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Nasan Turs „Schalung“ bleibt in Göppingen

Eigentlich existiert sie schon seit 2017: die Holzplastik „Schalung“ des international renommierten Künstlers und Documenta-Teilnehmers Nasan Tur im Oberhofenpark. Nach einer groß angelegten Spendenaktion des Kunstvereins Göppingen und einer Finanzspritze der Stadt steht nun fest, dass das Werk dauerhaft bleiben darf – ein Erfolg, der am Mittwoch, dem 15. Mai, ab 17 Uhr, mit der öffentlichen Einweihung und Übergabe an die Stadt gefeiert wird.

Die Hürde lag hoch. 40 000 Euro mussten zusammenkommen, um die „Schalung“, welche in ihren Formen auf ein Soldatendenkmal von 1939 reagiert, ankaufen zu können. Und doch gelangten stolze drei Viertel dieses Betrags allein durch Spenden von Privatpersonen und Firmen auf das Konto des Kunstvereins. Durch Interviews, Zeitungsberichte und nicht zuletzt eine begleitende Lesung des Schriftstellers Markus Orths blieb das Thema des Kunstwerks im Park immer präsent. Auch die Politik zog am selben Strang – Oberbürgermeister Guido Till und Erste Bürgermeisterin Almut Cobet haben das Projekt von Anfang an unterstützt. Nun hat der Gemeinderat entschieden, die restlichen 10 000 Euro beizusteuern und dadurch den Erfolg des Projekts zu komplettieren.

Am frühen Abend des 15. Mai ist es nun soweit: Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind dazu eingeladen, an der Einweihungsfeier in der nordöstlichen Ecke des Oberhofenparks (nahe Mörikestraße) teilzunehmen. Der Künstler wird persönlich anwesend sein und Fragen beantworten. Der Kunstverein, welcher 2019 bereits seit 33 Jahren existiert, möchte sich mit der Bewahrung der Plastik in der Stadt auch für das konstante bürgerschaftliche Engagement bedanken, aus dem er sich und seine Aktivitäten speist. Vor allem jedoch geht es darum, mit dem Kunstwerk in einer schwieriger werdenden Zeit ein Zeichen gegen Krieg, totalitäres Denken und die politische Vereinnahmung von Kultur zu setzen: Das ursprüngliche Kriegerdenkmal, dem Nasan Turs Arbeit wie bei einem Duell gegenübersteht, war offiziell als Erinnerung an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs errichtet worden, soll jedoch durch die heroische Haltung der beiden dargestellten Soldaten von der Trauer ablenken und zum Durchhalten auffordern. Die Arbeit „Schalung“ antwortet in ihren blockhaften, in sich geschlossenen Formen auf jene des älteren Monuments und stellt sie auf beinah ironische Art in Frage.

 

PM Stadtverwaltung Göppingen

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