Landesweite Studie zur Jugend- und Kinderbeteiligung erschienen – Angebote in 68 Prozent der Kommunen vorhanden – Tendenz seit Mitte der neunziger Jahre deutlich steigend

Seit der letzten Befragung 2018 ist die Zahl der Kommunen mit einem Jugendbeteiligungsangebot von 53 auf 68 Prozent gestiegen. In der Kinderbeteiligung fällt der Zuwachs noch stärker aus: von 23 auf über 55 Prozent.

Das sind die Ergebnisse der Studie „Kommunale Kinder- und Jugendbeteiligung in Baden-Württemberg 2023“, die die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) erarbeitet hat. Von 1.101 Kommunen im Land haben sich 988 an der Studie beteiligt. Die Erhebung fand im Zeitraum von Dezember 2022 bis Juni 2023 statt.

Seit der Gesetzesänderung der Gemeindeordnung Baden-Württemberg (Paragraf 41a) im Jahr 2015 hat die Kinder- und Jugendbeteiligung einen deutlichen Aufschwung erlebt. In Kommunen mit mehr als 10.000 Einwohnern haben 96 Prozent ein Jugendbeteiligungsangebot. Projektbezogene Beteiligungsformen kommen dabei am häufigsten vor. Seit der Pandemie haben auch digitale Beteiligungsmethoden zugelegt: in knapp 300 Kommunen gehören sie mittlerweile dazu.

Die Zahlen zeigen auch, dass für diese kommunale Aufgabe nur selten Fachkräfte oder feste Stellenanteile zur Verfügung stehen, für Kinderbeteiligung noch seltener als für Jugendbeteiligung. In großen Kommunen wird der Personalbedarf häufiger genannt als in kleineren. Neben einer besseren personellen Ausstattung bemängeln die kommunalen Mitarbeitenden allerdings die fehlende Motivation der Jugendlichen. Seit der Pandemie ist es schwieriger geworden, Jugendliche zu erreichen – das sagen 45 Prozent der Studien-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer. Lediglich 37 Prozent der Befragten denken, dass Jugendbeteiligung einen hohen Stellenwert in ihrem Ort hat, nur knapp 17 Prozent sind es bei der Kinderbeteiligung.

Trotzdem sprechen die Zahlen für sich: Das Thema Kinder- und Jugendbeteiligung ist in den Kommunen in Baden-Württemberg angekommen, die Aufmerksamkeit für diese Aufgabe ist wesentlich höher als noch vor einigen Jahren.

Die Studie weist in einem zweiten Teil die Daten auf Landkreisebene aus. Damit ist ein individuelleres Bild möglich. Die Landkreise Tübingen und Böblingen liegen an der Spitze: Jeweils über 90 Prozent der Kommunen in diesen beiden Landkreisen machen den Jugendlichen ein Beteiligungsangebot. Das ist die mit Abstand größte Abdeckung im Landesvergleich. Zudem wertet die Studie Aussagen zur Kinder- und Jugendbeteiligung aus, zu denen sich die Kommunen positioniert haben.

Die Studie „Kommunale Kinder- und Jugendbeteiligung in Baden-Württemberg 2023“ ist kostenlos und steht zum Herunterladen bereit unter https://www.lpb-bw.de/publikation-anzeige/studie-kommunale-kinder-und-jugendbeteiligung-in-baden-wuerttemberg-2023-3414

Druckfassungen können im Webshop der Landeszentrale für politische Bildung bestellt werden: www.lpb-bw.de/shop

 

PM Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg

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