeister, Eva Kiczeriak, Jasmin Buresch und Sebastian Allmendinger im Tagungsvorstand die Versammlung leitete. Die Studentin hatte den umfangreichen Jahresbericht vorbereitet und stellte die geleistete Arbeit der Turngau-Jugend im Jahr 2021 routiniert vor. Benno Baumeister gab einen Ausblick auf das Turni-Mobil. Nach der Testphase in 2021 werden nun die Einsatz- und Ausleihbedingungen, die Buchungsmöglichkeiten und ein Turngau Staufen Flyer ausgearbeitet. Bereits Ende 2021 gingen schon einige Anfragen für 2022 ein. Nach der Einweihung des Turni-Mobils im Sommer war es 2021 bereits bei sechs Veranstaltungen im Einsatz.

Das “Organisationsteam Turni-Mobil“, konnte ebenso wie die vielen weiteren Organisationsteams wieder gut besetzt werden. „Trotzdem brauchen wir noch Unterstützung in unseren Teams.“ Erinnerte Buresch in der Versammlung. Die Angebote in der Turngau-Jugend seien zahlreich und daher sei es wichtig, die Aufgaben auf zahlreiche Schultern verteilen zu können, so Buresch. Erfahrungsgemäß meldeten sich bei der Versammlung kaum Interessenten für die Mitarbeit. „Das ist aber kein Problem! Jeder, der Interesse hat, mitzuarbeiten, kann sich auch unter dem Jahr bei uns melden und wird dann gerne ins Team aufgenommen.“ Erinnerte die Tagungsleitung mit einem Augenzwinkern.

Die Änderungen der Jugendordnung, die einstimmig beschlossen wurde, sollen den Einstieg in die Mitarbeit in der Turngau-Jugend einfacher und flexibler machen. Die Änderungen stehen noch unter dem Vorbehalt der Änderung der Turngau-Satzung, die erst beim Gauturntag am 26. März auf der Tagesordnung stehen wird. Wo möglich, wurde die Jugendordnung vereinfacht und an die aktuelle Arbeitsweise angepasst. Statt „Jugendausschuss“ wird es bald das „Team Jugend“ geben. Die stark hierarchische Struktur, in der zwischen konzeptioneller und operativer Arbeit unterschieden wurde, wurde aufgelöst – daher entfallen künftig die sogenannten Freizeitsportausschüsse. Deren Arbeit wird künftig in die Organisationsteams integriert, wo dann die Angebote nicht nur organisiert, sondern auch weiterentwickelt werden. Außerdem soll das „Team Jugend“ künftig mehr im Team entscheiden können. Bereits seit20 Jahren gibt es im Turngau Staufen keinen Jugendvorstand mehr. Seine Kompetenzen werden nun an das „Team Jugend“ übertragen, das dann an Stelle des Jugendvorstandes entscheiden kann.

Nach zwei Stunden wurde die wichtigste Versammlung der Turngau-Jugend, der Gaujugendturntag, geschlossen. Nun hoffen alle, dass die geplanten Veranstaltungen stattfinden können. Das „Team Jugend“ wird auf alle Fälle in die Planungen mit den ausrichtenden Vereinen einsteigen.

PM Turngau Staufen e.V.

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