VBE begrüßt Einigung von Grün-Schwarz: Zentrale Forderung nach kostenfreiem, verpflichtendem Vorschuljahr wird aufgegriffen

Der VBE begrüßt die Einigung von Bündnis 90/Die Grünen und CDU zur Einführung eines verbindlichen und gebührenfreien letzten Kindergartenjahres ausdrücklich. Damit greift die künftige Landesregierung eine zentrale und langjährige Forderung des VBE auf.

„Die politische Entscheidung ist ein starkes Signal“, betont der VBE-Landesvorsitzende Gerhard Brand. „Jetzt kommt es darauf an, diese auch konsequent und mit der notwendigen Qualität in die Praxis zu überführen.“

„Ein hochwertig ausgestaltetes Vorschuljahr ist eine Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft. Zu viele Kinder starten derzeit mit ungleichen Voraussetzungen in die Schule. Ein verbindliches Vorschuljahr stellt sicher, dass alle Kinder – unabhängig von ihrer Herkunft – die grundlegenden Kompetenzen erwerben können, die sie für einen erfolgreichen Schulstart benötigen“, so Brand weiter.

Hintergrund der Forderung sind Rückmeldungen aus der Praxis: Ein Großteil der Grundschullehrkräfte berichtet von zunehmenden Defiziten bei Schulanfängern, etwa bei den sprachlichen Kompetenzen, in der Feinmotorik oder im sozial-emotionalen Bereich. Gleichzeitig hängt der Bildungserfolg in Baden-Württemberg weiterhin stark vom Elternhaus ab.

Der stellvertretende Landesvorsitzende des VBE Baden-Württemberg, Walter Beyer, unterstreicht die Bedeutung frühkindlicher Bildung: „Ein verbindliches Vorschuljahr bietet die große Chance, Kinder gezielt und alltagsintegriert zu fördern. Gerade die Sprachentwicklung profitiert enorm von einem solchen ‚Sprachbad‘ in der Kita. Kinder lernen im gemeinsamen Spiel, im Gespräch und durch vielfältige Angebote – das ist die beste Vorbereitung auf die Schule.“

Neben der Sprachförderung hebt der VBE insbesondere die Entwicklung sozial-emotionaler und praktischer Kompetenzen hervor. Im Vorschuljahr lernen Kinder, sich in Gruppen zurechtzufinden, Konflikte zu lösen, Regeln einzuhalten und Selbstständigkeit zu entwickeln. Auch grundlegende Fähigkeiten wie Stifthaltung, Ausdauer und Konzentration werden spielerisch aufgebaut. „Wir dürfen nicht warten, bis Probleme in der Schule sichtbar werden – wir müssen früher ansetzen“, betont Beyer.

Der VBE Baden-Württemberg weist zugleich darauf hin, dass die Umsetzung entscheidend sein wird. Ein verpflichtendes Vorschuljahr kann seine Wirkung nur entfalten, wenn ausreichend Fachkräfte, gute Rahmenbedingungen und qualitativ hochwertige Bildungsangebote sichergestellt sind. Darüber hinaus muss geklärt sein, wer das Auslösen der vorzeitigen Schulpflicht überwacht und hierfür die Verantwortung trägt. Aus Sicht des VBE muss die Praxis in den weiteren Ausgestaltungsprozess dringend einbezogen werden.

PM Verband Bildung und Erziehung (VBE) Landesverband Baden-Württemberg

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