Angesichts der zunehmenden Bedrohung durch organisierte Drogenkriminalität hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) bei einem hochrangig besetzten europäischen Fachgespräch in Brüssel eine deutlich intensivere Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und den EU-Institutionen gefordert. Anlass war die Veranstaltung „Bekämpfung organisierter Drogenkriminalität – Strategien Nordrhein-Westfalens und der Europäischen Union“ in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen bei der EU.
Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Polizei und europäischen Institutionen diskutierten gemeinsame Strategien zur Bekämpfung international agierender Täterstrukturen. Ein besonderer Fokus lag auf grenzüberschreitenden Ermittlungsansätzen und der besseren Verzahnung nationaler und europäischer Sicherheitsstrukturen. Der Bundesvorsitzende der GdP und Präsident der European Federation of Police Unions (EU.Pol), Jochen Kopelke, betonte: „Organisierte Drogenkriminalität kennt keine Grenzen – unsere Sicherheitsstrategien dürfen sie daher auch nicht kennen. Wir brauchen eine neue Qualität der europäischen Zusammenarbeit, die operative Polizeiarbeit, politische Entscheidungen und gemeinsame Ermittlungsstrukturen enger miteinander verzahnt.“
Kopelke unterstrich die Bedeutung der direkten Vernetzung zwischen nationaler Polizeiarbeit und europäischer Gesetzgebung: „Die Polizei ist täglich mit den Folgen internationaler Kriminalität konfrontiert – deshalb müssen wir als Stimme der Beschäftigten dort präsent sein, wo europäische Regeln entstehen. Die GdP bringt diese Perspektive aktiv in Brüssel ein.“
Die GdP sieht insbesondere in gemeinsamen Ermittlungsansätzen, wie sie beispielsweise durch spezialisierte Einheiten und internationale Kooperationen verfolgt werden, einen entscheidenden Schlüssel zur Bekämpfung organisierter Kriminalität.
Der Landesvorsitzende der GdP Nordrhein-Westfalen, Patrick Schlüter, ergänzte mit Blick auf die Situation im bevölkerungsreichsten Bundesland: „Nordrhein-Westfalen steht seit Jahren im Fokus internationaler Drogenkriminalität. Unsere Kolleginnen und Kollegen leisten täglich herausragende Arbeit – aber ohne eine konsequent abgestimmte europäische Strategie stoßen wir an Grenzen.“
Schlüter forderte konkrete Verbesserungen in der Zusammenarbeit: „Wir brauchen schnellere Informationsflüsse, mehr gemeinsame Ermittlungsgruppen und eine klare politische Rückendeckung für die Polizei – national wie europäisch. Sicherheit in NRW ist untrennbar mit Sicherheit in Europa verbunden.“
Die GdP-Delegation nutzte die gestrige Veranstaltung gezielt, um ihre Rolle als strategischer Ansprechpartner für europäische Sicherheitspolitik zu stärken und den Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlaments sowie internationaler Polizeibehörden zu vertiefen.
Mit rund 372.500 Mitgliedern in europäischen Polizeigewerkschaften ist EU.Pol das größte Netzwerk seiner Art und spielt eine zentrale Rolle bei der Bündelung gewerkschaftlicher Interessen auf EU-Ebene.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist die größte Interessenvertretung der Polizeibeschäftigten Deutschlands. Sie engagiert sich für ihre bundesweit über 210.000 Mitglieder, für die Zukunftsfähigkeit der Polizei sowie auf dem Gebiet der Sicherheits- und Gesellschaftspolitik.
PM Gewerkschaft der Polizei (GdP)