Die Mieten steigen unaufhörlich weiter. Der Grund sind fehlende Wohnungen. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Das ist Marktwirtschaft. Es war schon mal anders. Da hatten wir einen „Sozialen Wohnungsbau“ getragen von staatlichen Wohnungsbaugesellschaften, gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaften wie die gewerkschaftseigene „Neue Heimat“ und auch von Firmen, die Wohnraum für ihre Mitarbeiter schufen.
Das alles ist vorbei. Wohnungen gab es damals im Überfluss, die Mieten waren günstig, die Renditen aber gering. Also wurden die Wohnungen verkauft. An nur wenige große Gesellschaften. Und die wollten Rendite, Rendite, Rendite!
Also musste das Angebot an Wohnungen verkleinert werden. Der Bau von Neuwohnungen wurde praktisch eingestellt, alte Wohnungen wurden „zwecks Sanierung“ entmietet und stehen jahrelang leer. Andere Mietshäuser wurden einfach abgerissen.
Dazu kamen Hunderttausende Menschen, die aus den Ostbundesländern in die alten Bundesländer kamen, weil es hier mehr und besser bezahlte Arbeit gab. Und ja, es kamen auch Migranten zum Arbeiten und auch sie suchten Wohnraum.
Also heute reichen die Wohnungen nicht mehr, um alle Menschen unterzubringen. Menschen mit wenig Einkommen müssen sich mit immer mehr Menschen ihre Wohnung teilen. Andere landen sogar auf der Straße. Deren Zahl steigt rapide und wird weiter steigen. Schon heute sind alle Schlafplätze unter Brücken belegt.
Was also tun?
Mietendeckel schaffen keine neue Wohnungen, der Mangel bleibt
Verstaatlichung von Wohnungsbaugesellschaften schafft auch keinen neuen Wohnraum
Steuerliche Anreize oder Förderungen an Wohnbaukonzerne steigern nur deren Gewinn, schaffen aber auch keinen neuen Wohnraum
Einziger Ausweg sind die in der Einleitung beschriebenen sozialen- und gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaften. Warum baut eine Stadt nicht selber auf eigenem Grund, einfach und bezahlbar? Was ist mit Investitionen in den Wohnungsbau für MitarbeiterInnen durch Firmen? Oft beklagen Firmen, sie finden keine MitarbeiterInnen wegen fehlender Wohnungen in Ballungsräumen wie Stuttgart.
Wohnungsbau ist eine Investition die auch Erträge bringt. Nicht viel, aber gut angelegt trotzdem eine gute Rendite für die Kommunen, die sich dann auch noch Geld bei der Unterbringung von „Bürgergeldempfängern“ usw. einspart.
Ich war mal Gemeinderat im Landkreis Göppingen und meine Gemeinde hatte etliche Millionen auf der „hohen Kante“, aber mein Vorschlag ein Mietshaus zu bauen wurde mehrheitlich abgelehnt. Sozialpolitisch und wirtschaftlich ein Fehler!
Joachim Abel