Wie lässt sich Brandrauch in einem großen und komplexen Gebäude möglichst wirksam aus betroffenen Bereichen ableiten? Dieser Frage ist die Feuerwehr Göppingen bei einem Rauchströmungs- und Entrauchungsversuch im Alb-Fils-Klinikum nachgegangen.
Ziel des Versuchs war es, die Auswirkungen verschiedener Maßnahmen auf den Klinikbetrieb zu untersuchen und gemeinsam mit den Verantwortlichen des Klinikums unterschiedliche taktische Vorgehensweisen zu vergleichen. Dabei stand insbesondere das Zusammenspiel zwischen den fest im Gebäude installierten technischen Einrichtungen, erforderlichen organisatorischen Maßnahmen und der Unterstützung durch mobile Hochleistungslüfter der Feuerwehr im Mittelpunkt.
Untersucht wurde unter anderem, wie sich unterschiedliche Zu- und Abluftwege auf die Rauchströmung auswirken und wie sich die vorhandene Lüftungstechnik mit den mobilen Belüftungsgeräten der Feuerwehr sinnvoll kombinieren lässt. Dadurch konnten wichtige Erkenntnisse gewonnen werden, die in die Einsatzvorplanung der Feuerwehr einfließen.
Um die Rauchgasströmungen sichtbar zu machen, kam künstlicher Theater- beziehungsweise Disconebel zum Einsatz. Dieser entspricht hinsichtlich seiner Eigenschaften nicht vollständig dem Verhalten von tatsächlichem Brandrauch, da insbesondere die durch die Brandwärme entstehende Thermik und damit verbundene Auftriebsströmungen nicht abgebildet werden können. Dennoch ermöglichten der Versuch, die grundsätzlichen Strömungsverhältnisse und die Auswirkungen verschiedener taktischer Maßnahmen sichtbar und nachvollziehbar zu machen.
„Unser Ziel war es, verschiedene taktische Maßnahmen praktisch zu erproben und deren Auswirkungen auf die Rauchströmung sichtbar zu machen. Die gewonnenen Erkenntnisse helfen uns dabei, unsere Einsatzkonzepte für das Alb-Fils-Klinikum kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu optimieren“, erklärt Karlheinz Widmeyer, Kommandant der Feuerwehr Göppingen.
Die Feuerwehr Göppingen beschäftigt sich kontinuierlich mit möglichen Einsatzlagen im Alb-Fils-Klinikum, um auf besondere Einsatzsituationen bestmöglich vorbereitet zu sein. Sicherheit ist dabei kein abgeschlossener Prozess. Deshalb werden bestehende Einsatzkonzepte regelmäßig überprüft und anhand praktischer Erfahrungen weiterentwickelt. Gemeinsam mit der Klinikleitung, der Arbeitssicherheit und den technischen Verantwortlichen werden Abläufe analysiert und durch praktische Versuche auf ihre Wirksamkeit überprüft.
Die gewonnenen Erkenntnisse werden nun gemeinsam ausgewertet und ergänzen die bereits bestehende Einsatzplanung für das Alb-Fils-Klinikum. Auf dieser Grundlage werden die taktischen Handlungsoptionen weiter konkretisiert und fortlaufend an die baulichen und technischen Gegebenheiten des Klinikums angepasst. Damit soll auch künftig ein möglichst zielgerichtetes, sicheres und wirksames Vorgehen der Einsatzkräfte gewährleistet werden.
Foto (Stadt Göppingen): Um die Rauchgasströmungen sichtbar zu machen, kam künstlicher Theater- beziehungsweise Disconebel zum Einsatz.
PM Stadtverwaltung Göppingen