NABU Baden-Württemberg warnt vor neuen Hürden für die Energiewende

Der NABU BW sieht die am 29.7.2026 vom Bundeskabinett verabschiedete Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und die Neuregelung der Netzanschlüsse kritisch. Die geplanten Änderungen lösen die zentralen Probleme beim Ausbau der Windenergie in Süddeutschland nicht und schaffen Investitionsrisiken.

„Es wäre fatal, wenn wir auf der einen Seite Genehmigungsverfahren beschleunigen und zahlreiche Windenergieanlagen genehmigen, diese Projekte auf der anderen Seite aber bei den bundesweiten EEG-Ausschreibungen kaum zum Zuge kommen“, sagt Andrea Molkenthin-Kessler, Referentin für Klimaschutz und Energie beim NABU Baden-Württemberg. „Damit würden gerade in Süddeutschland weiterhin kaum neue Windparks entstehen. Und das trotz vorhandener Flächen, erteilter Genehmigungen und großer Anstrengungen vor Ort.“

Baden-Württemberg erhielt in den vergangenen zwölf Monaten EEG-Zuschläge für Windenergieprojekte mit einer Gesamtleistung von lediglich 184 Megawatt. Um die für 2040 angestrebte Windenergieleistung zu erreichen, wäre dagegen ein jährlicher Zubau von mehr als 600 Megawatt erforderlich. Das sind über 100 moderne Windenergieanlagen pro Jahr.

Auch beim geplanten Netzanschlusspaket sieht der NABU BW erheblichen Nachbesserungsbedarf. Der wachsende Anteil von Wind- und Solarenergie erfordert ein Stromsystem, das stärker auf die flexible Erzeugung und deren Schwankungen ausgerichtet ist.

Besonders kritisch ist aus Sicht des NABU BW der geplante Wegfall der Netzanschlusspflicht und der Ausgleichszahlungen. „Wer die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für bereits genehmigte Projekte nachträglich unsicher macht, riskiert, dass Investitionen ausbleiben und der Ausbau der erneuerbaren Energien in vielen Regionen über Jahre ins Stocken gerät“, warnt Andrea Molkenthin-Kessler. „Das wäre ein Rückschlag für die Energiewende und den Klimaschutz – und damit letztlich auch für den Naturschutz. Die Bundesregierung muss deshalb sicherstellen, dass genehmigte Projekte eine verlässliche Perspektive für Umsetzung und Netzanschluss haben.“

 

PM NABU (Naturschutzbund Deutschland) Landesverband Baden-Württemberg e.V.

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